England im Jahr 1064: Caedmon von Helmsby ist der Sohn eines Landadligen (eines Thanes) und einer Normannin und wird bei einem Wikingerüberfall schwer verletzt. Da er nun als Krüppel gilt, schickt ihn sein Vater als Übersetzer mit einem der Anwärter auf den englischen Thron in die Normandie. Dort wird er als Ritter ausgebildet und macht sich Freunde und Feinde, bis er schließlich mit der Armee Wilhelms des Eroberers nach England zurückkehrt. An dessen Hof wird er nach und nach zu einem wichtigen Mann, der versucht, sich für die angelsächsische Bevölkerung einzusetzen. Durch eine Affäre mit der Frau eines anderen setzt er jedoch alles aufs Spiel, und seine Feinde hören nicht auf, gegen ihn zu intrigieren...
Selbst wenn man bedenkt, daß das Buch sehr dick ist (875 Seiten), deckt es eine enorm lange Zeit (23 Jahre) und eine Menge Handlung ab. Da kommen die Interaktionen zwischen den Personen und die Charakterisierungen hier und da ein wenig zu kurz. Trotzdem ist es ein wirklich unterhaltsames Buch, und obwohl ich bei manchen von Caedmons Handlungen dachte: "oh nein, das machst du doch jetzt nicht...laß das lieber sein", war er ein sympathischer Held. Insgesamt sind die Handlungen der Personen aus dem Buch jedoch plausibel, und die "laß das lieber sein"-Momente kamen immer dann, wenn es um Caedmon und seine heimliche Affäre ging. Da die Autorin lt. Klappentext Mediävistin ist, gehe ich davon aus, daß die Geschichte weitestgehend korrekt dargestellt wird, und diese Teile des Buches sind wirklich interessant. So hatte ich bisher z. B. keine Ahnung, daß Wilhelm der Eroberer die Insel nicht nur erorbert hat, sondern auch einige wichtige Reformen durchgeführt hat oder durchführen wollte. Und selbst bei seinen grausamsten Verbrechen bekommt man noch einen Hinweis darauf, was ihn dazu motiviert haben könnte. Daß man einen guten Grund gehabt zu haben glaubt, macht das Enteignen oder gar Töten hunderter von Menschen natürlich nicht akzeptabel oder entschuldbar, aber ein Mensch, der selbst felsenfest davon überzeugt ist, daß Gott ihn zum Regieren bestimmt hat, kann wohl schon auf komische Gedanken kommen. Kriege ich Ärger, wenn ich als Beispiel ein paar Personen aus der Gegenwart nenne?...Na, ich lasse es lieber.
Sonntag, 13. September 2009
Samstag, 12. September 2009
Kimberly Raye: Slippery When Wet
Jaycee Anderson und ihre Schwester Riley Vaughn haben von ihrem Vater ein NASCAR Racing Team geerbt. Jaycee ist die einzige weibliche Fahrerin bei diesen Autorennen, doch sie und ihre Schwester brauchen Geld, und daher einen Sponsor. Ihr einziger Sponsor ist jedoch der Hersteller eines Energydrinks, der darauf besteht, daß die eher burschikose Jaycee sich ein feminineres Image zulegt. Außerdem verliebt sich Jaycee auch noch in ihren stärksten Konkurrenten auf der Rennstrecke, Rory Canyon...
Worte reichen kaum aus um zu beschreiben, wie grauenhaft dieses Buch ist. Nichts, was darin passiert, ist auch nur das kleinste bißchen logisch oder plausibel - und es macht noch nicht mal Spaß, es zu lesen. Aber fangen wir mit etwas Positivem an: Jaycee hat den Röntgenblick, was diese Szene beweist:
"Her eyes snapped open and she found Rory Canyon looming over her. He wore gray sweatpants that hung low on his hips. A thin line of dark black hair bisected his six-pack abs and funneled to a thin line that disappeared into the waistband of his pants. A crisp white Xtreme Racing T-shirt emphasized his broad chest and heavily muscled arms."
Verweilen wir doch einen Moment bei dieser Szene und analysieren sie. Jaycee kann also Rorys Brusthaare sehen, obwohl er ein T-Shirt trägt. Natürlich wäre es möglich, daß das T-Shirt durchsichtig ist, was Rory noch uncooler machen würde, als er sowieso schon ist. Aber nehmen wir an, daß Jaycee durch Kleidung durchgucken kann. IGITT!!! Was macht sie denn, wenn statt eines jungen und durchtrainierten Mannes ein fetter Alter vor ihr steht, auf dessen ausladendem Bauch ein brennendes Herz und der Schriftzug "Brunhilde 4ever" tätowiert ist? Oder wenn dieser Typ sich umdreht und ihr seinen haarigen Rücken zudreht? Wie muß sich eine junge Frau fühlen, die wirklich jeden Tag Arschgeweihe sieht? Nicht nur eins oder zwei, sondern Dutzende, eins fieser als das nächste? Was ist mit Brustwarzenpiercings oder auf spektakuläre Weise fehlgeschlagenen Brustvergrößerungen? Oder was passiert, wenn ihre Krankheit eines Tages fortschreitet und sie nicht nur die Ober- sondern auch die Unterkörper ihrer Mitmenschen durch die Kleidung sieht? Nun, andererseits könnte Jaycee dann sicherlich auf jedem Flughafen der Welt sofort einen Job bekommen. Falls es mit den Autorennen mal nicht mehr so klappt.
Aber weiter mit dem Buch, oder besser gesagt: mit dieser in Papier manifestierten Gehirnkrankheit. Die Sache mit dem Sponsor, der Jaycee eine Lifestyleberatung verpaßt, ist von vorn bis hinten kompletter Blödsinn, wie jeder weiß, der schon mal bei einem Autorennen auf die Zuschauer geachtet oder die Werbung von einem Energydrink gesehen hat. Jaycee soll sich nämlich in damenhaften Pastellkostümen zeigen, zugunsten von Sojasprossensandwiches auf Burger verzichten, und sie soll meditieren. Als Krönung wird ihre Website dann noch mit Musik von Michael Bolton unterlegt. Das laßt euch jetzt mal durch den Kopf gehen. Ich würde ohne Bedenken mein nächstes Gehalt darauf verwetten, daß weibliche Fans von Autorennen weder damenhafte Pastellkostüme tragen noch Michael Bolton hören (eigentlich sollte den niemand hören, aber das ist wieder ein anderes Thema). Und essen Energydrink-Konsumenten Sojasprossensandwiches? Ich glaube nicht!
Und dann ist da noch Rory, der sich nicht in Jaycee verlieben will, obwohl er total hingerissen von ihr ist, seit sie sich die Beine rasiert. Rorys Papa hat nämlich einen halboffiziellen Herrenclub namens Himanists gegründet (Wortspiel mit Humanists. Haha. Wartet einen Moment, bis ich mich von meinem Lachkrampf erholt habe). Die Himanists sind sowas ähnliches wie Al Bundys NO MA'AM Verein: sie setzen sich für eine Welt ein, in der Männer noch Männer sind und Frauen sich um Kinder, Küche und Kirche kümmern. Selbstbewußte, berufstätige Frauen sind da absolut tabu. Nun ist Jaycee zwar nicht besonders selbstbewußt, aber Rennfahrerin ist für Rory und seinen Papa ein irgendwie unweiblicher Beruf, und Rory befürchtet, enterbt zu werden, falls er was mit ihr anfängt.
Oder in anderen Worten: Rennfahrerin muß lernen, auf Stöckelschuhen zu gehen und ihr Möchtegern-Lover läßt sich bei der Wahl seiner Freundin von den verkorksten Vorstellungen seines durchgeknallten Papas beeinflussen.
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Worte reichen kaum aus um zu beschreiben, wie grauenhaft dieses Buch ist. Nichts, was darin passiert, ist auch nur das kleinste bißchen logisch oder plausibel - und es macht noch nicht mal Spaß, es zu lesen. Aber fangen wir mit etwas Positivem an: Jaycee hat den Röntgenblick, was diese Szene beweist:
"Her eyes snapped open and she found Rory Canyon looming over her. He wore gray sweatpants that hung low on his hips. A thin line of dark black hair bisected his six-pack abs and funneled to a thin line that disappeared into the waistband of his pants. A crisp white Xtreme Racing T-shirt emphasized his broad chest and heavily muscled arms."
Verweilen wir doch einen Moment bei dieser Szene und analysieren sie. Jaycee kann also Rorys Brusthaare sehen, obwohl er ein T-Shirt trägt. Natürlich wäre es möglich, daß das T-Shirt durchsichtig ist, was Rory noch uncooler machen würde, als er sowieso schon ist. Aber nehmen wir an, daß Jaycee durch Kleidung durchgucken kann. IGITT!!! Was macht sie denn, wenn statt eines jungen und durchtrainierten Mannes ein fetter Alter vor ihr steht, auf dessen ausladendem Bauch ein brennendes Herz und der Schriftzug "Brunhilde 4ever" tätowiert ist? Oder wenn dieser Typ sich umdreht und ihr seinen haarigen Rücken zudreht? Wie muß sich eine junge Frau fühlen, die wirklich jeden Tag Arschgeweihe sieht? Nicht nur eins oder zwei, sondern Dutzende, eins fieser als das nächste? Was ist mit Brustwarzenpiercings oder auf spektakuläre Weise fehlgeschlagenen Brustvergrößerungen? Oder was passiert, wenn ihre Krankheit eines Tages fortschreitet und sie nicht nur die Ober- sondern auch die Unterkörper ihrer Mitmenschen durch die Kleidung sieht? Nun, andererseits könnte Jaycee dann sicherlich auf jedem Flughafen der Welt sofort einen Job bekommen. Falls es mit den Autorennen mal nicht mehr so klappt.
Aber weiter mit dem Buch, oder besser gesagt: mit dieser in Papier manifestierten Gehirnkrankheit. Die Sache mit dem Sponsor, der Jaycee eine Lifestyleberatung verpaßt, ist von vorn bis hinten kompletter Blödsinn, wie jeder weiß, der schon mal bei einem Autorennen auf die Zuschauer geachtet oder die Werbung von einem Energydrink gesehen hat. Jaycee soll sich nämlich in damenhaften Pastellkostümen zeigen, zugunsten von Sojasprossensandwiches auf Burger verzichten, und sie soll meditieren. Als Krönung wird ihre Website dann noch mit Musik von Michael Bolton unterlegt. Das laßt euch jetzt mal durch den Kopf gehen. Ich würde ohne Bedenken mein nächstes Gehalt darauf verwetten, daß weibliche Fans von Autorennen weder damenhafte Pastellkostüme tragen noch Michael Bolton hören (eigentlich sollte den niemand hören, aber das ist wieder ein anderes Thema). Und essen Energydrink-Konsumenten Sojasprossensandwiches? Ich glaube nicht!
Und dann ist da noch Rory, der sich nicht in Jaycee verlieben will, obwohl er total hingerissen von ihr ist, seit sie sich die Beine rasiert. Rorys Papa hat nämlich einen halboffiziellen Herrenclub namens Himanists gegründet (Wortspiel mit Humanists. Haha. Wartet einen Moment, bis ich mich von meinem Lachkrampf erholt habe). Die Himanists sind sowas ähnliches wie Al Bundys NO MA'AM Verein: sie setzen sich für eine Welt ein, in der Männer noch Männer sind und Frauen sich um Kinder, Küche und Kirche kümmern. Selbstbewußte, berufstätige Frauen sind da absolut tabu. Nun ist Jaycee zwar nicht besonders selbstbewußt, aber Rennfahrerin ist für Rory und seinen Papa ein irgendwie unweiblicher Beruf, und Rory befürchtet, enterbt zu werden, falls er was mit ihr anfängt.
Oder in anderen Worten: Rennfahrerin muß lernen, auf Stöckelschuhen zu gehen und ihr Möchtegern-Lover läßt sich bei der Wahl seiner Freundin von den verkorksten Vorstellungen seines durchgeknallten Papas beeinflussen.
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Ariana Franklin: Mistress of the Art of Death
England im Jahr 1170: in Cambridge sind mehre Kinder verschwunden und auf grausame Art getötet worden. Die Stadtbevölkerung beschuldigt die Juden, die deswegen aus ihren Häusern flüchten und auf der Burg Zuflucht suchen mußten. König Henry II liegt daran, den wahren Schuldigen der Kindermorde zu finden, denn er braucht die Juden als Steuerzahler und Kreditgeber. Aus Salerno in Italien wird deswegen die junge Ärztin Vesuvia Adelia Rachel Ortese Aguilar nach England befohlen, denn Adelia hat besondere Kenntnisse: sie ist eine Totenleserin, die vom Zustand einer Leiche Rückschlüsse auf die Todesart ziehen kann. Als Adelia in Cambridge ankommt, versuchen sie und ihre Reisegefährten unter der mißtrauischen Beobachtung der Stadtbewohner und der Kirche, die Verbrechen aufzuklären. Doch der Mörder merkt, daß man ihm auf die Spur kommt, und beginnt Adelia und ihre Freunde anzugreifen...
Mistress of the Art of Death ist ein spannender Krimi, wie er sein soll. Langsam erhält Adelia - und damit auch der Leser - immer mehr Hinweise, was geschehen sein könnte, bis zur spannenden und dramatischen Auflösung. Die Charaktere des Buches wirken weitestgehend realistisch, denn auch die "Guten" haben gute und schlechte Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen.
Mit Adelia selbst hatte ich allerdings ein kleines Problem, denn in einer Hinsicht kann ich sie überhaupt nicht verstehen. Sie ist eigentlich eine sehr mitfühlende Person: sie haßt, was den getöteten Kindern angetan wurde, und deren Verwandte tun ihr leid. Da sie als Ärztin ausgebildet ist, versucht sie alles, um Kranken und Verletzten zu helfen. Doch ihr eigenes Schicksal nimmt sie mit verblüffender Gelassenheit hin.
Man muß sich das mal vorstellen: Adelia ist eine junge Frau, die ihre geliebten Pflegeeltern verlassen muß, um eine monatelange, beschwerliche und gefährliche Reise in ein fremdes Land anzutreten. Unterwegs stirbt ihre beste Freundin und Vertraute. In England angekommen, muß ihr Reisegefährte Mansur vorgeben, der Arzt zu sein, und Adelia selbst muß als seine Gehilfin auftreten, denn die Einwohner von Cambridge sind der festen Überzeugung, daß es Hexerei ist, wenn eine Frau etwas anderes tut als putzen, kochen, beten und Kinder kriegen. Schließlich steht sie sogar völlig mittellos da, denn als Frau kann sie das für sie hinterlegte Geld nicht beim Bankier abheben. Am Ende des Buches befiehlt König Henry Adelia, in England zu bleiben. Und auch da bleibt sie noch ziemlich ruhig! Also ich hätte an ihrer Stelle geschrien und getobt und versucht, zu fliehen.
Trotzdem fand ich das Buch sehr unterhaltsam, und das ist schließlich die Hauptsache.
Mistress of the Art of Death ist ein spannender Krimi, wie er sein soll. Langsam erhält Adelia - und damit auch der Leser - immer mehr Hinweise, was geschehen sein könnte, bis zur spannenden und dramatischen Auflösung. Die Charaktere des Buches wirken weitestgehend realistisch, denn auch die "Guten" haben gute und schlechte Eigenschaften, Vorlieben und Abneigungen.
Mit Adelia selbst hatte ich allerdings ein kleines Problem, denn in einer Hinsicht kann ich sie überhaupt nicht verstehen. Sie ist eigentlich eine sehr mitfühlende Person: sie haßt, was den getöteten Kindern angetan wurde, und deren Verwandte tun ihr leid. Da sie als Ärztin ausgebildet ist, versucht sie alles, um Kranken und Verletzten zu helfen. Doch ihr eigenes Schicksal nimmt sie mit verblüffender Gelassenheit hin.
Man muß sich das mal vorstellen: Adelia ist eine junge Frau, die ihre geliebten Pflegeeltern verlassen muß, um eine monatelange, beschwerliche und gefährliche Reise in ein fremdes Land anzutreten. Unterwegs stirbt ihre beste Freundin und Vertraute. In England angekommen, muß ihr Reisegefährte Mansur vorgeben, der Arzt zu sein, und Adelia selbst muß als seine Gehilfin auftreten, denn die Einwohner von Cambridge sind der festen Überzeugung, daß es Hexerei ist, wenn eine Frau etwas anderes tut als putzen, kochen, beten und Kinder kriegen. Schließlich steht sie sogar völlig mittellos da, denn als Frau kann sie das für sie hinterlegte Geld nicht beim Bankier abheben. Am Ende des Buches befiehlt König Henry Adelia, in England zu bleiben. Und auch da bleibt sie noch ziemlich ruhig! Also ich hätte an ihrer Stelle geschrien und getobt und versucht, zu fliehen.
Trotzdem fand ich das Buch sehr unterhaltsam, und das ist schließlich die Hauptsache.
Dienstag, 8. September 2009
Bücher, die man nicht lesen kann, Teil 2: Sally MacKenzie: The Naked Baron
Wieder ein Regency-Roman: Grace Belmont ist als Debütantin in London, obwohl sie eigentlich schon so gut wie verlobt mit einem Nachbarn ihres Vaters ist. Begleitet wird sie von ihrer verwitweten Tante Lady Kate Oxbury. Leider verliebt sich Grace ausgerechnet in David Wilton, Baron Dawson, den ihr Vater aufgrund einer tragischen Geschichte in der Vergangenheit niemals als Schwiedersohn akzeptieren würde. Unterdessen erneuert Kate ihre Bekanntschaft mit Davids Onkel Alex Wilton, in den sie vor ihrer Ehe unsterblich verliebt war...
So weit so gut: das ganze hört sich zwar nicht weltbewegend und innovativ an, aber doch nach ein paar Stunden leichter, angenehmer Unterhaltung. Die wird aber leider nicht geboten.
Ich vermute, daß die Autorin ein Problem hatte: die Handlung des Buches reicht gerade mal für vielleicht 50 Seiten - wenn man eine relativ große Schrift wählt. Also brauchte sie so etwas wie literarisches Füllmaterial. Dieses literarische Füllmaterial besteht leider daraus, daß die vier Protagonisten sich seitenlang immer dieselben Gedanken durch den Kopf gehen lassen. Das geht in etwa so:
Grace: Oh mein Gott, dieser David ist sowas von süüüß!!! Aber ich soll doch den John heiraten, der mich immer mit Geschichten über seine Rosenzucht langweilt. Aber David ist so süüüß!!!
David: Diese Grace ist so scharf! Ich muß sie haben! Ich will sie heiraten! Ich muß mich hinter einer Topfpflanze verstecken, weil sonst jeder sieht, daß ich einen Ständer bekomme!
Kate: Da ist Alex! Ich steh auf ihn! Aber will er noch was von mir? Will ich was von ihm? Was will ich überhaupt?
Alex: Geil, da ist Kate! Aber will sie noch was von mir? Was will ich von ihr? Ich muß mich hinter einer Topfpflanze verstecken, weil...usw. usw. usw.
So geht das in einem fort. Wirklich. Die Anfangsszene des Buches spielt auf einem Ball, wo man sich sieht und sich die beschriebenen Gedanken durch den Kopf gehen läßt. Es wird getanzt und man schleicht sich für ein paar heimliche Küsse in den Garten, und die Beschreibung des Balls nimmt insgesamt 66 Seiten in Anspruch.
Da ist die Nacht aber noch jung und geht weiter. Unsere wackere Kate hat ihren Alex nämlich zu einem nächtlichen Rendezvous in ihrem Schlafzimmer eingeladen, natürlich nicht, ohne daß beide sich vorher Seiten... und Seiten...und seitenlang darüber Gedanken gemacht haben, was die Menschheit im Allgemeinen und die jeweils andere Person im Besonderen deswegen von ihnen denken wird.
Alex geht also bei Kate fensterln, während Grace nebenan ihren Rausch ausschläft. Auf Seite 110 - wie gesagt, immer noch am selben Abend, an dem das Buch anfing - kommt er in Kates Zimmer an. Sie denken wieder ein paar Seiten lang interessante Gedanken, quatschen ein bißchen, und auf Seite 114 fangen sie mit dem Vorspiel an. Das geht bis Seite 126, bevor es dann auf Seite 127 endlich zum Akt kommt, der übrigens selbst nur einen Absatz in Anspruch nimmt.
An dieser Stelle habe ich entnervt aufgegeben. Ich sag ja immer, daß die Leute mehr denken sollen, und dabei bleibe ich auch. Nur so können Sendungen wie "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" (aka Die Dschungel-Vollidioten) und Wahlerfolge für die Linken verhindert werden. Aber wenn ich an den Gedanken von Romanfiguren teilhaben soll, dann ist es ja wohl nicht zuviel verlangt, daß diese Gedanken irgendeinen Sinn ergeben und sich nicht einfach nur seitenlang wiederholen, obwohl sie schon von Anfang an ziemlich langweilig und uninteressant waren.
Mir reicht's, und Frau MacKenzie kann sich bei mir noch mal melden, wenn sie ein Buch mit einer Handlung geschrieben hat.
So weit so gut: das ganze hört sich zwar nicht weltbewegend und innovativ an, aber doch nach ein paar Stunden leichter, angenehmer Unterhaltung. Die wird aber leider nicht geboten.
Ich vermute, daß die Autorin ein Problem hatte: die Handlung des Buches reicht gerade mal für vielleicht 50 Seiten - wenn man eine relativ große Schrift wählt. Also brauchte sie so etwas wie literarisches Füllmaterial. Dieses literarische Füllmaterial besteht leider daraus, daß die vier Protagonisten sich seitenlang immer dieselben Gedanken durch den Kopf gehen lassen. Das geht in etwa so:
Grace: Oh mein Gott, dieser David ist sowas von süüüß!!! Aber ich soll doch den John heiraten, der mich immer mit Geschichten über seine Rosenzucht langweilt. Aber David ist so süüüß!!!
David: Diese Grace ist so scharf! Ich muß sie haben! Ich will sie heiraten! Ich muß mich hinter einer Topfpflanze verstecken, weil sonst jeder sieht, daß ich einen Ständer bekomme!
Kate: Da ist Alex! Ich steh auf ihn! Aber will er noch was von mir? Will ich was von ihm? Was will ich überhaupt?
Alex: Geil, da ist Kate! Aber will sie noch was von mir? Was will ich von ihr? Ich muß mich hinter einer Topfpflanze verstecken, weil...usw. usw. usw.
So geht das in einem fort. Wirklich. Die Anfangsszene des Buches spielt auf einem Ball, wo man sich sieht und sich die beschriebenen Gedanken durch den Kopf gehen läßt. Es wird getanzt und man schleicht sich für ein paar heimliche Küsse in den Garten, und die Beschreibung des Balls nimmt insgesamt 66 Seiten in Anspruch.
Da ist die Nacht aber noch jung und geht weiter. Unsere wackere Kate hat ihren Alex nämlich zu einem nächtlichen Rendezvous in ihrem Schlafzimmer eingeladen, natürlich nicht, ohne daß beide sich vorher Seiten... und Seiten...und seitenlang darüber Gedanken gemacht haben, was die Menschheit im Allgemeinen und die jeweils andere Person im Besonderen deswegen von ihnen denken wird.
Alex geht also bei Kate fensterln, während Grace nebenan ihren Rausch ausschläft. Auf Seite 110 - wie gesagt, immer noch am selben Abend, an dem das Buch anfing - kommt er in Kates Zimmer an. Sie denken wieder ein paar Seiten lang interessante Gedanken, quatschen ein bißchen, und auf Seite 114 fangen sie mit dem Vorspiel an. Das geht bis Seite 126, bevor es dann auf Seite 127 endlich zum Akt kommt, der übrigens selbst nur einen Absatz in Anspruch nimmt.
An dieser Stelle habe ich entnervt aufgegeben. Ich sag ja immer, daß die Leute mehr denken sollen, und dabei bleibe ich auch. Nur so können Sendungen wie "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" (aka Die Dschungel-Vollidioten) und Wahlerfolge für die Linken verhindert werden. Aber wenn ich an den Gedanken von Romanfiguren teilhaben soll, dann ist es ja wohl nicht zuviel verlangt, daß diese Gedanken irgendeinen Sinn ergeben und sich nicht einfach nur seitenlang wiederholen, obwohl sie schon von Anfang an ziemlich langweilig und uninteressant waren.
Mir reicht's, und Frau MacKenzie kann sich bei mir noch mal melden, wenn sie ein Buch mit einer Handlung geschrieben hat.
Bücher, die man nicht lesen kann oder: Der unaufhaltsame Abstieg von Loretta Chase
Geht euch das manchmal auch so? Man kauft oder leiht sich ein Buch, freut sich darauf, es zu lesen, und dann hat es irgendetwas an sich, irgendeine Eigenschaft, die es einem unmöglich macht, das Buch zu lesen. Gelegentlich ist es ja nur so, daß man das richtige Buch zur falschen Zeit in der Hand hat - also z. B. einen historischen Liebesroman, wenn man eigentlich lieber einen in der Gegenwart spielenden Thriller lesen möchte. Dann liest man den Liebesroman vielleicht ein paar Wochen später und findet ihn super. Bei anderen Büchern weiß man aber schon nach ein paar Seiten, daß sie etwas haben, das das Lesevergnügen total und für immer vermiest.
Für mich entwickelt sich Loretta Chase in letzter Zeit zu einer Spezialistin für solche Bücher, obwohl ich an sich ihren Schreibstil sehr mag und einige ihrer Bücher für mich zu den besten ihres Genres gehören - wobei ich das von vielen verehrte "Lord of Scoundrels" nicht ganz so gut wie "The Last Hellion" fand. Bei "Lord of Scoundrels" meine ich mich zu erinnern, daß mich das doch recht fehlerhafte Italienisch das Helden sowie dessen neurotisches Gehabe (oh mein Gott, meine Braut ist so zierlich! Sie wird sterben, wenn wir Sex haben! - weibliche Dackel können doch auch von männlichen Doggen bestiegen werden, oder? Ehrlich gesagt: so ganz sicher bin ich mir nicht...aber wenn die Dogge ein bißchen gelenkig ist und der Dackel nicht so doll zappelt, sollte es möglich sein, nicht wahr...?) ein wenig gestört hat. Das beste Loretta Chase-Buch aller Zeiten und eines meiner Lieblingsbücher ist allerdings Lord Perfect. An diesem Buch stimmt wirklich alles. Aber zurück in die Gegenwart. Your Scandalous Ways war für mich eine herbe Enttäuschung, da reihte sich einfach nur ein Klischee ans nächste, und das noch nicht einmal auf eine besonders charmante oder unterhaltsame Art und Weise. Ich habe nur die ersten ca. 100 Seiten gelesen. Nach positiven Bewertungen von allen, die im Internet Rang und Namen haben, hatte ich mich aber schon sehr auf ihr neues Buch, Don't Tempt Me, gefreut.
Darin geht es um eine dem englischen Hochadel entstammende Frau - das ist Zoe Lexham, die Heldin -, die als 12jährige entführt und in einen Harem verkauft worden ist. Mit Anfang/Mitte 20 ist ihr die Flucht gelungen, und sie ist wieder bei ihrer Familie. Das ganze ist natürlich äußerst skandalös, und Lucien de Grey, der Herzog von Marchmont, ein Freund der Familie und Held dieser Geschichte, soll ihr dazu verhelfen, daß sie in der sogenannten guten Gesellschaft wieder akzeptiert wird. So weit, so gut - eine Ex-Haremsdame als Heldin, auch wenn ihr Scheich, Kalif, oder was immer er war, praktischerweise impotent war und sie somit eine liebesromankonventionskonforme Jungfrau ist, ist ja wirklich mal was anderes.
Zusammen mit dem Schreibstil von Loretta Chase, den ich ja, wie schon erwähnt, wirklich mag, sind das eigentlich die besten Voraussetzungen für einen schönen, mitreißenden, spannenden Roman. Aber dann geht's los. Der Held, Lucien, ist eine wandelnde, wenn auch soweit ganz sympathische, Ansammlung von Liebesromanheldenklischees. Das fängt beim Namen an - hat eigentlich mal jemand eine Statistik darüber angefertigt, wie viele Liebesromanhelden namens Lucien oder Damien es gibt? Ich weiß nicht, wie viele es sind, aber es sind auf jeden Fall zu viele. Warum können die nicht einfach mal John, James oder Theodor heißen? Außerdem ist er kalt und zynisch, doch in seinem Inneren verbirgt sich eine verletzliche Seele die sich fürchtet, zu lieben, weil zu viele seiner Angehörigen zu früh gestorben sind. Das hatten wir noch nicht, oder? Na ja, nur so in etwa jedem zweiten Liebesroman seit Erfindung des Genres. Und natürlich ist dieser Lucien auch attraktiv, ohne dabei jedoch übertriebenen Wert auf sein Äußeres zu legen, und alle Frauen fliegen auf ihn.
Das sind aber alles noch Dinge, die mich nicht so sehr stören - wenn sie es täten, müßte ich ja einen riesengroßen Bogen um alle Liebesromane machen, nicht wahr? Es geht aber damit weiter, daß ausgerechnet dieser laut Beschreibung recht skandalumwitterte Lucien dafür sorgen soll, daß Zoe ihren guten Ruf wiedererlangt. Wäre es da nicht logischer, wenn sie von jemandem betreut und eskortiert wird, der selbst über jeden Zweifel erhaben ist? Macht man nicht den Bock zum Gärtner, wenn der Wüstling die Ex-Haremsdame in ein Vorbild an Anstand, Keuschheit und guten Manieren verwandeln soll?
Doch auch das ist zwar unlogisch, aber noch nicht so schlimm, denn der unterhaltsame Schreibstil des Buches läßt mich einiges verzeihen, und Lucien ist ein sympathischer Held, auch wenn er aus einem Liebesromanhelden-Baukasten kommt. Ich mag ihn.
Das größte Problem ist für mich Zoe. Zoe ist, nun ja, blöd. Nicht blöd im Sinne von "sie mußte die erste Schulklasse 3 x wiederholen und kann bis heute nicht wirklich lesen", sondern im Sinne von "ihr Verhalten ist dämlich und komplett unlogisch". Zoe wollte nach eigenem Bekunden aus dem Harem flüchten und zu ihrer Familie zurückkehren, um das Leben zu führen, das ihr zusteht. Ja warum zum Teufel macht sie denn dann nicht genau das? Aber nein, Zoe muß ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit klarstellen, wie unkonventionell sie ist und wie schnurzegal ihr alle Regeln der Gesellschaft sind. Klar: mich würde es auch ausgesprochen nerven, wenn ich nur mit Anstandsdame das Haus verlassen dürfte und meine männlichen Verwandten um Erlaubnis fragen müßte, bevor ich auf eine Party gehen, ein Kleid kaufen oder irgendetwas anderes machen könnte. Aber Zoe will ja angeblich genau diese Lebensart. Sie will respektiert werden, tut aber gleichzeitig alles um zu verhindern, daß die anderen Mitglieder ihrer Gesellschaftsschicht sie als eine der ihren anerkennen. Als Kind war sie dafür bekannt, daß sie ständig abgehauen ist. Jetzt ist sie gerade dem Harem entkommen und fängt wieder an, abzuhauen, wenn ihr etwas nicht in den Kram paßt - wie z. B. Lektionen im guten Benehmen. Hallo? Was glaubt sie denn - daß ihr die Bewunderung der oberen Zehntausend zuteil wird, wenn sie gerade mal weiß, wie man mit den Fingern Falafel ißt?
Zoe muß ihre Zofe - die sie erst vor wenigen Tagen kennengelernt hat - zu ihrer Vertrauten machen:
When [...] Jarvis had relaxed a degree, Zoe startled her by stroking her arm.
"Where I've come from", Zoe said gently, "we say what's in our hearts and we touch, as you do not", she said. "My husband, Karim, gave me a slave, Minhat. With her I could share what was in my heart, as I couldn't do with the other wives or concubines or slaves. You're not a slave, but you are my Minhat. If we can't speak freely together, then there's no one with whom I can do so. My sisters are all crazy. They all think I'm crazy. None of them can be my Minhat. Wherever I go, you'll go with me. When I marry, you'll come with me to my husband's house. You must speak your heart, always."
Wenn ihr mich fragt, müßte diese Zoe sich mal den Kopf untersuchen lassen. Und wäre die Zofe Jarvis ein Mensch und nicht eine Nebenfigur in einem Liebesroman, hätte sie an dieser Stelle die Beine in die Hand genommen und das Weite gesucht. Mal ganz davon abgesehen, daß es in Zoes Situation mit Sicherheit eine ausgesprochen blöde Idee ist, die Zofe zu ihrer Vertrauten zu machen: einerseits ist Zoe dadurch erpreßbar wenn sie mal was verbotenes tut, andererseits braucht die Zofe ja nur mal ein bißchen Klatsch mit der Köchin der Gräfin von nebenan auszutauschen, schon weiß die ganze Stadt, was Zoe tut.
Der Schwachsinn wird aber noch schlimmer. Zoe findet nämlich, daß Lucien ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenkt. Da das Telefon noch nicht erfunden ist, kann sie ihn nicht anrufen oder ihm eine SMS schicken. Einfach eine Nachricht mit einem Boten zu schicken, ist ihr aber auch nicht gut genug, also was macht sie? Ganz klar, sie sucht sich die gammeligste Mietkutsche von ganz London und steckt ihren Kopf aus dem Fenster, während sie damit an Luciens exklusivem Herrenklub vorbeifährt. Logo, das ist ja auch genau das richtige für ein Mädel, das im England des frühen 19. Jahrhunderts seinen guten Ruf reparieren und nicht ruinieren möchte.
Ich habe danach noch ein Stückchen weitergelesen, bis Lucien Zoe in einer anderen Kutsche verfolgt und sie schließlich in einem Park einholt und küßt.
Dann hat es mir gereicht. Das Buch wandert auf den "so schnell wie möglich loswerden"-Stapel. Ich denke nicht, daß es zuviel verlangt ist, daß ein Unterhaltungsroman eine halbwegs plausible Handlung hat. Sonst ist er ja nicht unterhaltsam. Liebe Frau Chase: Don't Tempt Me ist leider ein Flop und Zoe ist nicht bezaubernd und anbetungswürdig, sondern sie nervt.
Für mich entwickelt sich Loretta Chase in letzter Zeit zu einer Spezialistin für solche Bücher, obwohl ich an sich ihren Schreibstil sehr mag und einige ihrer Bücher für mich zu den besten ihres Genres gehören - wobei ich das von vielen verehrte "Lord of Scoundrels" nicht ganz so gut wie "The Last Hellion" fand. Bei "Lord of Scoundrels" meine ich mich zu erinnern, daß mich das doch recht fehlerhafte Italienisch das Helden sowie dessen neurotisches Gehabe (oh mein Gott, meine Braut ist so zierlich! Sie wird sterben, wenn wir Sex haben! - weibliche Dackel können doch auch von männlichen Doggen bestiegen werden, oder? Ehrlich gesagt: so ganz sicher bin ich mir nicht...aber wenn die Dogge ein bißchen gelenkig ist und der Dackel nicht so doll zappelt, sollte es möglich sein, nicht wahr...?) ein wenig gestört hat. Das beste Loretta Chase-Buch aller Zeiten und eines meiner Lieblingsbücher ist allerdings Lord Perfect. An diesem Buch stimmt wirklich alles. Aber zurück in die Gegenwart. Your Scandalous Ways war für mich eine herbe Enttäuschung, da reihte sich einfach nur ein Klischee ans nächste, und das noch nicht einmal auf eine besonders charmante oder unterhaltsame Art und Weise. Ich habe nur die ersten ca. 100 Seiten gelesen. Nach positiven Bewertungen von allen, die im Internet Rang und Namen haben, hatte ich mich aber schon sehr auf ihr neues Buch, Don't Tempt Me, gefreut.
Darin geht es um eine dem englischen Hochadel entstammende Frau - das ist Zoe Lexham, die Heldin -, die als 12jährige entführt und in einen Harem verkauft worden ist. Mit Anfang/Mitte 20 ist ihr die Flucht gelungen, und sie ist wieder bei ihrer Familie. Das ganze ist natürlich äußerst skandalös, und Lucien de Grey, der Herzog von Marchmont, ein Freund der Familie und Held dieser Geschichte, soll ihr dazu verhelfen, daß sie in der sogenannten guten Gesellschaft wieder akzeptiert wird. So weit, so gut - eine Ex-Haremsdame als Heldin, auch wenn ihr Scheich, Kalif, oder was immer er war, praktischerweise impotent war und sie somit eine liebesromankonventionskonforme Jungfrau ist, ist ja wirklich mal was anderes.
Zusammen mit dem Schreibstil von Loretta Chase, den ich ja, wie schon erwähnt, wirklich mag, sind das eigentlich die besten Voraussetzungen für einen schönen, mitreißenden, spannenden Roman. Aber dann geht's los. Der Held, Lucien, ist eine wandelnde, wenn auch soweit ganz sympathische, Ansammlung von Liebesromanheldenklischees. Das fängt beim Namen an - hat eigentlich mal jemand eine Statistik darüber angefertigt, wie viele Liebesromanhelden namens Lucien oder Damien es gibt? Ich weiß nicht, wie viele es sind, aber es sind auf jeden Fall zu viele. Warum können die nicht einfach mal John, James oder Theodor heißen? Außerdem ist er kalt und zynisch, doch in seinem Inneren verbirgt sich eine verletzliche Seele die sich fürchtet, zu lieben, weil zu viele seiner Angehörigen zu früh gestorben sind. Das hatten wir noch nicht, oder? Na ja, nur so in etwa jedem zweiten Liebesroman seit Erfindung des Genres. Und natürlich ist dieser Lucien auch attraktiv, ohne dabei jedoch übertriebenen Wert auf sein Äußeres zu legen, und alle Frauen fliegen auf ihn.
Das sind aber alles noch Dinge, die mich nicht so sehr stören - wenn sie es täten, müßte ich ja einen riesengroßen Bogen um alle Liebesromane machen, nicht wahr? Es geht aber damit weiter, daß ausgerechnet dieser laut Beschreibung recht skandalumwitterte Lucien dafür sorgen soll, daß Zoe ihren guten Ruf wiedererlangt. Wäre es da nicht logischer, wenn sie von jemandem betreut und eskortiert wird, der selbst über jeden Zweifel erhaben ist? Macht man nicht den Bock zum Gärtner, wenn der Wüstling die Ex-Haremsdame in ein Vorbild an Anstand, Keuschheit und guten Manieren verwandeln soll?
Doch auch das ist zwar unlogisch, aber noch nicht so schlimm, denn der unterhaltsame Schreibstil des Buches läßt mich einiges verzeihen, und Lucien ist ein sympathischer Held, auch wenn er aus einem Liebesromanhelden-Baukasten kommt. Ich mag ihn.
Das größte Problem ist für mich Zoe. Zoe ist, nun ja, blöd. Nicht blöd im Sinne von "sie mußte die erste Schulklasse 3 x wiederholen und kann bis heute nicht wirklich lesen", sondern im Sinne von "ihr Verhalten ist dämlich und komplett unlogisch". Zoe wollte nach eigenem Bekunden aus dem Harem flüchten und zu ihrer Familie zurückkehren, um das Leben zu führen, das ihr zusteht. Ja warum zum Teufel macht sie denn dann nicht genau das? Aber nein, Zoe muß ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit klarstellen, wie unkonventionell sie ist und wie schnurzegal ihr alle Regeln der Gesellschaft sind. Klar: mich würde es auch ausgesprochen nerven, wenn ich nur mit Anstandsdame das Haus verlassen dürfte und meine männlichen Verwandten um Erlaubnis fragen müßte, bevor ich auf eine Party gehen, ein Kleid kaufen oder irgendetwas anderes machen könnte. Aber Zoe will ja angeblich genau diese Lebensart. Sie will respektiert werden, tut aber gleichzeitig alles um zu verhindern, daß die anderen Mitglieder ihrer Gesellschaftsschicht sie als eine der ihren anerkennen. Als Kind war sie dafür bekannt, daß sie ständig abgehauen ist. Jetzt ist sie gerade dem Harem entkommen und fängt wieder an, abzuhauen, wenn ihr etwas nicht in den Kram paßt - wie z. B. Lektionen im guten Benehmen. Hallo? Was glaubt sie denn - daß ihr die Bewunderung der oberen Zehntausend zuteil wird, wenn sie gerade mal weiß, wie man mit den Fingern Falafel ißt?
Zoe muß ihre Zofe - die sie erst vor wenigen Tagen kennengelernt hat - zu ihrer Vertrauten machen:
When [...] Jarvis had relaxed a degree, Zoe startled her by stroking her arm.
"Where I've come from", Zoe said gently, "we say what's in our hearts and we touch, as you do not", she said. "My husband, Karim, gave me a slave, Minhat. With her I could share what was in my heart, as I couldn't do with the other wives or concubines or slaves. You're not a slave, but you are my Minhat. If we can't speak freely together, then there's no one with whom I can do so. My sisters are all crazy. They all think I'm crazy. None of them can be my Minhat. Wherever I go, you'll go with me. When I marry, you'll come with me to my husband's house. You must speak your heart, always."
Wenn ihr mich fragt, müßte diese Zoe sich mal den Kopf untersuchen lassen. Und wäre die Zofe Jarvis ein Mensch und nicht eine Nebenfigur in einem Liebesroman, hätte sie an dieser Stelle die Beine in die Hand genommen und das Weite gesucht. Mal ganz davon abgesehen, daß es in Zoes Situation mit Sicherheit eine ausgesprochen blöde Idee ist, die Zofe zu ihrer Vertrauten zu machen: einerseits ist Zoe dadurch erpreßbar wenn sie mal was verbotenes tut, andererseits braucht die Zofe ja nur mal ein bißchen Klatsch mit der Köchin der Gräfin von nebenan auszutauschen, schon weiß die ganze Stadt, was Zoe tut.
Der Schwachsinn wird aber noch schlimmer. Zoe findet nämlich, daß Lucien ihr nicht genug Aufmerksamkeit schenkt. Da das Telefon noch nicht erfunden ist, kann sie ihn nicht anrufen oder ihm eine SMS schicken. Einfach eine Nachricht mit einem Boten zu schicken, ist ihr aber auch nicht gut genug, also was macht sie? Ganz klar, sie sucht sich die gammeligste Mietkutsche von ganz London und steckt ihren Kopf aus dem Fenster, während sie damit an Luciens exklusivem Herrenklub vorbeifährt. Logo, das ist ja auch genau das richtige für ein Mädel, das im England des frühen 19. Jahrhunderts seinen guten Ruf reparieren und nicht ruinieren möchte.
Ich habe danach noch ein Stückchen weitergelesen, bis Lucien Zoe in einer anderen Kutsche verfolgt und sie schließlich in einem Park einholt und küßt.
Dann hat es mir gereicht. Das Buch wandert auf den "so schnell wie möglich loswerden"-Stapel. Ich denke nicht, daß es zuviel verlangt ist, daß ein Unterhaltungsroman eine halbwegs plausible Handlung hat. Sonst ist er ja nicht unterhaltsam. Liebe Frau Chase: Don't Tempt Me ist leider ein Flop und Zoe ist nicht bezaubernd und anbetungswürdig, sondern sie nervt.
Donnerstag, 3. September 2009
Sandra Brown: Smash Cut
Paul Wheeler, ein reicher, erfolgreicher Geschäftsmann, wird bei einem Raubüberfall erschossen. Sein Bruder, seine Schwägerin und seine Freundin Julie Rutledge sind am Boden zerstört, sein Neffe Creighton dagegen reagiert eher gleichgültig. Julie ist davon überzeugt, daß Creighton den Überfall veranlaßt hat, damit Paul getötet wird, doch zunächst will ihr niemand glauben - besonders da sie selbst verdächtigt wird, etwas mit dem Verbrechen zutun zu haben. Derek Mitchell, ein Staranwalt, soll zunächst Familie Wheeler unterstützen. Er fühlt sich unwiderstehlich zu Julie hingezogen, doch kann er ihren Anschuldigungen gegen Creighton glauben...?
Ja Leute, so soll ein Krimi sein. Das Buch hat mehr überraschende Wendungen als die Straße, die auf Teneriffa auf den Berg Teide führt (bin gerade dagewesen, und mir ist immer noch schwindelig), und das will wirklich was heißen. Von Sandra Brown-Büchern habe ich mich in den letzten paar Jahren ferngehalten, ich weiß gar nicht mehr so genau, warum eigentlich. Wahrscheinlich weil ihre Helden immer solche Arschlöcher waren - den aus Exclusive habe ich in eher unangenehmer Erinnerung. Ganz nebenbei: das gleiche trifft auf die frühen Tami Hoag-Bücher zu. Die Thriller, die sie heute schreibt, finde ich großartig. Smash Cut ist jedenfalls ein phantastisches Buch, das alles hat: die schon erwähnten überraschenden Wendungen in Hülle und Fülle, einen abgrundtief bösen Verbrecher, sympathische Hauptfiguren, die nicht dumm sind, und jede Menge Filmzitate. Und das ist alles so unglaublich spannend, daß ich das Buch in allerkürzester Zeit ausgelesen habe. Ich habe nur einen ganz winzigen, klitzekleinen und eigentlich unbedeutenden Kritikpunkt: Pauls Schwägerin heißt Sharon, aber ein paar Seiten lang heißt sie plötzlich Susan. Hätte das nicht jemand beim Verlag merken müssen? Egal: ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen für alle, die mal wieder einen superspannenden Krimi mit Happy End (soviel darf ich ja wohl verraten) lesen möchten.
Ja Leute, so soll ein Krimi sein. Das Buch hat mehr überraschende Wendungen als die Straße, die auf Teneriffa auf den Berg Teide führt (bin gerade dagewesen, und mir ist immer noch schwindelig), und das will wirklich was heißen. Von Sandra Brown-Büchern habe ich mich in den letzten paar Jahren ferngehalten, ich weiß gar nicht mehr so genau, warum eigentlich. Wahrscheinlich weil ihre Helden immer solche Arschlöcher waren - den aus Exclusive habe ich in eher unangenehmer Erinnerung. Ganz nebenbei: das gleiche trifft auf die frühen Tami Hoag-Bücher zu. Die Thriller, die sie heute schreibt, finde ich großartig. Smash Cut ist jedenfalls ein phantastisches Buch, das alles hat: die schon erwähnten überraschenden Wendungen in Hülle und Fülle, einen abgrundtief bösen Verbrecher, sympathische Hauptfiguren, die nicht dumm sind, und jede Menge Filmzitate. Und das ist alles so unglaublich spannend, daß ich das Buch in allerkürzester Zeit ausgelesen habe. Ich habe nur einen ganz winzigen, klitzekleinen und eigentlich unbedeutenden Kritikpunkt: Pauls Schwägerin heißt Sharon, aber ein paar Seiten lang heißt sie plötzlich Susan. Hätte das nicht jemand beim Verlag merken müssen? Egal: ich kann das Buch wirklich nur wärmstens empfehlen für alle, die mal wieder einen superspannenden Krimi mit Happy End (soviel darf ich ja wohl verraten) lesen möchten.
Rebecca Gablé: Der König der purpurnen Stadt
London im Jahr 1330: Jonah Durham ist Lehrling seines Cousins Rupert Hillock, eines Tuchhändlers. Da Rupert ein brutaler Trinker und seine Frau Elizabeth geisteskrank ist, hat Jonah keinen leichten Stand. Dies ändert sich, nachdem seine Großmutter stirbt und ihm ein Vermögen vermacht. Damit und mit einer Geschäftsidee, die von Philippa, der Königin von England, unterstützt wird, kann er sich endlich selbstständig machen. Jonah wird ein erfolgreicher Kaufmann, doch er macht sich auch eine Menge Feinde...
Alles in allem ist Der König der purpurnen Stadt ein sehr unterhaltsamer historischer Roman und keinen Augenblick lang langweilig, obwohl es ein ziemlich dickes Buch ist (perfekte Urlaubslektüre!). Es gibt sympathische und unsympathische Romanfiguren; zu den unsympathischen gehören für mich neben Rupert Jonahs Schwiegervater sowie der König Edward III, obschon die Autorin selbst in ihrem Nachwort schreibt, daß sie für ihn als historische Persönlichkeit eine Schwäche hat. Für mich ist er jedoch - soweit er hier als Romanfigur auftaucht - ein leichtsinniger, maßloser Verschwender, der nicht die geringste Rücksicht auf die Gefühle oder Wünsche anderer Menschen nimmt, noch nicht mal derer, die ihm eigentlich nahestehen. Gefallen hat mir aber, daß es so gut wie niemanden gibt, der nur gut und heldenhaft oder nur böse und niederträchtig ist. Jonah selbst finde ich als Protagonisten etwas problematisch, da er als äußerst verschlossen beschrieben wird. Dies bedeutet, daß der Leser zwar fast immer weiß, was ihn um- oder antreibt, Jonahs Mitmenschen aber meistens auf Vermutungen angewiesen sind. Und das gilt sogar für seine Frau und seine besten Freunde. Darüber hinaus verhält er sich häufig rücksichtslos und, was schlimmer ist, verlangt bedingungslosen Gehorsam von Frau, Kindern und Angestellten. Das ist höchstwahrscheinlich historisch korrekt, denn nach allem was ich weiß, war der Mann damals der Herr im Haus; aber es macht Jonah trotzdem nicht sympathischer. Er ist trotzdem kein Widerling, sondern im Grunde genommen ein anständiger Mensch, der zumindest niemanden betrügt.
Übrigens: die Handlung des Buches erstreckt sich über einen Zeitraum von 19 Jahren (1330 bis 1349). Ich fand es spannend und unterhaltsam, und würde jederzeit wieder einen Roman von Rebecca Gablé lesen.
Alles in allem ist Der König der purpurnen Stadt ein sehr unterhaltsamer historischer Roman und keinen Augenblick lang langweilig, obwohl es ein ziemlich dickes Buch ist (perfekte Urlaubslektüre!). Es gibt sympathische und unsympathische Romanfiguren; zu den unsympathischen gehören für mich neben Rupert Jonahs Schwiegervater sowie der König Edward III, obschon die Autorin selbst in ihrem Nachwort schreibt, daß sie für ihn als historische Persönlichkeit eine Schwäche hat. Für mich ist er jedoch - soweit er hier als Romanfigur auftaucht - ein leichtsinniger, maßloser Verschwender, der nicht die geringste Rücksicht auf die Gefühle oder Wünsche anderer Menschen nimmt, noch nicht mal derer, die ihm eigentlich nahestehen. Gefallen hat mir aber, daß es so gut wie niemanden gibt, der nur gut und heldenhaft oder nur böse und niederträchtig ist. Jonah selbst finde ich als Protagonisten etwas problematisch, da er als äußerst verschlossen beschrieben wird. Dies bedeutet, daß der Leser zwar fast immer weiß, was ihn um- oder antreibt, Jonahs Mitmenschen aber meistens auf Vermutungen angewiesen sind. Und das gilt sogar für seine Frau und seine besten Freunde. Darüber hinaus verhält er sich häufig rücksichtslos und, was schlimmer ist, verlangt bedingungslosen Gehorsam von Frau, Kindern und Angestellten. Das ist höchstwahrscheinlich historisch korrekt, denn nach allem was ich weiß, war der Mann damals der Herr im Haus; aber es macht Jonah trotzdem nicht sympathischer. Er ist trotzdem kein Widerling, sondern im Grunde genommen ein anständiger Mensch, der zumindest niemanden betrügt.
Übrigens: die Handlung des Buches erstreckt sich über einen Zeitraum von 19 Jahren (1330 bis 1349). Ich fand es spannend und unterhaltsam, und würde jederzeit wieder einen Roman von Rebecca Gablé lesen.
Mittwoch, 26. August 2009
Allison Brennan: Sudden Death
Im Augenblick habe ich wohl etwas Pech mit Büchern. Nach der Totalpleite mit dem Lilith Saintcrow-Buch wollte ich mir einen richtig schönen Romantic Suspense (Spannungsroman mit romantischen Elementen?) vornehmen. Leider hat mich Sudden Death auch nicht gerade vom Hocker gehauen. Die Suspense-Hälfte des Buches war ganz okay, der Romantic-Teil war dagegen alles andere.
Megan Elliott ist eine FBI-Agentin, die die Aufgabe hat, eine Reihe von grausamen Morden an ehemaligen amerikanischen Soldaten aufzuklären. Sie muß schnell sein, da die Morde offenbar immer weitergehen. Jack Kincaid ist der Anführer einer aus amerikanischen Ex-Soldaten bestehenden Söldnertruppe, und als einer seiner besten Freunde und Mitsöldner ermordet wird und die Polizei sich keine besondere Mühe mit der Aufklärung dieses Verbrechens zu geben scheint, schwört er, den Mörder seines Freundes zu finden. So kommt es, daß Megan und Jack zusammenarbeiten...
Wie gesagt, am Krimi-Teil des Buches gibt es nicht allzuviel auszusetzen: die Heldin besitzt logisches Denkvermögen und versteht sich durchzusetzen (außer, na klar, gegenüber dem Helden). Allerdings finde ich es schon ein bißchen eigenartig, daß das FBI einen Söldner und Freund eines der Mordopfer einfach so mir nichts, dir nichts zu allen Tatorten mitnimmt, mit ihm weitere Schritte diskutiert und ihm den Zugang zu allen möglichen vertraulichen Informationen gibt. Aber was weiß ich schon über die amerikanischen Gesetze, außer daß man dem Sheriff 80 $ geben muß wenn er meint, man habe an einem Stopschild nicht lange genug angehalten.
Der Liebesromanteil des Buches war entsetzlich, und das liegt hauptsächlich an Jack, der, sollte er durch einen unglücklichen Zufall lebendig werden, außer einem Tritt zwischen die Beine nichts von mir zu erwarten hätte. Jack nennt Megan Blondie, obwohl sie ihm direkt sagt, daß sie das nicht mag. Jack ist unerträglich arrogant. Und nicht besonders clever. An einer Stelle denkt er sich etwas in der Art von "ich habe ja eine militärische Ausbildung, da kann ich einen Mord doch mindestens so gut aufklären wie jeder Polizist, wenn nicht besser". Und erwähnte ich, daß er widerlich arrogant ist?
Als Jack und Megan zum ersten Mal Sex haben, kennen sie sich ungefähr seit einem Tag. Sie ist Ende 30, er Anfang 40 und war noch nie verliebt (ja ne, ist klar: er ist die maskuline Antwort auf die von vielen Liebesromanleserinnen gefürchteten 30jährigen Jungfrauen). Nach dem Sex geht ihm das folgende durch den Kopf: "But he knew her heart and her mind. [...] Her compassion was endless and her sense of right and wrong well formed. She was worthy of love." Au Backe, ich wünschte, es gäbe eine Szene, in der sie im Restaurant sturzbetrunken den Kellner anpöbelt und dann die Zeche prellt...
Noch einen oder zwei Tage später - das ganze Buch spielt in einem Zeitraum von 9 Tagen, von denen Megan an 6 Tagen, teilweise bewußtlos, im Krankenhaus liegt - schießt Jack der folgende Gedanke (oder sollte man von cerebraler Flatulenz sprechen?) durch den Kopf: "She was part of his life now, and he took care of what was his".
Ein paar Seiten später hat der gute Jack ein Problem damit, daß Megan in Begleitung einer Polizistin loszieht, um ein paar Zeugen zu befragen - könnte ja gefährlich für das kleine blonde Schätzchen sein, ungeachtet dessen, daß sie FBI-Agentin ist. Seine Meinung zu diesem Thema läßt er Megan dann auch wenige Seiten später mit den folgenden, gut gewählten Worten wissen: "I'll watch my back, Blondie. And I want to watch yours, too, so get back quick. I'll feel a lot better when you're in my line of sight." - Nein, leider tritt sie ihn hier immer noch nicht dahin, wo's weh tut.
Und um meine Bewunderung für Jacks Persönlichkeit komplett zu machen, läßt die Autorin mich auch noch seine Meinung zum Thema Folter wissen: "[...] Even if it's for the right reason, torture itself can't be done by someone who has a lot of empathy. [...]" Soso, es gibt also richtige und falsche Gründe, um jemanden zu foltern?
Am Ende des Buches folgt natürlich der Heiratsantrag, und Megan findet genau wie Jack, daß es eine großartige Idee ist, jemanden zu heiraten, den man seit weniger als zwei Wochen kennt. Ich weiß nicht genau, was ihr Problem ist, abgesehen davon, daß sie jeden bewundert, der in irgendeiner Form mit der US-Armee zu tun hat oder hatte. Sind nämlich alles Helden, die in der ganzen Welt Freiheit und Demokratie verteidigen. Vielleicht hat sie ja als Kind versehentlich mal die Parteisatzung der Republikaner verschluckt oder steckte mit George W. Bush in einem Fahrstuhl fest. Ich werde es niemals wissen. Fest steht nur, daß der Suspense-Teil des Buches weitestgehend okay, der Romance-Teil gräßlich und der Held ein arrogantes Arschloch ist.
Megan Elliott ist eine FBI-Agentin, die die Aufgabe hat, eine Reihe von grausamen Morden an ehemaligen amerikanischen Soldaten aufzuklären. Sie muß schnell sein, da die Morde offenbar immer weitergehen. Jack Kincaid ist der Anführer einer aus amerikanischen Ex-Soldaten bestehenden Söldnertruppe, und als einer seiner besten Freunde und Mitsöldner ermordet wird und die Polizei sich keine besondere Mühe mit der Aufklärung dieses Verbrechens zu geben scheint, schwört er, den Mörder seines Freundes zu finden. So kommt es, daß Megan und Jack zusammenarbeiten...
Wie gesagt, am Krimi-Teil des Buches gibt es nicht allzuviel auszusetzen: die Heldin besitzt logisches Denkvermögen und versteht sich durchzusetzen (außer, na klar, gegenüber dem Helden). Allerdings finde ich es schon ein bißchen eigenartig, daß das FBI einen Söldner und Freund eines der Mordopfer einfach so mir nichts, dir nichts zu allen Tatorten mitnimmt, mit ihm weitere Schritte diskutiert und ihm den Zugang zu allen möglichen vertraulichen Informationen gibt. Aber was weiß ich schon über die amerikanischen Gesetze, außer daß man dem Sheriff 80 $ geben muß wenn er meint, man habe an einem Stopschild nicht lange genug angehalten.
Der Liebesromanteil des Buches war entsetzlich, und das liegt hauptsächlich an Jack, der, sollte er durch einen unglücklichen Zufall lebendig werden, außer einem Tritt zwischen die Beine nichts von mir zu erwarten hätte. Jack nennt Megan Blondie, obwohl sie ihm direkt sagt, daß sie das nicht mag. Jack ist unerträglich arrogant. Und nicht besonders clever. An einer Stelle denkt er sich etwas in der Art von "ich habe ja eine militärische Ausbildung, da kann ich einen Mord doch mindestens so gut aufklären wie jeder Polizist, wenn nicht besser". Und erwähnte ich, daß er widerlich arrogant ist?
Als Jack und Megan zum ersten Mal Sex haben, kennen sie sich ungefähr seit einem Tag. Sie ist Ende 30, er Anfang 40 und war noch nie verliebt (ja ne, ist klar: er ist die maskuline Antwort auf die von vielen Liebesromanleserinnen gefürchteten 30jährigen Jungfrauen). Nach dem Sex geht ihm das folgende durch den Kopf: "But he knew her heart and her mind. [...] Her compassion was endless and her sense of right and wrong well formed. She was worthy of love." Au Backe, ich wünschte, es gäbe eine Szene, in der sie im Restaurant sturzbetrunken den Kellner anpöbelt und dann die Zeche prellt...
Noch einen oder zwei Tage später - das ganze Buch spielt in einem Zeitraum von 9 Tagen, von denen Megan an 6 Tagen, teilweise bewußtlos, im Krankenhaus liegt - schießt Jack der folgende Gedanke (oder sollte man von cerebraler Flatulenz sprechen?) durch den Kopf: "She was part of his life now, and he took care of what was his".
Ein paar Seiten später hat der gute Jack ein Problem damit, daß Megan in Begleitung einer Polizistin loszieht, um ein paar Zeugen zu befragen - könnte ja gefährlich für das kleine blonde Schätzchen sein, ungeachtet dessen, daß sie FBI-Agentin ist. Seine Meinung zu diesem Thema läßt er Megan dann auch wenige Seiten später mit den folgenden, gut gewählten Worten wissen: "I'll watch my back, Blondie. And I want to watch yours, too, so get back quick. I'll feel a lot better when you're in my line of sight." - Nein, leider tritt sie ihn hier immer noch nicht dahin, wo's weh tut.
Und um meine Bewunderung für Jacks Persönlichkeit komplett zu machen, läßt die Autorin mich auch noch seine Meinung zum Thema Folter wissen: "[...] Even if it's for the right reason, torture itself can't be done by someone who has a lot of empathy. [...]" Soso, es gibt also richtige und falsche Gründe, um jemanden zu foltern?
Am Ende des Buches folgt natürlich der Heiratsantrag, und Megan findet genau wie Jack, daß es eine großartige Idee ist, jemanden zu heiraten, den man seit weniger als zwei Wochen kennt. Ich weiß nicht genau, was ihr Problem ist, abgesehen davon, daß sie jeden bewundert, der in irgendeiner Form mit der US-Armee zu tun hat oder hatte. Sind nämlich alles Helden, die in der ganzen Welt Freiheit und Demokratie verteidigen. Vielleicht hat sie ja als Kind versehentlich mal die Parteisatzung der Republikaner verschluckt oder steckte mit George W. Bush in einem Fahrstuhl fest. Ich werde es niemals wissen. Fest steht nur, daß der Suspense-Teil des Buches weitestgehend okay, der Romance-Teil gräßlich und der Held ein arrogantes Arschloch ist.
Montag, 24. August 2009
Lilith Saintcrow: Night Shift
Dieses Buch ist schlecht. Grottenschlecht. So schlecht wie eine Autopanne an dem Tag, an dem man sein Handy verloren hat und aus dem ADAC ausgetreten ist, weil man sich über eine Gebührenerhöhung geärgert hat, die es vielleicht niemals geben wird..." Findet ihr diesen Satz merkwürdig? Herzlich willkommen beim eigenartigen Schreibstil von Lilith Saintcrow. Mir ist selten etwas derartig auf die Nerven gegangen wie dieses Buch. Dabei ist die Geschichte eigentlich ganz vielversprechend, wenn man Urban Fantasy mag: Jill Kismet ist eine sogenannte Jägerin (Hunter), die dafür sorgt, daß das wilde Treiben der Höllenbrut (Hellbreed) in ihrer Heimatstadt nicht außer Kontrolle gerät. Sie steht vor einem echten Problem, als plötzlich eine ganze Menge von Menschen von einem durchgedrehten Werwolf und einer offenbar entfleuchten Höllenbraut getötet werden. Zusammen mit ein paar beim FBI beschäftigten Wer- nicht Wölfen, sondern Raubkatzen muß sie die beiden übernatürlichen Verbrecher finden und aufhalten...
So weit, so gut. Aber der Schreibstil der Autorin ist wirklich grauenhaft. Kostprobe gefällig:
"My pulse beat high and thin in my throat. A sharp bloody noise trembled on my lips, burst free, and echoed like the voice of a bird battering at the side of a cage.
An iron cage, with horsehair cushions and old rusty stains crusting the elaborate scrollwork, while sick remembered pain roiled thorugh my nerves and the scar puckered and prickled, tingling."
Über die Heldin, Jill, erfährt man eine ganze Menge: sie trägt silberne Talismane in die Haare geflochten (was interessante Fragen aufwirft, wie z. B. wie sie es schafft, sich die Haare zu kämmen und zu waschen, und ob diese Talismane auch dann und wann mit Silberpolitur bearbeitet werden müssen) und einen magischen Rubin um den Hals. Sie trägt stets einen langen Ledertrenchcoat, der nach blutigen Gemetzeln einfach mit einem Gartenschlauch abgespritzt wird, sie war mal Prostituierte und säuft wie ein Loch. Wobei nicht ganz klar wird, warum sie letzteres tut: aufgrund ihres durch ein magisches Mal veränderten Stoffwechsels (da staunt ihr, was?) wird sie nämlich gar nicht betrunken. Na ja, das bißchen was sie ißt kann sie wohl auch trinken. In jedem Fall wird man überhaupt nicht warm mit Jill, sie ist noch nicht mal ein bißchen sympathisch. Und die anderen Personen haben in etwa soviel Charakter wie ein unbeschrifteter Post-it Zettel. Überhaupt wäre das ganze Buch nur halb so dick, wenn die Autorin Jill mit einem T-Shirt ausgestattet hätte, auf dem steht: Ich bin eine Kick-ass Heldin. Dadurch hätte man seitenweise Monologe in Kursivschrift, und sinnlose Dialoge, die etwa zur Hälfte aus dem Wort "fucking" bestehen, sparen können.
Mein Tip: dieses Buch bloß nicht lesen. Und wenn man wirklich mal Lust auf solches Zeug hat, kann man sich einfach Underworld auf DVD ausleihen. Das ist nicht viel anders, Kate Beckinsale hat auch Lederkleidung und eine doofe Frisur - allerdings ohne silberne Talismane oder Amulette - und der Schmerz ist schneller vorbei.
So weit, so gut. Aber der Schreibstil der Autorin ist wirklich grauenhaft. Kostprobe gefällig:
"My pulse beat high and thin in my throat. A sharp bloody noise trembled on my lips, burst free, and echoed like the voice of a bird battering at the side of a cage.
An iron cage, with horsehair cushions and old rusty stains crusting the elaborate scrollwork, while sick remembered pain roiled thorugh my nerves and the scar puckered and prickled, tingling."
Über die Heldin, Jill, erfährt man eine ganze Menge: sie trägt silberne Talismane in die Haare geflochten (was interessante Fragen aufwirft, wie z. B. wie sie es schafft, sich die Haare zu kämmen und zu waschen, und ob diese Talismane auch dann und wann mit Silberpolitur bearbeitet werden müssen) und einen magischen Rubin um den Hals. Sie trägt stets einen langen Ledertrenchcoat, der nach blutigen Gemetzeln einfach mit einem Gartenschlauch abgespritzt wird, sie war mal Prostituierte und säuft wie ein Loch. Wobei nicht ganz klar wird, warum sie letzteres tut: aufgrund ihres durch ein magisches Mal veränderten Stoffwechsels (da staunt ihr, was?) wird sie nämlich gar nicht betrunken. Na ja, das bißchen was sie ißt kann sie wohl auch trinken. In jedem Fall wird man überhaupt nicht warm mit Jill, sie ist noch nicht mal ein bißchen sympathisch. Und die anderen Personen haben in etwa soviel Charakter wie ein unbeschrifteter Post-it Zettel. Überhaupt wäre das ganze Buch nur halb so dick, wenn die Autorin Jill mit einem T-Shirt ausgestattet hätte, auf dem steht: Ich bin eine Kick-ass Heldin. Dadurch hätte man seitenweise Monologe in Kursivschrift, und sinnlose Dialoge, die etwa zur Hälfte aus dem Wort "fucking" bestehen, sparen können.
Mein Tip: dieses Buch bloß nicht lesen. Und wenn man wirklich mal Lust auf solches Zeug hat, kann man sich einfach Underworld auf DVD ausleihen. Das ist nicht viel anders, Kate Beckinsale hat auch Lederkleidung und eine doofe Frisur - allerdings ohne silberne Talismane oder Amulette - und der Schmerz ist schneller vorbei.
Dienstag, 11. August 2009
Gaelen Foley: Lord of Ice
Damien Knight ist ein britischer, durch den Krieg gegen Napoleon schwer traumatisierter ehemaliger Soldat, der vor kurzem zum Earl of Winterley ernannt wurde. Von einem Freund und Armeekollegen "erbt" er ein Mündel, Miranda FitzHubert. Miranda ist die uneheliche Tochter eines Adligen und einer Schauspielerin und Damien geht davon aus, daß sie ein kleines Mädchen ist, für das er nur eine gute Schule für höhere Töchter finden muß. Stattdessen ist sie jedoch eine junge Frau im heiratsfähigen Alter und Damien steht vor der Aufgabe, einen Ehemann für sie zu finden - obwohl er eigentlich viel lieber selbst ihr Geliebter wäre...
Ich mag dieses Buch. Ich habe mich gut amüsiert beim Lesen. Aber ich finde schon, daß die Autorin sich bei der Recherche ein bißchen mehr Mühe hätte geben können. Die Personen sind wie Amerikaner, die sich in historische Kostüme gezwängt haben, aber immer noch wie Amerikaner des 21. Jahrhunderts reden - und sich auch so verhalten. Dann tauchen Kleinigkeiten auf wie die Tatsache, daß man zu Weihnachten "Stille Nacht, heilige Nacht" singt - obwohl das Buch 1814/15 spielt und es das Lied da noch gar nicht gab. Das wußte ich vorher übrigens auch nicht, aber ich habe es spaßeshalber auf Wikipedia nachgesehen; das hat mich ca. eine Minute meiner knapp bemessenen Zeit gekostet. Gaelen Foley hätte vielleicht sogar 5 Minuten gebraucht, denn das Buch wurde 2002 veröffentlicht, und da waren die Internetverbindungen wohl noch ein wenig langsamer.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Eis. Miranda (schöner Name, übrigens) sagt während eines Balls, daß sie sich einen Knöchel verrenkt hat, um Damien aus dem Ballsaal zu locken. Er fragt sie daraufhin, ob er ihr etwas Eis besorgen soll. Also, zum Kühlen, nicht eine Kugel Vanille und eine Kugel Stracciatella in einem Waffelhörnchen. Und da ist sie wieder: die Besessenheit von Amerikanern mit Eiswürfeln. Das ist eine ganz kuriose Sache. Ich habe festgestellt, daß, wenn man sich in den USA eine Cola bestellt, man ein Glas voller Eiswürfel bekommt. Mit einem Löffelchen voll Cola drin. Und natürlich gibt es in jedem Motel auf den Gängen zwischen den Räumen Eisautomaten, und in jedem Raum ein Eimerchen, damit man sich darin Eis holen kann. So weit, so gut; aber die Vermutung, daß selbst ein wohlhabender Haushalt im Jahr 1814 Eiswürfel in Hülle und Fülle gehabt haben könnte, finde ich schon extrem gewagt. Warum also hat Frau Foley ihren Helden nicht einfach fragen lassen, ob er seiner Miranda ein bißchen Schnee von draußen holen soll? (Nein, die Antwort ist nicht: weil die Szene im Juli spielt. Die Ballszene spielt schon im Winter).
Aber nachdem ich jetzt ein wenig genörgelt habe muß ich doch sagen, daß das Buch sympathische Charaktere hat - obwohl der Held ein ziemlich schwieriger Mensch ist. Aber er hat wirklich einige schlimme Dinge erlebt, und da ist wohl niemand so ganz pflegeleicht. Und ich mag auch Miranda; Sie bietet Damien die Stirn, weiß, was sie will, und verhält sich nur sehr selten dumm. In anderen Worten: ich habe mir direkt noch ein weiteres Buch der Autorin bestellt. Ich kann über eine gewaltige Menge von Unwahrscheinlichkeiten hinwegsehen, wenn ein Buch sympathische Charaktere, eine spannende Handlung und einen guten Schreibstil bietet. Und das trifft auf "Lord of Ice" auf jeden Fall zu.
Ich mag dieses Buch. Ich habe mich gut amüsiert beim Lesen. Aber ich finde schon, daß die Autorin sich bei der Recherche ein bißchen mehr Mühe hätte geben können. Die Personen sind wie Amerikaner, die sich in historische Kostüme gezwängt haben, aber immer noch wie Amerikaner des 21. Jahrhunderts reden - und sich auch so verhalten. Dann tauchen Kleinigkeiten auf wie die Tatsache, daß man zu Weihnachten "Stille Nacht, heilige Nacht" singt - obwohl das Buch 1814/15 spielt und es das Lied da noch gar nicht gab. Das wußte ich vorher übrigens auch nicht, aber ich habe es spaßeshalber auf Wikipedia nachgesehen; das hat mich ca. eine Minute meiner knapp bemessenen Zeit gekostet. Gaelen Foley hätte vielleicht sogar 5 Minuten gebraucht, denn das Buch wurde 2002 veröffentlicht, und da waren die Internetverbindungen wohl noch ein wenig langsamer.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Eis. Miranda (schöner Name, übrigens) sagt während eines Balls, daß sie sich einen Knöchel verrenkt hat, um Damien aus dem Ballsaal zu locken. Er fragt sie daraufhin, ob er ihr etwas Eis besorgen soll. Also, zum Kühlen, nicht eine Kugel Vanille und eine Kugel Stracciatella in einem Waffelhörnchen. Und da ist sie wieder: die Besessenheit von Amerikanern mit Eiswürfeln. Das ist eine ganz kuriose Sache. Ich habe festgestellt, daß, wenn man sich in den USA eine Cola bestellt, man ein Glas voller Eiswürfel bekommt. Mit einem Löffelchen voll Cola drin. Und natürlich gibt es in jedem Motel auf den Gängen zwischen den Räumen Eisautomaten, und in jedem Raum ein Eimerchen, damit man sich darin Eis holen kann. So weit, so gut; aber die Vermutung, daß selbst ein wohlhabender Haushalt im Jahr 1814 Eiswürfel in Hülle und Fülle gehabt haben könnte, finde ich schon extrem gewagt. Warum also hat Frau Foley ihren Helden nicht einfach fragen lassen, ob er seiner Miranda ein bißchen Schnee von draußen holen soll? (Nein, die Antwort ist nicht: weil die Szene im Juli spielt. Die Ballszene spielt schon im Winter).
Aber nachdem ich jetzt ein wenig genörgelt habe muß ich doch sagen, daß das Buch sympathische Charaktere hat - obwohl der Held ein ziemlich schwieriger Mensch ist. Aber er hat wirklich einige schlimme Dinge erlebt, und da ist wohl niemand so ganz pflegeleicht. Und ich mag auch Miranda; Sie bietet Damien die Stirn, weiß, was sie will, und verhält sich nur sehr selten dumm. In anderen Worten: ich habe mir direkt noch ein weiteres Buch der Autorin bestellt. Ich kann über eine gewaltige Menge von Unwahrscheinlichkeiten hinwegsehen, wenn ein Buch sympathische Charaktere, eine spannende Handlung und einen guten Schreibstil bietet. Und das trifft auf "Lord of Ice" auf jeden Fall zu.
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