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Dienstag, 17. April 2012

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 14


Liebes Tagebuch,

als ich auf der Straße stand, hatte ich plötzlich kalte Füße und merkte, daß ich gar nicht wußte, wohin ich wollte! So ein dummes Versehen, hihi. Aber es war nicht so schlimm, denn schließlich bin ich ein reizendes, bezauberndes Persönchen mit entzückenden blonden Locken und strahlenden blauen Augen. Mir hilft bestimmt jeder gerne, nicht wahr? Also habe ich einfach einige Passanten gefragt, wo der Herzog von Steelyballs wohnt.

Eigenartigerweise wußte das nicht jeder; der erste Mann, den ich fragte, sah ein klein wenig ungepflegt aus und roch etwas säuerlich. Er kniff mich in mein…nun, hihi…mein Hinterteil, versuchte mir mein Retikül zu entreißen und grummelte etwas, das sich so anhörte wie "ha…hassu…hastu 'n paar Pennies für 'n armen dur…durs…durssigen Mann, Schätzchen?" So eine Unverschämtheit! Als könnte ich mein Nadelgeld dafür ausgeben, fremden durstigen Männern Getränke zu kaufen? Schließlich muß ich mir unbedingt noch diese wunderhübschen lindgrünen Spitzenbänder kaufen, die ich jüngst bei Madame Claude gesehen habe. Oh, die sehen sicherlich bezaubernd in meinen Haaren aus!

Als nächstes fragte ich eine ältere Dame, welche sehr vertrauenswürdig aussah, ob sie wisse, wo der Herzog von Steelyballs wohnt. Doch leider beschimpfte sie mich nur als freches kleines Luder und versuchte, mich mit ihrem Regenschirm zu verprügeln.

Liebes Tagebuch, wo soll die Welt nur noch hinkommen? Die Menschen sind überhaupt nicht mehr hilfsbereit!

So wanderte ich ein kleines Weilchen lang ziellos und betrübt durch die Straßen Londons, bis ich schließlich einen Zeitungsverkäufer sah. Zeitungsverkäufer wissen doch immer, was wann wo geschieht, nicht wahr? Dieser hier war ein junger Mann, vielleicht etwa so alt wie ich, und brüllte gerade lauthals: "EXTRABLATT!! SKANDAL!! REGENCYHELDIN LÄSST VERNUNFTEHE MIT MARQUIS SAUSEN, UM MIT BALLETTÄNZERIN DURCHZUBRENNEN!!" Das war in der Tat skandalös, und ich hätte die Zeitung nur zu gern gelesen. Mama und Papa mögen es aber nicht, wenn ich Zeitungen lese und, nun ja, ich finde es eigentlich sowieso zu anstrengend. Jedenfalls unterbrach ich die Rufe des Zeitungsverkäufers, um ihn nach dem Haus des Herzogs von Steelyballs zu fragen. Der junge Mann war tatsächlich sehr hilfsbereit und begleitete mich zu einer sehr hübschen Stadtvilla in Mayfair.  Nachdem ich dem Zeitungsverkäufer zum Dank eine Münze in die Hand gedrückt hatte (so ein Pech, jetzt würde ich das Geld für die Haarbänder meiner kleinen Schwester Cindy wegnehmen müssen. Oder vielleicht könnte ich einfach Bella den Lohn für diese Woche streichen), klopfte ich an der imposant aussehenden Tür.

Wenig später öffnete die Tür sich und ein distinguiert aussehender Gentleman fragte, was mein Begehr sei. Das mußte der Butler sein! Oder vielleicht der Papa vom Herzog?...Obwohl, wenn der Papa vom Herzog noch lebt, dann wäre der Herzog kein Herzog, oder? Es sei denn, er wäre der Stiefvater des Herzogs, in welchem Falle…oh nein, mit diesem Nachdenken mußte ich sofort aufhören. Ich bekomme davon immer solch arge Kopfschmerzen! Jedenfalls sagte ich, daß ich den Herzog von Steelyballs sprechen wolle. Ich gab dem Butler (der er hoffentlich tatsächlich war, und nicht der Papa, oh nein das ist aber auch so kompliziert) meine Visitenkarte und wurde tatsächlich in einen Raum geführt, den man offenbar als burgunderroten Salon mit orangenen Querstreifen und goldenen Troddeln bezeichnete. Jedenfalls deutete das Dekor darauf hin.

Ich war nervös! Konnte meine genialer Plan noch mißlingen? Aber nein, das war ausgeschlossen. Das Schicksal konnte doch niemals so grausam sein, mich zu einer Ehe mit Lord Festerwart zu zwingen?

Zum Glück dauerte es nicht lange, bis der gutaussehende Fremde, von dem ich nun wußte, daß er der Herzog von Steelyballs war, den burgunderroten Salon mit orangenen Querstreifen und goldenen Troddeln betrat. Er musterte mich voller Mißtrauen, während er noch hastig sein Hemd und etwas…anderes, wurstförmiges, fleischfarbenes in seine Hose stopfte. "Was willst du denn hier? Schickt dich dein Vater, dieser niederträchtige Dreckskerl?" herrschte er mich an. Ich fühlte mich ganz beklommen. Warum mußte es mir Freddy, denn so sollte ich ihn ja wohl nun nennen, bloß so schwer machen? Er sollte mich doch reizend und bezaubernd finden! Und warum hatte ich bloß nicht daran gedacht, mir zur Stärkung ein Fläschchen von Mamas Hustensaft mitzunehmen? "Oh…oh, nein", stammelte ich. "Es weiß niemand, daß ich hier bin! Ich…ich muß Ihnen…einen Vorschlag machen!"

Freddy lächelte, doch es war ein kühles Lächeln, das seine Augen nicht erreichte. "Eine Maitresse habe ich schon, ebenso eine Köchin und einen Kammerdiener. Du kannst sofort wieder gehen!"

"Oh nein, bitte hör mich an!" Ich blickte ihn flehentlich an und achtete dabei darauf, ein wenig mit meinen langen, wohlgeformten Wimpern zu klimpern. "Ich kann dir helfen, das Amulett der Sündigen Fanny zu finden!"

Freddy hörte auf zu lächeln. "Also gut, nehmen wir an, das könntest du tatsächlich – was würdest du dafür von mir verlangen?"

Ich schlug züchtig die Augen nieder. "Also, nun ja…du müßtest dich mit mir verloben!"

Freddy war sprachlos.

Sonntag, 18. Dezember 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 13


Liebes Tagebuch,

heute bin ich ganz früh aufgewacht. Ich wollte doch unbedingt wissen, wie das Duell von Kevin und Lord Festerwart ausgegangen war. Es war so früh, daß diese gräßliche Bella nicht kam, als ich nach ihr läutete, damit sie mir beim Anziehen hilft. Ich mußte im Nachthemd durch das ganze Haus laufen, bis ich sie endlich im Keller hinter den Kartoffelsäcken fand, wo sie auf dem Bauch von Tom, dem Küchenjungen schlief. Und sie waren beide splitterfasernackt! Ich war noch niemals in meinem ganzen Leben so schockiert.

Als Bella und ich endlich beide angezogen waren, war es schon fast Mittag und ich fand heraus, daß Kevin das Duell unbeschadet überstanden hatte. Uff, ein Glück! Aber liebes Tagebuch, stell dir vor, er hat nach dem Duell Lord Festerwart mit in unser Haus genommen, damit wir ihn hier als meinen zukünftigen Gatten gesundpflegen! Lord Festerwart hat den Marmorfußboden in der Eingangshalle und die Treppen vollgeblutet, als sie ihn hereingetragen haben. Obendrein ist sein Blut rot und nicht blau. Er muß wohl einige Bürgerliche unter seinen Vorfahren haben. Und so einen Mann soll ich heiraten? Niemals! Bella sagte mir, daß Lord Festerwart bewußtlos in unserem Gästebett liegt. Angeblich ist seine Nase gebrochen, seine Beine sind verrenkt, und irgendwelche…Innnereien…sind aus seinem Bauch gequollen. Der arme Lord Festerwart. Irgendwie tut er mir leid. Ich glaube, ich werde eine Frau für ihn suchen, sobald ich Papa überzeugt habe, daß ich ihn nicht heiraten muß. Eine, der es nichts ausmacht, daß er so häßlich und fies ist.

Beim Mittagessen machte Papa Andeutungen, ich solle Lord Festerwart pflegen…ihm Verbände wechseln und solche Sachen…damit ich mich schon mal an ihn gewöhnen könne. Igitt, ist ja widerwärtig. Ich bin direkt nach dem Essen in die Bibliothek geflohen, weil Papa mich dort nie suchen wird. Blöd nur, daß es da so langweilig ist. So viele Bücher, und die meisten davon haben noch nicht mal Bilder! Aber ich habe etwas interessantes gefunden. Nämlich einen dünnen Band über die Geschichte der Familie Cheatbridge. Also über meine Vorfahren! Und darin waren sogar Bilder von Familienerbstücken. Unter anderem gab es ein Bild vom Amulett der sündigen Fanny. Wenn man mich fragt, ist es kein großer Verlust, daß dieses Amulett verschwunden ist. Es muß monströs häßlich gewesen sein. Es sieht wie ein goldener Apfel aus, der mit einem riesigen Rubin verziert ist. Als ich das Bild sah, hatte ich plötzlich eine phantastische Idee, wie ich Lord Festerwart loswerden und meinen Papa von seinen Schulden befreien kann, um eines Tages meine Große Liebe zu heiraten.

Also ließ ich mir von Sampson, unserem Butler, meinen Umhang holen und schlüpfte flink aus dem Hinterausgang unseres Hauses. Ich habe aber niemandem gesagt, wohin ich gehe, hihi!

Sonntag, 20. November 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 12


Liebes Tagebuch,

auf der Kutschfahrt nach Hause haben sie alle auf mich eingeredet: Papa, Mama und Kevin. Es sei ein Riesenskandal und ich müsse Lord Festerwart unbedingt heiraten, da er mich entehrt habe. Sie wollten mir einfach nicht glauben, daß Lord Festerwart sich nur auf mich gelegt hatte, als ich ohnmächtig war! Nur Kevin hatte ein paar Worte des Trostes: "Vielleicht überlebt er ja das Duell nicht", sagte er.

Da waren Mama und Papa aber erzürnt und haben Kevin angeherrscht, daß er Lord Festerwart bloß nicht umbringen soll, weil er doch unsere Schulden bezahlen muß, wenn wir verheiratet sind. Ich habe ganz doll geweint und angeboten, daß Papa meinen Schmuck verkaufen kann und meinetwegen auch mein Pferd. Papa hat aber die Stirn gerunzelt und mich gefragt, ob ich denn nicht gemerkt hätte, daß er meinen Schmuck schon längst verkauft und durch Glassteine ersetzt hat. Und dann sagte er noch, mein Pferd sei doch nur ein Schaukelpferd (das hatte ich nicht bemerkt, weil ich Pferde und reiten hasse. Aber psst, nicht weitersagen. Sonst nehmen sie mir mein Diplom von der Regency-Romanheldinnen-Schule weg). Shocking!

Bevor wir schlafen gingen, hat Kevin mir noch zugezwinkert und gesagt, daß er Lord Festerwart zwar nicht töten, aber doch wenigstens ein wenig verstümmeln würde. So könnte man die Hochzeit etwas herauszögern.

Ich wollte Kevin erst sagen, daß er Lord Festerwart die Hände abhacken soll, damit er mich nicht anfassen kann. Ich finde ihn so ekelig! Aber dann fiel mir ein, daß ich ihm, wenn er keine Hände mehr hätte, womöglich den, äh, verlängerten Rücken abwischen muß, wenn er, äh, auf den Nachttopf geht? Oder ich muß ihn füttern? Oh neinneinnein, ich kann diesen Lord Festerwart nicht heiraten! Ich brauche unbedingt einen Plan!!

Ich glaube, ich schleiche mich jetzt erstmal in den Salon und schaue, ob noch etwas Hustensaft da ist.

Morgen sieht dann hoffentlich schon alles ganz anders aus.

Sonntag, 13. November 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 11


Liebes Tagebuch,

ich wurde wach, als etwas warmes, dickflüssiges auf mein Gesicht tropfte und ich einen gellenden Schrei vernahm.

Oh. Nein.

Oh mein Gott.

Oh, was war nur geschehen?

Als ich vorsichtig die Augen öffnete, nahm ich wahr, daß ich offenbar in meiner Ohnmacht auf ein Sofa gesunken war. Ein Mann lag auf mir und sabberte in mein Gesicht. Es war Lord Festerwart!

Der gellende Schrei kam von meiner Mama. Sie schrie immer weiter und immer lauter. Schnell füllte sich der Raum mit neugierigen Gästen. Sie tuschelten und zeigten auf mich. Ich griff nach Lord Festerwarts Halstuch, um mir den Sabber aus dem Gesicht zu wischen; dann versuchte ich, ihn von mir herunterzuschubsen. Aber er ließ sich nicht abschütteln, sondern hielt sich an meinen mittlerweile halb entblößten Brüsten fest.

Oh mein Gott. Es war ein Albtraum!

Die Schreie meiner Mama wurden immer spitzer und lauter und sie begann, sich die Haare zu raufen. Ich fühlte, wie eine entsetzliche Migräne mich überkam.

"Kann mal jemand meiner Mama das Riechsalz reichen?" brüllte ich, doch niemand hörte mir zu. Außer vielleicht Lord Festerwart, der vor Schreck rülpste und, dem sich ausbreitenden Geruch nach zu urteilen, auch unter Blähungen litt.

Dann kam endlich mein Bruder Kevin in die Bibliothek von Lord und Lady Mousy gestürmt. Ich war in meinem ganzen Leben noch niemals so froh, ihn zu sehen!

Kevin packte Lord Festerwart am Kragen und riß ihn von mir herunter. Während ich mich aufsetzte und versuchte, meine Kleidung zu richten, schlug Kevin Lord Festerwart einige Male mit der Faust ins Gesicht, bis er (also, Lord Festerwart, nicht Kevin) aus der Nase und aus dem Mund blutete und einige Zähne ausspuckte. Dann zog Kevin einen seiner Handschuhe aus und schlug Lord Festerwart damit ins Gesicht. "Sie sind ein übler Schurke und haben meine unschuldige Schwester entehrt!" rief er erbost aus. "Ich fordere Satisfaktion!"

"Wie bitte?" entgegnete Lord Festerwart verdutzt und spuckte noch einen Zahn aus.

Kevin rollte entnervt die Augen. "Ein Duell, Sie Dorfdepp! Wir werden uns im Morgengrauen duellieren, so verlangt es die Tradition. Nennen Sie mir Ihre Sekundanten und wählen Sie die Waffen!"

"Äh…können wir uns mit faulen Tomaten bewerfen?"

Lady Mousy tippte Lord Festerwart auf die Schultern. "Guter Mann, um diese Jahreszeit gibt es keine Tomaten", sagte sie.

"Tomaten sind was für Schwuchteln." Kevin rümpfte die Nase.

"Tja dann vielleicht…hm, also…Pferdeäpfel?"

"Ist ja widerwärtig", grollte Kevin. "Kommen Sie schon, versuchen Sie mal, ein Mann zu sein. Es muß was scharfes, was spitzes oder was laut knallendes sein. Ist das denn so schwierig?"

Lord Festerwart ließ resigniert die Schultern hängen. "In Ordnung", seufzte er. "Dann wähle ich Säbel. Aber wenn ich das Duell gewinne, wird Ihre werte Schwester mir ihre Hand zur Ehe reichen!"

"Einverstanden", entgegnete Kevin. "Aber wenn Sie das Duell verlieren, dann heiraten Sie Mandy."

Dann wurde ich wieder ohnmächtig.

Sonntag, 18. September 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 10


Liebes Tagebuch,

es war so aufregend! Also, nicht die Sache mit Bella und Kevin und Ricky gestern abend. Da habe ich noch eine Menge lautes Stöhnen und Keuchen und Peitschenschläge gehört (nun ja, Kevin ist immerhin Papas Erbe, nicht war? Da muß er wohl auch gelegentlich die Dienstboten züchtigen), aber Bella ist nicht in mein Zimmer gekommen.

Nun ja, nachdem der Fremde in Lord und Lady Mousys Bibliothek meine Kleidung aus dem Weg geschoben hatte, packte er meine Schultern, schob…irgendwie…seine Beine zwischen meine und plötzlich merkte ich, daß mich etwas längliches warmes…da unten…berührte. Da, wo ich mich nicht waschen darf! (Hat mein Kindermädchen immer gesagt). Dann packte mich der Fremde und hob mich hoch, so daß ich meine Beine um seine Hüften schlingen mußte, um nicht wie ein nasser Sack auf den Boden zu plumpsen. Und plötzlich rutschte das längliche warme in mich hinein! So ein seltsames Gefühl. Irgendwie…beglückend? Der Fremde setzte meinen entblößten verlängerten Rücken auf dem Schreibtisch ab (hoffe, daß ich da jetzt keine Tintenflecken habe, kann aber leider nicht hinschauen; Bella muß morgen mal nachsehen) und begann sich auf und ab zu bewegen und so eigenartig zu grunzen. Ich bemerkte, daß ich laut stöhnte. Der Fremde bewegte sich immer schneller. Plötzlich öffnete sich die Tür der Bibliothek und ich sah – nun ja, keine Ahnung, wer das war. Der Kleidung nach muß es wohl ein Lakai von Lord und Lady Mousy gewesen sein. Er schloß die Tür ganz schnell und muß  fortgegangen sein, und das war gut, denn ich konnte mich nur noch auf den Fremden konzentrieren, dessen Gesicht nun gerötet und schweißgebadet war, und dessen Mund sich an meinem Hals festgesaugt hatte. Es war so unbeschreiblich wundervoll, und Wellen der unglaublichsten Gefühle überkamen mich und wollten gar nicht mehr aufhören, bis der Fremde ganz plötzlich laut stöhnte und ich merkte, wie an meinen Beinen etwas warmes und dickflüssiges herunterlief.

Eigenartig, das. Ich muß Kevin danach fragen. Jedenfalls war ich gar nicht mehr traurig, daß ich keine Süßigkeiten im Schreibtisch gefunden hatte und auch nicht wußte, was aus der Salami geworden war. Verdutzt starrte ich den Fremden an und sagte das erste, was mir einfiel: "Wer…wer sind Sie?"

Der Fremde lächelte mich an, aber es war ein etwas unangenehmes Lächeln. "Du, meine Süße, kannst mich Freddy nennen, wenn wir unter uns sind. Aber deinem Papa kannst du viele Grüße von Frederick St.Moron, dem Herzog von Steelyballs ausrichten. Und bei der Gelegenheit kannst du ihm auch sagen, daß ich erwarte, daß er in Zukunft etwas mehr unternimmt, um das Amulett der Sündigen Fanny zu finden. Da reicht es nicht, daß er mir seine schöne Tochter hinterherschickt, damit sie mich verführt! Dieses Amulett gehört den St.Morons seit Generationen, und deine nichtswürdige, ehrlose Familie hat es gestohlen!" Nun hatte der Fremde, also der Herzog, sich wohl in Rage geredet, und schon hatte er auch seine Kleidung gerichtet und war verschwunden.

Und ich? Ich japste nach Luft, so sehr, daß mindestens die Hälfte der Schnüre an meinem Korsett gerissen sind. Dann wurde ich an Ort und Stelle bewußtlos!

Samstag, 3. September 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 9


Liebes Tagebuch,
die Bibliothek von Lord und Lady Mousy ist ganz schön armselig. Da sind noch nicht mal Süßigkeiten im Schreibtisch versteckt! Wenn ich einen Schreibtisch hätte, dann würde ich in die Hälfte der Schubladen Süßigkeiten und in die andere Hälfte kleine Flaschen mit Hustensaft legen. So hätte ich immer, was ich brauche.

Während ich die Schubladen des Schreibtischs öffnete, hörte ich plötzlich ein Räuspern hinter mir. Und als ich mich umdrehte – ich wurde ein bißchen rot, weil ich mir nicht sicher war, ob Lord und Lady Mousy damit einverstanden sind, daß ich in ihrem Schreibtisch Süßigkeiten suche – sah ich, daß der Fremde von Lady Sandcastles Ball hereingekommen war!

Oh, er ist ja so anbetungswürdig. Er hat unglaublich breite Schultern. Aber er hat etwas grimmig geguckt und die Stirn gerunzelt. "Was machst du kleine Hexe denn da?" hat er mich angeherrscht.

Oh je. Im Ausredenerfinden hatte ich zwar eine 2 in der Schule – aber…unserere Lehrerinnen waren ja auch nicht so attraktiv und maskulin wie dieser Fremde. Ich fürchte, ich habe ein bißchen herumgestammelt und etwas in der Art von "Ich…äh, also…mir ist was runtergefallen…ein Familienerbstück. Das Amulett von meiner Ur-ur-ur-Oma Fanny. Sie war, äh…zwei Wochen lang die Geliebte von Charles II!" gesagt. (Meine Lehrerin Miss Dunwick hat immer gesagt, daß nahezu jede britische Adelsfamilie eine Urahnin hat, die die Geliebte von Charles II war. Und dann hat sie noch gesagt, daß wir deswegen alle miteinander verwandt und irgendwie inzestgeschädigt sind. Was kann sie damit nur gemeint haben??).

Der Fremde sah beeindruckt aus. Er runzelte zwar immer noch die Stirn, aber er sagte, er würde mir beim Suchen helfen. Dann kam er auf mich zu und packte meine Hüften! Er riß mich an sich und plötzlich biß er mich ins Ohrläppchen und rieb seine Vorderseite an mir. Ich spürte etwas hartes, längliches, etwa in der Höhe meines Bauchnabels – ob er wohl von Lady Mousys Buffett eine Salami mitgenommen hatte? Aber egal: plötzlich begann der Fremde mich zu küssen und gleichzeitig am Ausschnitt meines Kleids zu ziehen. Es war so aufregend! Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, und ich hörte ein lautes Stöhnen und merkte, daß ich das selbst war! Mir fiel plötzlich ein, daß es mittags schon wieder nur Schafsinnereien gegeben hatte, und so griff ich nach der Salami, die plötzlich noch größer wurde, und der Fremde ließ von meinem Ausschnitt ab und schob meinen Rock und meinen Unterrock und meinen Unter-Unterrock hoch und dann…

…oh. Ich muß das Licht ausmachen. Nebenan quiekt Bella ganz laut, und wer weiß, vielleicht ärgert sie sich gerade über Kevin und kommt gleich rüber, um ihren Zorn an mir und meiner Katze auszulassen! Ich muß ganz schnell tun, als würde ich schlafen.

Dienstag, 16. August 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 8


Liebes Tagebuch, 
ich bin ganz aufgewühlt und kann nicht einschlafen. Nun ja, ich könnte vielleicht einschlafen, wenn Kevin in seinem Schlafzimmer nicht so komische Geräusche machen würde. So eine Mischung aus Stöhnen und Schreien. Ich glaube, Bella ist wieder mit der Peitsche auf ihn losgegangen und einer unserer Stallburschen (er heißt Ricky und ist gebaut wie ein Schrank) ist vorhin mit einem Strick in der Hand und einer ganz seltsamen Ledermaske vor den Augen in Kevins Zimmer verschwunden. Eigenartig. Ich bin mir ganz sicher, daß es in Kevins Zimmer gar keine Pferde gibt.

Vor meinen Eltern konnte ich natürlich nicht so tun, als hätte ich die Maul- und Klauenseuche. Deshalb habe ich mir das Gesicht und die Hände mit Salz abgerubbelt, so daß sich meine Haut gerötet hat. Meinen Eltern habe ich einfach gesagt, der Schafsmagen, den wir heute Mittag hatten, sei mir nicht bekommen und ich hätte einen Ausschlag. Mama und Papa haben besorgt geguckt und gesagt, ich solle Lord Festerwart aus dem Weg gehen, damit er mich so nicht sieht. Das war gut. Wenn ich Lord Festerwart dennoch begegnete, wollte ich ihm sagen, eine Wunderheilung hätte mich schon fast – aber nur fast – von der Seuche befreit.

Als wir bei Lady Mousy ankamen, sah ich, daß der Fremde aus Lady Sandcastles Garten auch da war! Ich wollte schon auf ihn zugehen und ihn fragen, ob er…das…von gestern abend…noch mal mit mir machen könnte, als mir einfiel, daß ich ja einen vorgetäuschten Ausschlag hatte. Also wollte ich zu Mama sagen, daß ich meine Nase pudern gehe, aber sie hat gar nicht auf mich geachtet. Papas Gesicht wurde nämlich ganz rot und sein Hals schwoll ganz furchtbar an, als würde er (also, mein Papa) gleich platzen. Da mußte wohl der Herzog von Steelyballs irgendwo in der Nähe sein. Ich wüßte so gern, warum Papa ihn so haßt und wie er wohl aussieht? Ob er und Papa sich wohl in Papas Jugend (vor hundert Jahren oder so?) um Mamas Gunst duelliert haben?

Jedenfalls ist mit Papa nicht gut Kirschen essen, wenn er sich so aufregt. Ich bin vorsichtshalber weggelaufen und habe mich in der Bibliothek von Lord und Lady Mousy versteckt.

In der Bibliothek war es langweilig. Da waren lauter Bücher. Und keins davon hatte Bilder! In einer Ecke stand ein Schreibtisch. Ich habe in alle Schubladen geschaut weil ich dachte, es seien vielleicht irgendwo Süßigkeiten versteckt.

Mittwoch, 3. August 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 7

Liebes Tagebuch,

Bella war sehr übellaunig, als sie von ihrem Ausflug mit Lord Festerwart zurückkam. Ich verstehe gar nicht, warum. Für ein Mitglied der Unterschicht wie Bella muß es doch unglaublich schön sein, mit einem echten Lord einen Ausflug zu machen, nicht wahr? Aber Bella hat nur gesagt, Lord Festerwart habe versucht, in ihre derrière zu kneifen und in ihr Dekolleté zu sabbern. Dann ist sie schnurstracks in den Garten gerannt. Nach ganz hinten, wo diese komischen Pflanzen mit den vielen Blättern stehen, die unsere Dienstboten immer trocknen und die so seltsam riechen, wenn sie sie rauchen.

Das war gut. Wenn Bella diese Pflanzen geraucht hat, läßt sie meistens sogar meine Katze für mehrere Stunden in Ruhe. Allerdings behauptet Alphonse – das ist unser französischer Koch – daß sie dann die ganze Küche leerfrißt. Aber ich glaube, das stimmt gar nicht. Na ja, einmal vielleicht. Da hat Alphonse uns zum Abendessen Löwenzahntee und ein paar vertrocknete Brotkrusten vorgesetzt! Papa war sehr wütend und hätte Alphonse beinah entlassen. Das hat er dann allerdings doch nicht gemacht, weil Alphonse sagte, er könne sofort eine Anstellung beim Herzog von Steelyballs bekommen. Der Herzog ist nämlich Papas Erzfeind.

Heute abend sind wir übrigens bei einem musikalischen Abend bei Lady Mousy. Papa sagt, ich soll etwas hübsches anziehen, weil Lord Festerwart auch dasein wird. Oh je, das wird schwierig. Lord Festerwart denkt doch, ich hätte die Maul- und Klauenseuche! Vielleicht sollte ich mir eine Kuh suchen oder ein Schaf, und versuchen, mich wirklich mit dieser Krankheit anzustecken. Aber wie soll ich bis heute Abend mitten in London ein Schaf finden? Also, ein lebendiges. Ein totes habe ich ja fast jeden Tag auf dem Teller. Manchmal auch nur die Eingeweide. Mit Pfefferminzsauce…Oh! Ich frage mich, ob die Schafe wohl schon tot sind, wenn Alphonse sie kauft?

Montag, 25. Juli 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 6

Liebes Tagebuch,

ich hatte mich so gut vorbereitet und mein Plan hätte perfekt funktionieren können! Als unser Butler Sampson Lord Festerwart ankündigte, saß ich schon im Salon und wartete auf ihn. Lord Festerwart, meine ich, nicht den Butler. Ich hatte die Vorhänge halb zugezogen (damit Lord Festerwart mich im Halbdunkel nicht so gut sehen kann) und sogar versucht, die toten Mäuse, die zwischen den Falten zum Vorschein kamen, unter ein Tischchen zu schieben. Ekelig! Beim nächsten mal kann Bella das machen. Ich hatte mir die Hände und Füße mit Tüchern umwickelt und ein weiteres vor mein Gesicht gebunden. Wie ein Bandit!

Als Lord Festerwart hereinkam, sagte ich ihm, daß ich nicht mit ihm spazieren fahren kann, weil ich Migräne und außerdem die Maul- und Klauenseuche habe.

Natürlich dachte ich, jetzt graust es Lord Festerwart und er geht sofort wieder weg. Er hat aber nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, egal, Frauen haben doch dauernd Migräne, und ich sollte jetzt mitkommen.

Ja, habe ich gesagt, aber wenn ich ihn mit der Maul- und Klauenseuche anstecke? Oder seine Pferde?

Auch egal, hat er gesagt, die Mistviecher haben sowieso schon jede Krankheit, die es gibt, und außerdem sind die nur geliehen. Seltsam, oder? Ich meine, wo doch Lord Festerwart so reich ist, warum kauft er sich denn dann keine gesunden Pferde?

Also sah es so aus, als müßte ich mit Lord Festerwart wegfahren. Ich hatte aber eine phänomenal gute Idee. Ich habe Lord Festerwart gesagt, ich müsse nur noch kurz meinen Eltern Bescheid sagen und mein Riechsalz holen. Dann bin ich losgerannt, um Bella zu suchen. Ich fand sie schon wieder in Kevins Schlafzimmer. Komischerweise hat er wieder so gegrunzt, obwohl Bella eine Peitsche in der Hand hatte und so aussah, als wolle sie damit auf ihn losgehen. Diese Bella, sie vergißt wirklich, wer sie ist!

Aber ich habe ihr ganz schnell klar gemacht, daß sie meine Zofe ist und deswegen mir gehorchen muß. Dann habe ich ihr die ganzen Tücher umgewickelt, die ich um den Kopf und die Hände und Füße gewickelt hatte. Bella hat blonde Haare wie ich, und deswegen sah sie mir in der Verkleidung auch richtig ähnlich. Großartig!

Und so kam es, daß Lord Festerwart glaubte, er würde mit mir spazieren fahren, während ich mich in den Salon schlich um zu gucken, ob noch irgendwo etwas Hustensaft zu finden ist.

Alles in allem ist heute doch ein guter Tag.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 5

Liebes Tagebuch,

ich glaube, ich weiß jetzt, warum Kevin gesagt hat, daß ich anklopfen soll, bevor ich in sein Zimmer gehe. Das hatte ich nämlich vergessen! Als ich in Kevins Zimmer kam, sah ich, daß er auf Bella lag und grunzte. Wie eigenartig. Vielleicht hat er sich auf sie geworfen, als sie wieder mal versucht hat, meine Katze zu vergiften. 

Kevin hat ganz komisch gestöhnt und gesagt, daß er jetzt nicht mit mir sprechen kann. Ich bin in die Bibliothek gegangen, um ein Buch über Krankheiten zu suchen. Natürlich mußte ich eine Krankheit finden, die ich einfach und glaubhaft vortäuschen konnte, um mich nicht mit Lord Festerwart treffen zu müssen. Mal sehen…Blattern? Nein, zu schwierig. Vielleicht hätte ich meine Haut mit Porridge einreiben können, aber ich bin mir nicht ganz sicher, wie diese Krankheit wirklich aussieht.

Cholera? Möglich, aber da müßte ich die ganze Zeit auf dem Nachttopf sitzen bleiben, oder? Hysterie und Melancholie scheinen mir zu harmlos zu sein (das ist wirklich schade. Meine Lehrerinnen haben früher immer gesagt, ich hätte ein großes Talent für die Hysterie). Ich wollte meinen eigentlich sehr guten Plan schon aufgeben und versuchen, nett zu Lord Festerwart zu sein, als ich plötzlich hörte, wie draußen vor unserem Haus ein Pferd wieherte. Und da hatte ich eine Idee. Es ist eine richtig gute Idee, und wenn ich wetten würde – was ein anständiges Mädchen wie ich natürlich niemals tut – dann würde ich mein Lieblings-Strumpfband aus rosa Seide darauf verwetten, daß sich Lord Festerwart noch heute abend eine andere bezaubernde, unschuldige, wunderhübsche, goldblonde, blauäugige junge Dame aus gutem Hause zum Heiraten sucht!

Samstag, 16. Juli 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 4

Liebes Tagebuch,

gerade hat mir Bella meine Morgenschokolade gebracht. Als sie in mein Zimmer kam, ist Lady Clara (meine Katze) ganz verängstigt unters Bett gekrochen. Wer weiß, was Bella wieder mit ihr gemacht hat!Aber ich wollte ja noch aufschreiben, was gestern Abend auf dem Ball von Lady Sandcastle passiert ist.

Nun, nachdem dieser wundervolle Gentleman Lord Festerwart in den Rosentrauch geworfen und mich gepackt hatte, murmelte er etwas, das sich anhörte wie "ich zeige dir mal, was vorwitzigen jungen Mädchen passieren kann, wenn sie mit einem fremden Mann auf eine Terrasse gehen". Dann grinste er verwegen (oh! er hat so wunderbar ebenmäßige weiße Zähne!) und plötzlich waren seine Hände überall! Auf meinem…äh…verlängerten Rücken und an meinen Beinen und auf meinem Dekolleté. Und er hat mir seine Zunge in den Mund gesteckt! Seltsame Gefühle überkamen mich! Ich fühlte mich fiebrig und wie von Sinnen und mein Herz klopfte wie wild und er schmeckte nach Brandy und Zigarren und tausend verbotenen Dingen. Er schob meinen Rock und meinen oberen Unterrock und meinen unteren Unterrock und mein Hemd hoch und zog meinen Schlüpfer herunter und blieb mit einem Fingernagel an meinem Korsett hängen, und er berührte mich…dort…zwischen meinen Beinen und ich wußte überhaupt nicht mehr, wie mir geschieht, es war so unbeschreiblich wundervoll. Er biß in mein Ohrläppchen und küßte meinen Hals und drückte mein Hinterteil und er rieb mich…dort immer schneller und oh, oh, OH! Oh.

Hinterher habe ich ein bißchen verlegen gekichert, und der fremde Gentleman hat versucht, meine Kleidung wieder an ihren ursprünglichen Platz zu ziehen. Er so geguckt, als habe er Schmerzen, und ist in den Garten hinter einen Busch gegangen. Ob er vielleicht gar kein Gentleman ist, sondern ein…nun ja, ein Troll vielleicht, oder ein Faun oder Satyr oder dergleichen?

Als ich wieder in den Ballsaal kam, sah ich, daß Lord Festerwart mit Papa sprach. Lord Festerwart sah verärgert aus. Seine Nase blutete und sein linkes Auge war zugeschwollen. Auf der Heimfahrt vom Ball sagte Papa, daß Lord Festerwart mir morgen seine Aufwartung machen und mit mir in seiner Kutsche durch den Hyde-Park fahren will. Ob ich vielleicht eine Krankheit vortäuschen könnte?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich jetzt entehrt bin, und ob das Lord Festerwart stören würde. In meinem Lehrbuch am Internat für Regency-Romanheldinnen gab es, glaube ich, ein Kapitel mit der Überschrift "Fummeln im Freien", aber ich habe nie herausgefunden, wovon es handelt. Unsere Lehrerin wurde nämlich krank, als wir darüber hätten sprechen sollen. Ich muß jemanden fragen, der sich damit auskennt. Am besten meinen Bruder. Kevin hat so viele Debütantinnen ruiniert, daß er schon in mindestens sieben Regency-Romanen drei verschiedener Autorinnen als Schurke aufgetaucht ist!

Donnerstag, 7. Juli 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 3

Liebes Tagebuch,

ich bin so aufgeregt! Als Mama und Papa und mein Bruder Kevin und ich auf dem Ball von Lady Sandcastle ankamen, war mir ganz schlecht, so schlecht, daß ich in eine Topfpalme kotzen speien mußte. Vielleicht ist mir Mamas Hustensaft auch nicht bekommen. Mama hat mich gezwungen, mir den Mund mit Rosenwasser auszuspülen und ein halbes Pfund Veilchenpastillen zu essen.

Dann hat mich Papa an der Schulter gepackt und mich umgedreht und mich Lord Festerwart vorgestellt. Er ist uralt! Mindestens 35. Er hat rote Haare und sein Halstuch hatte einen Fleck. Ich war noch niemals in meinem ganzen Leben so schockiert!

Lord Festerwart hat meine Brüste mein Dekolleté gefragt, ob ich oft hierherkomme.

Ich sagte nein, so gut kennen wir Lady Sandcastle doch gar nicht und ich denke, sie schließt ihren Ballsaal ab, wenn sie ihn nicht benutzt.

Dann wollte er wissen, wie spät es ist. Ich meinte, es könne höchstens so 7 oder 8 Uhr abends sein, weil die meisten Gäste noch nüchtern waren und noch niemand am Buffett seine Perücke, sein Gebiß oder seine Unschuld verloren hatte.

Danach hat Lord Festerwart mein Dekolleté gefragt, ob ich mit ihm tanzen will, und Papa gab mir einen Schubs, so daß ich mit ihm mitgehen mußte. Aber ich glaube, Lord Festerwart wollte gar nicht tanzen. Nach zwei, drei Runden durch den Ballsaal ist er mit mir auf die Terrasse gewalzt gewalzert getanzt.

Er hat gesagt, daß er mir einen Stern zeigen will, der meinen Namen trägt. Ich war überrascht; wer hätte gedacht, daß es einen Stern namens Mandy Cheatbridge gibt? Den Stern habe ich dann aber doch nicht gesehen, kein Wunder, es war ja auch bewölkt und hat ein wenig geregnet. Typisch englisches Aprilwetter eben.

Während ich noch über meinen Mandy-Stern nachgrübelte, hat mich Lord Festerwart plötzlich gepackt! Seine Hände waren auf einmal überall! Auf meinem…äh…verlängerten Rücken und an meinen Beinen und auf meinem Dekolleté. Und er hat versucht, mir seine Zunge in den Mund zu stecken! Pfui! Ich glaube, er hatte vorher Fisch gegessen! Sollte ein Gentleman nicht Schokolade oder Kuchen essen, bevor er einer Dame seine Zunge in den Mund steckt?

Ich habe versucht zu schreien und ihn wegzustoßen und nach ihm zu treten. Dabei ist mein Schuh von meinem Fuß geflogen und hat einen Gentleman am Schienbein getroffen, der gerade die Terrasse betrat. Das war so peinlich! Eine anständige junge Dame sollte sich niemals in der Öffentlichkeit ohne Schuhe sehen lassen.

Der Gentleman hat meinen Schuh aufgehoben und mir direkt ins Gesicht geschaut. Oh! Was für ein hinreißender Mann! Er ist noch jung, höchstens 35. Er hat glänzende schwarze Haare und eine vorwitzige Locke, die ihm in die Stirn fällt. Er hat mich mit mit seinen smaragdgrünen Augen angeschaut und ich habe ihn angeschaut und oh – er ist ja so attraktiv! Dann hat er Lord Festerwart am Kragen gepackt und über das Geländer der Terrasse in einen Rosenstrauch geworfen. Danach ist er auf mich zugekommen und hat nach mir gegriffen….

…oh, ich muß den Rest morgen aufschreiben. Wenn ich jetzt nicht schlafe, bin ich morgen mittag ganz müde, wenn Bella mich wecken will, und dann ist sie wieder sauer und versucht, meine Katze im Nachttopf zu ertränken

Samstag, 2. Juli 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 2

Liebes Tagebuch,
ich konnte vor lauter Aufregung den ganzen Tag lang nichts essen. Schon beim Frühstück habe ich die Räucherheringe und den Porridge stehengelassen, und mittags hätte ich beinah mein Gurkensandwich ausgespuckt! Shocking, ich weiß.

Gerade hat mir Bella – das ist meine Zofe und meine aller-allerbeste Freundin auf der ganzen Welt (nur, daß sie eben entlassen wird und hungern und frieren muß, wenn sie mich verärgert. Und sie wäre auch nicht meine Freundin, wenn ich nicht im Regency-Romanheldinnen-Internat gelernt hätte, daß meine Zofe immer meine Freundin sein muß) mein hellblaues Taftkleid mit der rosa Seidenschärpe angezogen. Es ist ein entzückendes Kleid, denn es läßt meine himmelblauen Augen noch blauer erscheinen, und paßt hervorragend zu meinen goldblonden Locken. Aber ich bin so, so – zornig! Ich will diesen Lord Festerwart nicht! Aber nein, nein, das darf ich nicht sagen, ich muß doch an die arme Cindy denken, und an Papa, der vielleicht bald seinen Schnaps und seine Spielschulden und seine Opernsängerinnen nicht mehr bezahlen kann.

Ich bin so verzweifelt. Gerade habe ich mich sogar in den Salon geschlichen und habe in Mamas Nähkörbchen geguckt. Ich habe tatsächlich eine Flasche Hustensaft gefunden. Die habe ich eingesteckt und erstmal einen großen Schluck genommen. Es hat ganz übel doll gebrannt, aber jetzt geht es mir besser. Ich habe die Flasche mal vorsichtshalber in mein Retikül gesteckt, Mama wird das schon nicht merken.

So. Jetzt fahren wir los. Schnell noch einen Schluck von Mamas Hustensaft…ups, hihi, jetzt habe ich aber richtig laut gerülpst aufgestoßen…ich komme, Mama!

Dienstag, 28. Juni 2011

Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 1

Liebes Tagebuch,
heute habe ich wieder an der Salontür gelauscht. Mama und Papa haben sich ganz fürchterlich doll gestritten. Mama hat geweint und gesagt, daß wir bald nicht mehr die Rechnungen von Madame Claude, das ist unsere Lieblingsschneiderin, bezahlen können, wenn Papa weiter unser ganzes Geld für Cognac, Glücksspiel und Opernsängerinnen ausgibt (komisch, das mit den Opernsängerinnen. Papa ist eigentlich gar nicht musikalisch). Papa hat geschrien, daß es Mama nichts angeht, was er mit seinem Geld macht. Mama hat noch doller geweint. Papa hat Sampson (unseren Butler) angebrüllt, damit er ihm sein Cape holt und die Kutsche, und dann ist Papa weggefahren. Mama hat wie wild in ihrem Nähkörbchen gewühlt. Das ist komisch, mit Mama und ihrem Nähkörbchen. Mama wühlt nämlich ständig darin, vor allem, wenn sie aufgeregt ist. Es sind auch etwas Wolle und ein Stickrahmen drin. Ich habe aber noch nie gesehen, daß Mama gestickt hat. Und Mama riecht immer so komisch, wenn sie sich mit ihrem Nähkörbchen beschäftigt hat. Ein bißchen so wie der Hustensaft, den mein Kindermädchen immer getrunken hat und von dem sie immer eingeschlafen ist, hihi.

Na ja, abends wurde es aber richtig schlimm, denn Mama und Papa haben sich wieder gestritten. Dann mußte ich in den Salon kommen und sie haben mir gesagt, daß ich Lord Festerwart heiraten muß, weil er ganz, ganz reich ist, und wenn ich ihn geheiratet habe, soll er Papas Schulden bezahlen. Ich habe den Kopf geschüttelt und gesagt, daß ich nur heirate, wenn es die große Liebe ist. Papa hat aber gesagt, daß ich schon 22 bin und es ja wohl unwahrscheinlich sei, daß ich in meinem Alter noch die große Liebe fände. Mama hat wieder geweint und meinte, daß meine kleine Schwester Cindy keine Season haben und auch keinen Mann finden wird, wenn ich nicht Lord Festerwart und sein Geld heirate. Da habe ich auch geweint. Ach, es ist alles so furchtbar!

Jetzt liege ich im Bett und überlege…was soll ich nur tun? Ich kann doch Papa und Mama und Cindy nicht im Stich lassen! Aber was, wenn Lord Festerwart ein Scheusal ist? Mama hat gesagt, daß ich ihm morgen abend auf dem Ball von Lady Sandcastle vorgestellt werde, und daß ich mein schönstes Kleid anziehen soll, damit ich bezaubernd aussehe. Also, noch bezaubernder als sonst.

Ach, welch schreckliches Schicksal steht mir nur bevor!!

Sonntag, 12. Juni 2011

Neulich bei der RWA-Tagung

Da stand sie nun. Es war Susis erste Liebesroman-Tagung, und sie fühlte sich ein wenig verloren. Es war alles so aufregend! Mit feuchten Händen ihr Programmheft umklammernd, betrat sie den Tagungsraum und setzte sich auf den ersten besten Stuhl.

Auf dem Podium selbst hatte sich indessen alles versammelt, was in der amerikanischen Verlagswelt Rang und Namen hatte; immerhin ging es bei dem folgenden Vortrag um nichts geringeres als die Zukunft des paranormalen Liebesromans.

Nach einem kurzen Test der Mikrofone und einigem Herumdrehen an den Knöpfen des Beamers ging es auch schon los. Eine Frau, die ihrem Namensschild nach eine wichtige Mitarbeiterin des Avon Verlags namens Ms. Finch war, erhob sich und begann: "Schon lange hören wir, daß Leserinnen Vampire und Werwölfe satt haben…". Dabei zeigte sie auf die riesige Leinwand, die sich hinter ihr befand, und auf der ein bleicher Mann mit Reißzähnen sowie ein etwas struppiges grau-braunes Wesen zu sehen waren.

"Ha! Das stimmt nicht! Vampire gehen immer, sie müssen nur in der Sonne glitzern!" warf eine Frau ein, die aufgeregt auf einem Stuhl in der ersten Reihe herumzappelte.

"Boah ey, Steffi! Krieg dich wider ein!"

"Glitzernde Vampire sind Weicheier!"

"Mein Jean-Claude tritt glitzernde Vampire in den Arsch und verspeist sie zum Frühstück!"

"Mein Wrath nimmt glitzernde Vampire in den Arm und hat sie ganz doll lieb!"

Die Frau namens Steffi verzog ihr Gesicht als wolle sie gleich anfangen zu weinen. Was war denn falsch an wunder-wunderschönen glitzernden Vampiren?

"Wenn ich jetzt fortfahren dürfte…?" Ms. Finch runzelte die Stirn. Sie haßte es, wenn ihre Vorträge unterbrochen wurden. "Also haben wir, die Liebesroman-Verlage zusammen mit der RWA, nach neuen Möglichkeiten gesucht, um unser Publikum zu begeistern. Und ich darf Ihnen heute mit Stolz mitteilen, daß unsere Suche mehr als erfolgreich war! Aber sehen Sie selbst…"

Auf der Leinwand erschienen nun einige grasende Kühe. "Unsere Marktforschung hat ergeben, daß die Nachfrage nach Gestaltwandlern aller Art nach wie vor stark ist, doch wir sollten unseren Horizont in dieser Hinsicht erweitern. Und so präsentiere ich Ihnen…das Wer-Rind!"

Ms. Finch lächelte, nickte, und hob an, sich für den Applaus zu bedanken – der jedoch leider ausblieb.

"Ich esse Kühe", rief eine noch junge Autorin aus, die unweit von Susi ganz am hinteren Rand des Raumes saß.

"Die Leserinnen und Leser werden begeistert sein! Wer-Rinder sind Vegetarier, und so können wir eine ganz neue Zielgruppe erobern, nämlich die, äh, Vegetarier!"

"Bullshit!"

Man konnte nicht erkennen, von wem dieser Zwischenruf kam, aber einige Autorinnen, die durch ihre riesigen Cowboyhüte unschwer als Texanerinnen zu identifizieren waren, nickten zustimmend und rieben sich die Bäuche. "So'n lecker blutiges Steak wär jetzt nicht verkehrt!" "Wann gibt's hier denn mal was auf die Gabel?"

Ms. Finch rollte entnervt mit den Augen und wünschte sich, sie hätte ein kleines Holzhämmerchen wie Richterin Salesch. Damit könnte sie Ruhe in den Saal bringen und notfalls mit einem gezielten Wurf die schlimmsten Störer k.o. schlagen. Doch da sie eben kein Hämmerchen hatte und die wie immer sehr undisziplinierten Liebesroman-Autorinnen einfach weiterdisktierten – mittlerweile war man dazu übergegangen, Rezepte für Rinderrouladen auszutauschen – blieb ihr keine andere Möglichkeit. "FREIBIER FÜR ALLE!!!" brüllte sie ins Mikrofon.

Sofort senkte sich Totenstille über den Raum, denn alle blickten erwartungsvoll zur Tür, durch die sicherlich gleich einige Bierfässer gerollt würden.

"Ne, war nur Spaß", grinste Ms. Finch. "Also, offensichtlich ist die Zeit vor allem bei den konservativeren Mitgliedern unserer Community noch nicht reif für Wer-Rinder. Aber wir haben natürlich nicht nur einen großartigen Vorschlag für neue Romanfiguren vorbereitet, meine Damen!"

Ein Klick auf die Fernbedienung des Beamers, und das Foto der grasenden Kühe wurde durch ein wesentlich furchteinflößenderes Bild von riesigen Dinosauriern mit bizarr geformten Hörnern ersetzt. Im Hintergrund waren einige feuerspeiende Vulkane zu sehen.

"Geilomat!" schrie eine Autorin. "Wer-Vulkane! Ich darf sie zuerst benutzen!"

"Laurell, Schätzelein", sagte die Vertreterin des Penguin-Verlages, die bisher geschwiegen hatte, "du hast doch nicht wieder vergessen, deine Tabletten zu nehmen? Und denk dran, was ich dir gesagt habe: wenn Anita Blake mehr als 365 Lover hat, werden die Leserinnen anfangen, die Serie für unrealistisch zu halten!"

"Och Menno!" Die als Laurell angesprochene Autorin schmollte.

Ms. Finch lächelte indessen stolz. "Richten Sie doch bitte Ihre Blicke auf die gewaltigen Tiere im Vordergrund. Wer-Dinosaurier! Welche Frau hätte noch nicht davon geträumt, von einer gewaltig großen, gefräßigen Urzeit-Echse entführt zu werden? Wer von Ihnen, meine Lieben, hatte noch nie die Fantasie, sich von schwer verdaulichen, haushohen Schachtelhalmen zu ernähren und ihrem graugeschuppten Liebhaber jede Woche ein Ei von der Größe eines Dackels zu legen? Wer wollte noch nie dem Erdöl beim Entstehen zuschauen?"

Betretenes Schweigen war offensichtlich nicht die Reaktion, mit der Ms. Finch gerechnet hatte, doch mit Ausnahme einer Texanerin, die beim Wort "Erdöl" beglückt strahlte, schauten alle peinlich berührt zu Boden.

"Äh, okay, aber das war noch nicht alles…"

Man merkte deutlich, daß Ms. Finch langsam nervös wurde. Hektisch wühlte sie in ihrer Handtasche, die sie auf dem Tisch neben dem Beamer abgestellt hatte, bis sie schließlich einige Magentabletten zu Tage förderte. Diese steckte sie sich in den Mund und schluckte sie unzerkaut herunter, bevor sie wieder die Fernbedienung des Beamers betätigte.

Auf der Leinwand war nun eine Unterwasserlandschaft zu sehen. Bunte Fische verschiedener Größen tummelten sich zwischen Korallen und Seeanemonen, während Meerestiere wie Seesterne und Seeigel auf dem felsigen Untergrund zu sehen waren.

"Boah, hübsch! Den Bildschirmschoner hab ich auch!" entfuhr es Susi.

Ms. Finch blickte gezwungen lächelnd in die Runde. "Wir haben schon lange keine richtig gut verkäufliche Geschichte über Atlantis gehabt…"

Niemand nutzte Ms. Finchs Kunstpause für einen Zwischenruf. Offensichtlich waren auch Fische und Meeresfrüchte nicht ohne weiteres in der Lage, die Phantasie von Liebesroman-Autorinnen anzuregen. So mußte sie wohl oder übel und ohne weitere Ermunterung durch ihr Publikum fortfahren.

"Nun stellen Sie sich die Möglichkeiten vor, meine Damen! Denken Sie an einen Quastenflosser-Gestaltwandler, der seinem nassen, kalten, dunklen Reich entsteigt, um aus Rache die Tochter jenes Ölmagnaten zu verführen, der in seiner Untersee-Lustgrotte nach Öl bohrte und das Zuhause des Quastenflossers zerstörte!"

Endlich! Einige Harlequin Blaze-Autorinnen spitzten deutlich interessiert die Ohren und machten sich Notizen. Auch die durch ihre schwarzen Lackleder-Stiefel und Stachelhalsbänder unschwer als Elloras Cave-Autorinnen erkennbaren Frauen wurden unruhig und rutschten auf ihren Stühlen hin und her.

"Untersee-Lustgrotte! Geil. Das wird 'ne tolle Gay Romance!"

"Ja, oder wie wär's mit einer Ménage-Geschichte um einen Quastenflosser, eine menschliche Frau und den Klabautermann?"

"Ja, und dann kommt noch ein Wer-Walroß dazu!"

"Yippieh, ich kann's kaum erwarten, mit Schreiben anzufangen!"

"Applaus!"

Endlich! Die Menge tobte vor Begeisterung, und Ms. Finch lächelte zufrieden. Die Umsätze der Liebesroman-Verlage würden im nächsten Jahr wieder gewaltig steigen. Sie winkte einen Hotelangestellten herbei. "Jetzt können Sie den Champagner servieren", sagte sie.


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Ein Jahr später veröffentlichte J.R. Ward das erste Buch einer neuen Serie. Das Buch hieß "Carrot Lover", und der Held war ein Wer-Kaninchen namens Fhluffy, das sich unsterblich in eine Wissenschaftlerin verliebt, die zu Tierversuchen gezwungen wird, um ihren spielsüchtigen Vater vor dem Ruin zu retten.

Etwa zur gleichen Zeit erschien Laurell K. Hamiltons achtunddreißigstes Anita Blake Buch, in dem Anita – natürlich in fescher Lederkleidung – in einem Sado-Maso Club unaussprechlich schmerzhafte Dinge mit einem verwunschenen Seeigel tut.

Katie MacAlister schrieb ein Buch über eine Fußpflegerin, deren Freund sich bei Vollmond in einen Vorwerk-Staubsaugervertreter verwandelt. Das Buch steckte voller lustiger und abgefahrener Ideen, aber das wußte niemand außer Katie selbst und Harriet Klausner. Alle anderen warfen das Buch nämlich nach spätestens 50 Seiten in die Altpapiertonne, weil sie von den sinnfreien und unlustigen Selbstgesprächen der Heldin so genervt waren.

Alles war gut.