Dank meiner Neuerwerbung, dem Kindle, weiß ich jetzt nicht nur, daß ich 2014 wahnsinnig viel gelesen habe, sondern auch, welche Bücher das waren! Und ich muß schon sagen, es war ganz schön viel Schrott dabei. Holla die Waldfee. Ich glaube, meine Pläne, die inoffizielle Nachfolgerin von Herrn Reich-Ranicki zu werden, kann ich endgültig in die Tonne treten. Na ja, natürlich habe ich nicht an jedem schrottigen Buch Spaß gehabt, und manche habe ich gar nicht zuende gelesen. Aber vieles war eben auch nicht schrottig, und auch ein schlechtes Buch kann sehr vergnüglich sein. Kommen wir zur Sache und fangen mit Büchern von Autoren mit dem Anfangsbuchstaben A - G an:
Bailey, Tessa: Asking for Trouble
Reiche Heldin und bürgerlicher Held, der sie anfangs ständig für die Tatsache, daß sie - wie man hier im Ruhrgebiet sagt - Schotter anne Füße hat, verspottet. Kein Meisterwerk der romantischen Literatur, aber ganz spaßig.
Bailey, Tessa: Baiting the Maid of Honor
Tja, das war das Buch, das dazu geführt hat, daß ich keine weiteren Tessa Bailey-Bücher mehr lese. Der Held ist ein Psychopath. Im Epilog bringt bringt er die Sachen der Heldin aus ihrer Wohnung in seine, während sie auf der Arbeit ist, weil er findet, daß sie bei ihm wohnen sollte. Wäre dieses Buch aus Papier gewesen, hätte ich es verbrannt.
Bailey, Tessa: Officer off Limits
Das habe ich natürlich vor Baiting the Maid of Honor gelesen. Die Heldin heißt Story mit Vornamen (wtf?) und irgendwie kommt am Ende des Buchs raus, daß ihr Vater ein bißchen intrigiert hat, damit sie und der Held zusammenkommen. Wenn man bedenkt, daß der Held einer von diesen "ich vögel alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist"-Typen ist, ist das ziemlich seltsam.
Samanthe Beck: Light Her Fire
Na ja. Das Buch war ganz ok. Er ist Feuerwehrmann, sie ist Arzthelferin, sie streiten sich ein bißchen darüber, wo sie wohnen sollen.
Stephen Blackmoore: Broken Souls
Das ist die Fortsetzung von Dead Things und auch wieder sehr, sehr cool. Ich lese ja eher selten Fantasy, aber das hier war wirklich sehr abgefahren.
Stephen Blackmoore: City of the Lost
Spielt in der gleichen Welt wie Broken Souls und Dead Things, aber mit einem anderen Nicht-Helden. Joe Sunday ist ein Verbrecher, der wirklich eklige Dinge tut und zu einem Zwischending aus Superheld und Zombie wird. Sehr, sehr krass, und ich hoffe, daß Stephen Blackmoore davon auch mal eine Fortsetzung schreibt.
Sharon Bolton: Now You See Me
Englischer Krimi mit einer Heldin, die eine sehr finstere Vergangenheit hat. Es war ganz spannend, aber ich fand Lacey einfach unsympathisch. Über eine durch einen Unfall verunstaltete Frau denkt sie beispielsweise: "My life wasn't much to write home about, but it would be a whole lot worse if I looked like she did."
Patricia Briggs: Silver Borne
Das 5. Mercy Thompson Buch. Wie immer spannend und gut geschrieben.
Buchwitz & Stanze: Arschbacken zusammenkneifen, Prinzessin
Noch ein Buch mit einer unsympathischen Heldin. Diese hier arbeitet im Callcenter einer Bank und verbringt ne Menge Zeit damit, zu saufen, zu rauchen und ihrer Familie aus dem Weg zu gehen. Aber das Happy End ist bezaubernd.
Monica Burns: Assasin's Honor
Das Buch konnte ich einfach nicht zuende lesen. Ich kam aber immerhin bis Seite 161, bevor mir die Heldin zu sehr auf den Keks ging. Diese Idiotin wird zu ihrem Schutz, aber gegen ihren Willen, vom Helden mit zum streng geheimen Geheim-Hauptquartier von dessen streng geheimer Geheimorganisation genommen, wo sie sich dann fortwährend für ihre Anwesenheit entschuldigt.
Grace Burrowes: Gareth
Ein Regency-Roman mit einem verdammt abgefahrenen Plot. Die Heldin hat von einer (angeblich wohlmeinenden) Verwandten ein Bordell geerbt, aber nur unter der Bedingung, daß sie da auch arbeitet. Der Held soll laut Testament als eine Kreuzung aus Aushilfsstecher und Unternehmensberater für Rotlichtbetriebe fungieren. Völlig bescheuerte Handlung und dämliche Hauptfiguren, aber sehr spannend und rührend geschrieben. An manchen Stellen habe ich Rotz und Wasser geheult.
Grace Burrowes: The Laird
Nie mehr Grace Burrowes.
Grace Burrowes: The Traitor
Wer dieses Buch kennt, weiß, wie sehr einem passiv-aggressive Verhaltensweisen selbst bei Romanfiguren auf den Keks gehen können. Aber auch wieder sehr, sehr rührend.
Isobel Carr: Ripe for Scandal
Der Held ist der beste Kumpel vom Bruder der Heldin. Und wer solche Freunde hat, braucht echt keine Feinde mehr. Wobei man jetzt aber auch sagen muß, daß der Held nicht gerade die hellste Kerze im Kronleuchter ist.
Isobel Carr: Ripe for Seduction
Jerry Springer Show goes Georgianisches Zeitalter in England. Der Held ist ein Fummler, der seine Finger nicht bei sich behalten kann, aber am Ende des Buchs lieben sich alle und die Schwester des Helden heiratet den Vater der Heldin. Take that, Jerry Springer.
Jane Casey: The Kill
Der neueste Maeve Kerrigan-Krimi. Wie immer sehr spannend, aber für meinen Geschmack zu sehr auf die Beziehung zwischen Maeve und Josh Derwent, ihrem Vorgesetzten, fixiert. Also, Derwent ist schon ein sehr interessanter Charakter, weil er eben nicht nur ein Arschloch ist. Aber es war diesmal ein bißchen zuviel des Guten.
Jane Casey: Left for Dead
Eine Maeve Kerrigan-Kurzgeschichte. War ganz unterhaltsam.
Jane Casey: The Stranger You Know
Der 4. Maeve Kerrigan-Krimi, also Vorgänger von The Kill. Wie immer superspanned, aber auch schon sehr Derwent-lastig.
Pamela Clare:Striking Distance
Typischer amerikanischer Romantic Suspense mit heldenhaftem Helden und wunderschöner Heldin. Aber gut geschrieben, und weitestgehend ohne dieses "oh, ich kann NIENIENIE eine Beziehung haben, weil meine Mama meinen Papa betrogen hat"-Gequengel. Daumen hoch! (Daß der Held sich untenrum rasiert, hätte ich allerdings nicht unbedingt wissen müssen).
Lisa Clark O'Neill
Die perfekte Mischung aus Liebesroman und Krimi, mit liebenswerten Protagonisten und Nebenfiguren, jedoch ohne Überzuckerung und Zahnschmerzgefahr. Hat mir sehr gut gefallen!
Victoria Dahl:Lead Me On
Boah, was habe ich diese Romanheldin gehaßt. Der Held ist einer der nettesten Romanhelden, über die ich je gelesen habe, und er hat einen supercoolen Beruf. Aber die Heldin ist eine zickige, oberflächliche blöde Kuh, der ich nichts als Fußpilz und Zahnfäule wünsche.
Tami Dane: Blood of Eden
Mittelprächtiger Paranormal. Kann man lesen, muß man aber nicht.
Tessa Dare: Romancing the Duke
Oh, dieses Buch habe ich geliebt! Es hat eine goldige Heldin mit Herz und Verstand und einen Helden, der die allerbesten Sprüche drauf hat. Wobei ich allerdings immer noch nicht verstehe, warum ein englischer Herzog Lösegeld mit Vornamen heißt. Trotzdem, ein großartiges Buch.
Richard Dübell: Allerheiligen
Ein Krimi, der in Landshut spielt. Ganz spanned geschrieben und hat mich gut unterhalten.
Richard Dübell: Himmelfahrt
Die Fortsetzung von Allerheiligen. Auch kein schlechtes Buch, allerdings ist die Angebetete des Protagonisten nervend zickig. Sowas braucht echt keiner in seinem Leben.
Rita Falk: Dampfnudel-Blues.
Ein bayrischer Krimi, in dem sehr viel gegessen wird. Sehr witzig.
Rita Falk: Grießnockerl-Affäre
Genau: auch wieder ein bayrischer Krimi, in dem sehr viel gegessen wird. Rita Falks Krimiheld, Franz Eberhofer, ist ein ziemliches Arschloch. Aber die Bücher sind einfach lustig.
Rita Falk: Sauerkrautkoma
siehe Oben...
Rita Falk: Schweinskopf Al Dente
Ihr wißt schon...
Rita Falk: Winterkartoffelknödel
Den Film zum Buch habe ich im Kino gesehen, ohne das Buch bzw. die Buchreihe vorher zu kennen. Ich hätt mich vor Lachen wegschmeißen können. Danach habe ich mir dann das Buch bestellt. Joa. Lustige Buchreihe.
Leighton Gage: Every Bitter Thing
Der vierte Mario Silva Krimi von Leighton Gage. Die Mario Silva-Bücher spielen in Brasilien und sind zwar nicht humorfrei, aber wegen der krassen Gewaltbeschreibungen und den schlimmen Schicksalen der meisten Haupt- und Nebenfiguren das Gegenteil von lustig. Dafür aber wahnsinnig spannend und auf jeden Fall sehr empfehlenswert.
Elizabeth George: Auf Ehre und Gewissen (Originaltitel: Well-Schooled in Murder)
Ein Inspektor Linley-Krimi aus 1990. War recht spannend und spielte größtenteils in einem Internat. Eine Kreuzung aus Hanni und Nanni und einem Horrorfilm. Wobei ich mich daran erinnere, daß ich als Kind einige Stellen aus Hanni und Nanni auch sehr bizarr fand. Zum Beispiel, wie sie für ältere Mitschülerinnen Feuer machen und Schuhe putzen mußten. Oder bilde ich mir das nur ein??
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Freitag, 2. Januar 2015
Dienstag, 13. August 2013
Rainer Löffler: Blutsommer
Martin Abel, der beste Fallanalytiker des Stuttgarter Landeskriminalamts, wird nach Köln "ausgeliehen", denn dort treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Daß ihn seine junge Kollegin Hannah Christ begleitet, um von ihm etwas zu lernen, begeistert ihn anfangs überhaupt nicht. Dazu kommt, daß die Kölner Polizei seine Arbeit mit großem Mißtrauen beobachtet und daß es äußerst schwierig ist, den Mörder zu fassen. Dieser scheint alles zu wissen, was die Polizei tut, und er hinterläßt keine Spuren...
Blutsommer ist ein spannender Krimi, aber er bietet wirklich überhaupt gar nichts neues für jemanden, der schon etliche Krimis gelesen hat und / oder einige Folgen von Serien wie CSI oder Criminal Minds im Fernsehen gesehen hat. Dafür reiht sich aber ein Klischee ans andere: der Ermittler ist ein menschliches Wrack, dessen psychische Probleme einer ganzen Schar von Psychologiestudenten zu Themen für ihre Diplomarbeiten verhelfen könnten. Alle schönen Frauen fahren auf den größten Loser ab. Der Mörder hatte eine schlimme Kindheit (das ist jetzt nicht wirklich ein Spoiler, oder?).
Wenn Rainer Löffler mal noch ein Buch veröffentlicht und mir dieses Buch zufällig in die Hände fällt, werde ich es höchstwahrscheinlich lesen, weil ich nun einmal gern spannende und gruselige Krimis lese. Aber Blutsommer hat kein Alleinstellungsmerkmal, das es von dutzenden anderer Bücher mit ähnlichen Themen abhebt.
Die Handlung ist nicht sonderlich originell, und die Charaktere sind weder besonders sympathisch noch besonders unsympathisch. Hannah Christ hat, um es in den Worten meines Kollegen B. zu sagen, Eier. Also, im übertragenen Sinne. Sie trägt nämlich, und das wird im Verlauf des Buches mehrmals erwähnt, das Parfüm Angel. Im Hochsommer, bei Temperaturen um die 30° C. Wer dieses Parfüm kennt, wird wissen, daß es eine (meiner Meinung nach) sehr schöne und einzigartige Duftnote hat. Aber es ist sehr schwer und intensiv und nur in homöopathischen Dosen zwischen November und März auszuhalten. Insofern: Respekt, Hannah. Und danke, daß du nicht stattdessen Opium trägst. Da wird mir schon beim Gedanken daran schlecht.
Aber zu wissen, welches Parfüm eine der Hauptfiguren trägt, macht das Buch auch nicht zu einem Bestseller. Daher würde ich mir für weitere Bücher von Herrn Löffler wünschen, daß er den flüssigen Schreibstil beibehält und von der Kreativität her noch 'ne Schippe drauflegt.
Blutsommer ist ein spannender Krimi, aber er bietet wirklich überhaupt gar nichts neues für jemanden, der schon etliche Krimis gelesen hat und / oder einige Folgen von Serien wie CSI oder Criminal Minds im Fernsehen gesehen hat. Dafür reiht sich aber ein Klischee ans andere: der Ermittler ist ein menschliches Wrack, dessen psychische Probleme einer ganzen Schar von Psychologiestudenten zu Themen für ihre Diplomarbeiten verhelfen könnten. Alle schönen Frauen fahren auf den größten Loser ab. Der Mörder hatte eine schlimme Kindheit (das ist jetzt nicht wirklich ein Spoiler, oder?).
Wenn Rainer Löffler mal noch ein Buch veröffentlicht und mir dieses Buch zufällig in die Hände fällt, werde ich es höchstwahrscheinlich lesen, weil ich nun einmal gern spannende und gruselige Krimis lese. Aber Blutsommer hat kein Alleinstellungsmerkmal, das es von dutzenden anderer Bücher mit ähnlichen Themen abhebt.
Die Handlung ist nicht sonderlich originell, und die Charaktere sind weder besonders sympathisch noch besonders unsympathisch. Hannah Christ hat, um es in den Worten meines Kollegen B. zu sagen, Eier. Also, im übertragenen Sinne. Sie trägt nämlich, und das wird im Verlauf des Buches mehrmals erwähnt, das Parfüm Angel. Im Hochsommer, bei Temperaturen um die 30° C. Wer dieses Parfüm kennt, wird wissen, daß es eine (meiner Meinung nach) sehr schöne und einzigartige Duftnote hat. Aber es ist sehr schwer und intensiv und nur in homöopathischen Dosen zwischen November und März auszuhalten. Insofern: Respekt, Hannah. Und danke, daß du nicht stattdessen Opium trägst. Da wird mir schon beim Gedanken daran schlecht.
Aber zu wissen, welches Parfüm eine der Hauptfiguren trägt, macht das Buch auch nicht zu einem Bestseller. Daher würde ich mir für weitere Bücher von Herrn Löffler wünschen, daß er den flüssigen Schreibstil beibehält und von der Kreativität her noch 'ne Schippe drauflegt.
Freitag, 29. März 2013
Sandra Brown: Smoke Screen
Die Fernsehreporterin Britt Shelley wacht eines Morgens neben der Leiche von Jay Burgess in dessen Bett auf und kann sich nicht erinnern, was passiert ist und wie sie dort hingekommen ist. Da Jay ermordet wurde, ist Britt natürlich die Hauptverdächtige. Die Tatsache, daß Jay selbst Polizist war und in der ganzen Stadt als Held verehrt wurde, macht Britts Situation nicht leichter. Dann aber taucht Raley Gannon auf, der sich schon einmal in der exakt gleichen Situation wie Britt befunden hat. Wenig später versucht jemand, Britt zu töten. Vieles deutet darauf hin, daß die Ereignisse mit einem Feuer in einer Polizeistation vor einigen Jahren zusammenhängen, bei dem ein Mann ums Leben kam. Britt und Raley beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen...
Ich bin ja im Moment auf einem Romantic Suspense Trip. Sandra Browns Bücher, auch dieses, sind mehr Suspense als Romantic, aber das macht nichts. Es ist wirklich wahnsinnig spannend. Ich mag es, wenn die Handlung eines Buches nie vorhersehbar ist und ständig überraschende Wendungen nimmt. Das ist bei Smoke Screen der Fall. Der Buchtitel ist übrigens unglaublich passend, was der Leser allerdings erst am Ende bemerkt.
Britt und Raley sind nicht gerade die allergrößten Sympathieträger unter den Buchprotagonisten - wobei ich Raley sympathischer fand als Britt - aber sie sind in Ordnung. Britt ist hat weder Verwandte noch wirkliche Freunde, sondern nur gelegentlich, um es in den unverblümten Worten meines Liebsten auszudrücken, einen Stecher. Sie ist ziemlich karrieregeil. Andererseits ist sie aber auch nicht ohne Mitgefühl, und daß sie vor Jahren eine recht fiese, aber nicht vollständig auf Tatsachen fußende Reportage über Raley gemacht hat, tut ihr aufrichtig leid. Raley ist etwas komplexer. Er war früher Feuerwehrmann, und das war auch sein absoluter Traumberuf. Durch das Feuer in der Polizeistation hat er jedoch alles verloren und schwankt stimmungsmäßig ein wenig zwischen Resignation und Rachsucht. Was mir aber sowohl an Raley als auch an Britt gefällt ist, daß sie beide die Fähigkeit besitzen, pragmatisch zu denken. Keine Hysterie, kein überflüssiges Drama, keine TSTL-Momente. Diese beiden betrachten ihre augenblickliche Situation, wägen ihre Optionen ab, und reagieren so sinnvoll wie möglich, auch wenn sie dabei das kleinste von mehreren möglichen Übeln wählen müssen.
Smoke Screen hat neben den beiden Hauptfiguren auch noch jede Menge interessanter Nebenfiguren zu bieten. Fast alle haben etwas zu verbergen und die meisten haben Dreck am Stecken, ganz unabhängig davon, ob sie reiche Bauunternehmer, Justizangestellte oder Ku Klux Klan-Mitglieder und Schwulenhasser sind. Die wirklich bösen sind nicht die, bei denen man es zunächst vermutet.
So ist es ein packendes Buch, das bis zum Ende die Spannung aufrecht erhält. Genau so muß ein Krimi sein!
Ich bin ja im Moment auf einem Romantic Suspense Trip. Sandra Browns Bücher, auch dieses, sind mehr Suspense als Romantic, aber das macht nichts. Es ist wirklich wahnsinnig spannend. Ich mag es, wenn die Handlung eines Buches nie vorhersehbar ist und ständig überraschende Wendungen nimmt. Das ist bei Smoke Screen der Fall. Der Buchtitel ist übrigens unglaublich passend, was der Leser allerdings erst am Ende bemerkt.
Britt und Raley sind nicht gerade die allergrößten Sympathieträger unter den Buchprotagonisten - wobei ich Raley sympathischer fand als Britt - aber sie sind in Ordnung. Britt ist hat weder Verwandte noch wirkliche Freunde, sondern nur gelegentlich, um es in den unverblümten Worten meines Liebsten auszudrücken, einen Stecher. Sie ist ziemlich karrieregeil. Andererseits ist sie aber auch nicht ohne Mitgefühl, und daß sie vor Jahren eine recht fiese, aber nicht vollständig auf Tatsachen fußende Reportage über Raley gemacht hat, tut ihr aufrichtig leid. Raley ist etwas komplexer. Er war früher Feuerwehrmann, und das war auch sein absoluter Traumberuf. Durch das Feuer in der Polizeistation hat er jedoch alles verloren und schwankt stimmungsmäßig ein wenig zwischen Resignation und Rachsucht. Was mir aber sowohl an Raley als auch an Britt gefällt ist, daß sie beide die Fähigkeit besitzen, pragmatisch zu denken. Keine Hysterie, kein überflüssiges Drama, keine TSTL-Momente. Diese beiden betrachten ihre augenblickliche Situation, wägen ihre Optionen ab, und reagieren so sinnvoll wie möglich, auch wenn sie dabei das kleinste von mehreren möglichen Übeln wählen müssen.
Smoke Screen hat neben den beiden Hauptfiguren auch noch jede Menge interessanter Nebenfiguren zu bieten. Fast alle haben etwas zu verbergen und die meisten haben Dreck am Stecken, ganz unabhängig davon, ob sie reiche Bauunternehmer, Justizangestellte oder Ku Klux Klan-Mitglieder und Schwulenhasser sind. Die wirklich bösen sind nicht die, bei denen man es zunächst vermutet.
So ist es ein packendes Buch, das bis zum Ende die Spannung aufrecht erhält. Genau so muß ein Krimi sein!
Samstag, 16. Februar 2013
Michelle Raven: Gefährlicher Einsatz
Rose Gomez ist die Witwe eines Navy SEALS, der bei einem Einsatz ums Leben kam. Sie ist Afghanistan-Expertin und lehrt als solche an einer Universität. Als zwei verdeckte Ermittlerinnen einer amerikanischen Sondereinheit in Afghanistan spurlos verschwinden, wird Rose von einem ehemaligen Kollegen ihres Mannes, Rock Basilone, um Hilfe gebeten. Eigentlich will Rose mit dem Militär nichts mehr zu tun haben, aber sie fühlt sich verpflichtet, den beiden Frauen zu helfen. Zu ihrer großen Überraschung fühlen sie und Rock sich schon bald unwiderstehlich zueinander hingezogen. Für die Liebe bleibt aber nicht viel Zeit, denn neben der Sorge um die verschwundenen Agentinnen gibt es auch noch die Gefahr, die von einem mächtigen afghanischen Warlord ausgeht...
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und wie fast immer bei Michelle Raven fand ich die Protagonisten richtig sympathisch und vernünftig. Hier gibt es keine übertrieben Macho-haften Alpha-Helden, die im Alleingang die ganze Welt retten, keine Hysterie und keine TSTL-Figuren, die sehenden Blickes in ihr Verderben rennen, um die Handlung voranzutreiben. Neben Rock und Rose (Moment mal, ich könnte schwören, daß es ein Parfüm dieses Namens gibt...aha, ich wußte es doch) und den anderen Navy SEALs folgt die Handlung auch den beiden Agentinnen Jade und Kyla. Dabei wird vor schlimmen Folterszenen nicht zurückgeschreckt, aber wenn die Handlung verlangt, daß eine Amerikanerin in Afghanistan gefangengenommen wird, ist das wohl kaum vermeidbar.
Ein paar kleinere Probleme hatte ich schon mit dem Buch. Da ist zunächst mal der Name der Sondereinheit, für die Jade und Kyla arbeiten. Die heißt TURT/LE. Leider habe ich mir die Stelle nicht markiert, wo die Abkürzung erklärt wird, und ich finde sie nicht wieder. Dummerweise habe ich statt TURT immer TURD gelesen. Dafür kann Michelle Raven natürlich nichts, aber es ist ein bißchen eklig. Ein deutlich größeres Problem habe ich allerdings mit dem Gedanken, Frauen als verdeckte Ermittlerinnen in ein Land zu schicken, in dem Frauen allgemein im gesellschaftlichen Ansehen irgendwo hinter Nutztieren, aber gerade noch vor Unrat stehen. Klar: als Verkleidung für Geheimagenten ist so eine Burka prima, denn darunter könnte wirklich jeder stecken, und solange statt der üblichen zwei nicht etwa vier Füße unten herausgucken, wird man nicht auffallen. Aber was nützt das schon, wenn man gar keine Bewegungsfreiheit hat und außer "Geh mir aus dem Weg, Frau!" niemand etwas Bedeutsames zu einem sagt?
Trotzdem: Gefährlicher Einsatz ist ein spannendes Buch und hat mich ausgezeichnet unterhalten. Das nächste Buch der Serie werde ich definitiv auch lesen.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und wie fast immer bei Michelle Raven fand ich die Protagonisten richtig sympathisch und vernünftig. Hier gibt es keine übertrieben Macho-haften Alpha-Helden, die im Alleingang die ganze Welt retten, keine Hysterie und keine TSTL-Figuren, die sehenden Blickes in ihr Verderben rennen, um die Handlung voranzutreiben. Neben Rock und Rose (Moment mal, ich könnte schwören, daß es ein Parfüm dieses Namens gibt...aha, ich wußte es doch) und den anderen Navy SEALs folgt die Handlung auch den beiden Agentinnen Jade und Kyla. Dabei wird vor schlimmen Folterszenen nicht zurückgeschreckt, aber wenn die Handlung verlangt, daß eine Amerikanerin in Afghanistan gefangengenommen wird, ist das wohl kaum vermeidbar.
Ein paar kleinere Probleme hatte ich schon mit dem Buch. Da ist zunächst mal der Name der Sondereinheit, für die Jade und Kyla arbeiten. Die heißt TURT/LE. Leider habe ich mir die Stelle nicht markiert, wo die Abkürzung erklärt wird, und ich finde sie nicht wieder. Dummerweise habe ich statt TURT immer TURD gelesen. Dafür kann Michelle Raven natürlich nichts, aber es ist ein bißchen eklig. Ein deutlich größeres Problem habe ich allerdings mit dem Gedanken, Frauen als verdeckte Ermittlerinnen in ein Land zu schicken, in dem Frauen allgemein im gesellschaftlichen Ansehen irgendwo hinter Nutztieren, aber gerade noch vor Unrat stehen. Klar: als Verkleidung für Geheimagenten ist so eine Burka prima, denn darunter könnte wirklich jeder stecken, und solange statt der üblichen zwei nicht etwa vier Füße unten herausgucken, wird man nicht auffallen. Aber was nützt das schon, wenn man gar keine Bewegungsfreiheit hat und außer "Geh mir aus dem Weg, Frau!" niemand etwas Bedeutsames zu einem sagt?
Trotzdem: Gefährlicher Einsatz ist ein spannendes Buch und hat mich ausgezeichnet unterhalten. Das nächste Buch der Serie werde ich definitiv auch lesen.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Jane Casey: The Burning
Maeve Kerrigan ist eine junge irischstämmige Polizistin, deren Karriere bei der Londoner Kriminalpolizei gerade erst am Anfang steht. Maeve, ihre Kollegen und ihre Vorgesetzten müssen einen schwierigen Fall aufklären: ein Serientäter tötet junge Frauen und verbrennt diese anschließend, so daß neben den Opfern der Verbrechen auch ein großer Teil des Beweismaterials vernichtet wird. Noch schwieriger wird die Aufgabe der Polizei dadurch, daß es beim fünften Opfer einige Unterschiede zu den anderen Fällen gibt - haben sie es etwa mit mehr als einem Täter zu tun?
The Burning ist ein wahnsinnig spannender Krimi, den ich in einem Rutsch durchgelesen und mir anschließend sofort alles andere besorgt habe, was Jane Casey geschrieben hat. Dabei ist die Geschichte ziemlich düster. Maeve selbst hat mit allen möglichen Problemen innerhalb der Polizei zu kämpfen. Es gibt Vorurteile gegen sie wegen ihrer irischen Herkunft und auch einfach, weil sie eine Frau und sehr jung und neu in dem Job ist. Maeves Chef Charles Godley wird von seinen Mitarbeitern mit nahezu kultischer Verehrung betrachtet, seine rechte Hand DI Tom Judd wird eher gefürchtet, und mit ihrem Kollegen Rob Langton ist sie befreundet, doch sie sind auch Konkurrenten.
Gleich auf den ersten paar Seiten des Buches wird ein Verdächtiger festgenommen, aber das ist natürlich eine falsche Spur - sonst könnte The Burning ja nicht über 480 Seiten haben! Was das Buch so überaus spannend macht, ist natürlich einerseits der Schreibstil von Jane Casey, den ich einfach mag. Andererseits ist es aber auch die detaillierte Beschreibung der akribischen Arbeit, die die Polizei leisten muß, um die anfangs sehr spärlichen Beweise zu finden, auszuwerten und zu deuten. Es war auch eine ziemliche Abwechslung, mal einen Krimi zu lesen, der in England spielt - ich muß zugeben, daß ich sonst doch mehr amerikanische als englische Bücher lese.
Ich sollte noch erwähnen, daß The Burning nicht ausschließlich aus Maeves Perspektive (und ja, in der Ich-Form) geschrieben ist. Teilweise wird die Geschichte auch aus der Sicht von Rob und von Louise, der Freundin eines der Opfer, beschrieben. Und während Rob ein netter Kerl ist, der Maeve gern hat und für seine Arbeit als Polizist sein bestes geben will, ist Louise...sagen wir mal, anders. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser ziemlich viel über Louise, und obwohl sie anfangs den Eindruck erweckt, eine graue Maus zu sein, die sich in der Popularität ihrer jüngst ermordeten Freundin Rebecca sonnen wollte, steckt doch sehr viel mehr dahinter. Ein weiterer interessanter Nebencharakter ist Rebeccas Ex-Freund Gil. Ein fieser und irgendwie schleimig-gruseliger Typ.
Aber ich will ja hier nicht das ganze Buch wiedergeben. Ich fand es wahnsinnig spannend und empfehle es jedem, der Krimis mag und damit leben kann, wenn diese aus verschiedenen Perspektiven in der Ich-Form geschrieben sind.
The Burning ist ein wahnsinnig spannender Krimi, den ich in einem Rutsch durchgelesen und mir anschließend sofort alles andere besorgt habe, was Jane Casey geschrieben hat. Dabei ist die Geschichte ziemlich düster. Maeve selbst hat mit allen möglichen Problemen innerhalb der Polizei zu kämpfen. Es gibt Vorurteile gegen sie wegen ihrer irischen Herkunft und auch einfach, weil sie eine Frau und sehr jung und neu in dem Job ist. Maeves Chef Charles Godley wird von seinen Mitarbeitern mit nahezu kultischer Verehrung betrachtet, seine rechte Hand DI Tom Judd wird eher gefürchtet, und mit ihrem Kollegen Rob Langton ist sie befreundet, doch sie sind auch Konkurrenten.
Gleich auf den ersten paar Seiten des Buches wird ein Verdächtiger festgenommen, aber das ist natürlich eine falsche Spur - sonst könnte The Burning ja nicht über 480 Seiten haben! Was das Buch so überaus spannend macht, ist natürlich einerseits der Schreibstil von Jane Casey, den ich einfach mag. Andererseits ist es aber auch die detaillierte Beschreibung der akribischen Arbeit, die die Polizei leisten muß, um die anfangs sehr spärlichen Beweise zu finden, auszuwerten und zu deuten. Es war auch eine ziemliche Abwechslung, mal einen Krimi zu lesen, der in England spielt - ich muß zugeben, daß ich sonst doch mehr amerikanische als englische Bücher lese.
Ich sollte noch erwähnen, daß The Burning nicht ausschließlich aus Maeves Perspektive (und ja, in der Ich-Form) geschrieben ist. Teilweise wird die Geschichte auch aus der Sicht von Rob und von Louise, der Freundin eines der Opfer, beschrieben. Und während Rob ein netter Kerl ist, der Maeve gern hat und für seine Arbeit als Polizist sein bestes geben will, ist Louise...sagen wir mal, anders. Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser ziemlich viel über Louise, und obwohl sie anfangs den Eindruck erweckt, eine graue Maus zu sein, die sich in der Popularität ihrer jüngst ermordeten Freundin Rebecca sonnen wollte, steckt doch sehr viel mehr dahinter. Ein weiterer interessanter Nebencharakter ist Rebeccas Ex-Freund Gil. Ein fieser und irgendwie schleimig-gruseliger Typ.
Aber ich will ja hier nicht das ganze Buch wiedergeben. Ich fand es wahnsinnig spannend und empfehle es jedem, der Krimis mag und damit leben kann, wenn diese aus verschiedenen Perspektiven in der Ich-Form geschrieben sind.
Mittwoch, 29. Februar 2012
Christa Faust: Money Shot
Angel Dare, eine ehemalige Pornodarstellerin, kann nicht nein sagen, als ein guter Freund sie bittet, ein letztes mal in solch einem Film mitzuspielen. Blöd nur, daß man versucht, sie zu ermorden, bevor sie auch nur ein einziges Mal stöhnen kann. Angel kann dem Tod entkommen, aber ihre Verfolger sind unerbittlich und bringen jeden um, der sich ihnen in den Weg stellt. So muß sie schnellstens herausfinden, wer hinter ihr her ist, und warum - und wie sie ihre Haut retten kann.
Money Shot wurde als Hardboiled Krimi angekündigt, hat ein schickes Retro-Cover und auch die Leseprobe war vielversprechend. Ich hatte mal Lust, so etwas zu lesen und habe auch genau das bekommen, was ich erwartet habe - mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen. Die Vorteile sind, daß die Handlung spannend und kurzweilig ist und keine Durchhänger hat. Mit einer Ausnahme ist die Handlung auch in sich schlüssig und logisch (die Ausnahme besteht darin, daß Angel einmal schwerverletzt und nur mit einer Mülltüte bekleidet durch eine Gegend irrt, die man selbst beim allerbesten Willen nur als "am ungewaschenen Arsch der Welt" bezeichnen kann. Trotzdem schafft sie es, in einer Telefonzelle einen Bekannten anzurufen, damit er ihr hilft. Wie macht sie das ohne Geld?). Aber egal, da gibt es wirklich nicht viel auszusetzen.
Der Nachteil des Buches ist einer, mit dem ich eigentlich hätte rechnen müssen; denn egal ob Hardboiled-Krimi oder Film Noir, eines haben sie alle gemeinsam: es gibt einschließlich der Protagonisten keine anständigen, sympathischen Personen. Und wenn doch mal so ein herzensguter Mensch sich in die Handlung verirrt, dann überlebt er/sie es nicht lange. So ist es auch hier. Angel selbst ist sicherlich keine Kriminelle, aber sie tut gegen Ende das Buches etwas, das zwar ein bißchen verständlich ist, sie aber für mich als Heldin endgültig disqualifiziert. Ich möchte einfach keine Zeit - selbst wenn es Lesezeit ist - mit jemandem verbringen, der zu so etwas in der Lage ist. Die meisten anderen handelnden Personen, insbesondere jemand, zu dem Angel im Lauf der Handlung Vertrauen faßt, sind keinen Deut besser. Es gibt noch etwas, das mich gestört hat, aber das ist meine eigene Schuld, denn in diesem Genre hätte ich nichts anderes erwarten dürfen. Damit meine ich die Tatsache, daß Menschen sich gegenseitig unfaßbar grausame Dinge antun und niemand sich deswegen wundert oder auch nur mit einer Wimper zuckt.
Money Shot ist insgesamt ein spannendes Buch mit einer nicht gänzlich unsympathischen Protagonistin - aber für mich sind Hardboiled Krimis (keine Ahnung ob es dafür einen deutschen Begriff gibt und wie der lautet. Hoffentlich denkt sich der Lyx Verlag keinen aus. Die sind ja berüchtigt für mißlungene Wortkreationen) wohl doch etwas, das ich sehr selten und in geringen Dosen genießen sollte!
Money Shot wurde als Hardboiled Krimi angekündigt, hat ein schickes Retro-Cover und auch die Leseprobe war vielversprechend. Ich hatte mal Lust, so etwas zu lesen und habe auch genau das bekommen, was ich erwartet habe - mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen. Die Vorteile sind, daß die Handlung spannend und kurzweilig ist und keine Durchhänger hat. Mit einer Ausnahme ist die Handlung auch in sich schlüssig und logisch (die Ausnahme besteht darin, daß Angel einmal schwerverletzt und nur mit einer Mülltüte bekleidet durch eine Gegend irrt, die man selbst beim allerbesten Willen nur als "am ungewaschenen Arsch der Welt" bezeichnen kann. Trotzdem schafft sie es, in einer Telefonzelle einen Bekannten anzurufen, damit er ihr hilft. Wie macht sie das ohne Geld?). Aber egal, da gibt es wirklich nicht viel auszusetzen.
Der Nachteil des Buches ist einer, mit dem ich eigentlich hätte rechnen müssen; denn egal ob Hardboiled-Krimi oder Film Noir, eines haben sie alle gemeinsam: es gibt einschließlich der Protagonisten keine anständigen, sympathischen Personen. Und wenn doch mal so ein herzensguter Mensch sich in die Handlung verirrt, dann überlebt er/sie es nicht lange. So ist es auch hier. Angel selbst ist sicherlich keine Kriminelle, aber sie tut gegen Ende das Buches etwas, das zwar ein bißchen verständlich ist, sie aber für mich als Heldin endgültig disqualifiziert. Ich möchte einfach keine Zeit - selbst wenn es Lesezeit ist - mit jemandem verbringen, der zu so etwas in der Lage ist. Die meisten anderen handelnden Personen, insbesondere jemand, zu dem Angel im Lauf der Handlung Vertrauen faßt, sind keinen Deut besser. Es gibt noch etwas, das mich gestört hat, aber das ist meine eigene Schuld, denn in diesem Genre hätte ich nichts anderes erwarten dürfen. Damit meine ich die Tatsache, daß Menschen sich gegenseitig unfaßbar grausame Dinge antun und niemand sich deswegen wundert oder auch nur mit einer Wimper zuckt.
Money Shot ist insgesamt ein spannendes Buch mit einer nicht gänzlich unsympathischen Protagonistin - aber für mich sind Hardboiled Krimis (keine Ahnung ob es dafür einen deutschen Begriff gibt und wie der lautet. Hoffentlich denkt sich der Lyx Verlag keinen aus. Die sind ja berüchtigt für mißlungene Wortkreationen) wohl doch etwas, das ich sehr selten und in geringen Dosen genießen sollte!
Sonntag, 9. Oktober 2011
Tami Hoag: Secrets to the Grave
Im Jahr 1986 hat sich das kleine kalifornische Städtchen Oak Knoll kaum vom Entsetzen über die Taten eines Serienmörders erholt, als schon wieder ein Mord geschieht: die Künstlerin Marissa Fordham wird tot in ihrem abgelegenen Haus gefunden. Bei ihr ist ihre 4jährige Tochter Haley, die jedoch so traumatisiert ist, daß sie nichts zum Tathergang sagen kann. Fieberhaft sucht die Polizei mit Hilfe des Profilers Vince Leone nach Hinweisen, doch für jedes gelöste Rätsel tauchen mehrere neue auf: Marissa war nicht die, die zu sein sie vorgab. Neben ihrer Mentorin Milo Bordain haben offensichtlich auch deren Ehemann und Sohn etwas zu verbergen, ganz zu schweigen von Marissas Freund, einem buchstäblich verückten Universitätsprofessor, und dessen Assistenten. Obendrein verschwindet auch noch Marissas Freundin Gina spurlos...
Secrets to the Grave ist, wie alle neueren Bücher von Tami Hoag, ein außerordentlich spannendes Buch. So spannend, daß ich auf meinen Nägeln gekaut hätte, wenn ich zum Nägel kauen neigen würde. Die Autorin legt ständig neue falsche Fährten und läßt ihre Ermittler die erschütterndsten Dinge über die Bekannten der Toten herausfinden. Alle haben finstere Geheimnisse, aber natürlich wurde haben nicht alle aufgrund dieser Geheimnisse auch getötet. Die Beschreibung der Polizeiarbeit ist faszinierend, denn obwohl das Buch im Jahr 1986 spielt, was mir gar nicht soo lange her vorkommt, steckte die Benutzung von Computern da natürlich noch in den Kinderschuhen. DNA-Spuren kamen als Beweise noch nicht in Frage, und, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann: wenn man in der Wildnis gestrandet ist, dann ist man in der Wildnis gestrandet. Keine Handys!
Interessant auch, wie berechnend der psychologisch geschulte Vince in seinem Umgang mit dem verückten Professor ist, um aus ihm Informationen herauszuholen. Trotzdem verliert er nie sein Mitgefühl mit Zander oder einer der anderen Personen, die er befragt.
Secrets to the Grave ist Thriller pur - es gibt einige wenige süße, liebevolle Momente zwischen Vince und seiner Frau Anne, aber es ist definitiv keine Liebesgeschichte. Wer aber mal etwas richtig spannendes lesen und bis zum Ende grübeln möchte, wer denn jetzt der Mörder war, der ist hier genau richtig. Von mir gibt's eine klare Empfehlung für dieses Buch.
Secrets to the Grave ist, wie alle neueren Bücher von Tami Hoag, ein außerordentlich spannendes Buch. So spannend, daß ich auf meinen Nägeln gekaut hätte, wenn ich zum Nägel kauen neigen würde. Die Autorin legt ständig neue falsche Fährten und läßt ihre Ermittler die erschütterndsten Dinge über die Bekannten der Toten herausfinden. Alle haben finstere Geheimnisse, aber natürlich wurde haben nicht alle aufgrund dieser Geheimnisse auch getötet. Die Beschreibung der Polizeiarbeit ist faszinierend, denn obwohl das Buch im Jahr 1986 spielt, was mir gar nicht soo lange her vorkommt, steckte die Benutzung von Computern da natürlich noch in den Kinderschuhen. DNA-Spuren kamen als Beweise noch nicht in Frage, und, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann: wenn man in der Wildnis gestrandet ist, dann ist man in der Wildnis gestrandet. Keine Handys!
Interessant auch, wie berechnend der psychologisch geschulte Vince in seinem Umgang mit dem verückten Professor ist, um aus ihm Informationen herauszuholen. Trotzdem verliert er nie sein Mitgefühl mit Zander oder einer der anderen Personen, die er befragt.
Secrets to the Grave ist Thriller pur - es gibt einige wenige süße, liebevolle Momente zwischen Vince und seiner Frau Anne, aber es ist definitiv keine Liebesgeschichte. Wer aber mal etwas richtig spannendes lesen und bis zum Ende grübeln möchte, wer denn jetzt der Mörder war, der ist hier genau richtig. Von mir gibt's eine klare Empfehlung für dieses Buch.
Dienstag, 20. September 2011
Leighton Gage: Buried Strangers
Als in einem Waldstück in der Nähe von São Paulo in Brasilien mehrere Leichen gefunden werden, wird die Bundespolizei in Gestalt von Chefinspektor Mario Silva zur Hilfe gerufen. Zunächst ist es schwierig, die Toten zu identifizieren, und es gibt scheinbar kein Motiv für die Morde - bis sich schließlich ein grauenhafter Verdacht in eine ungeheuerliche Gewißheit verwandelt...
Buried Strangers ist wieder ein ultra-harter Krimi mit dem Schauplatz Brasilien. Für Leute mit schwachen Nerven ist dieses Buch wirklich nichts, aber es ist extremst spannend und hat diesmal eine wesentliche straffere Erzählweise als das Vorgängerbuch Blood of the Wicked. Wieder werden die teilweise sehr üblen Zustände in Brasilien und die extremen Unterschiede zwischen dem Leben der reichen und der armen Leute in den schillerndsten Farben geschildert. Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie realistisch das alles ist, und der Autor scheint kein Brasilianer, sondern ein Amerikaner zu sein. Aber zumindest wirkt es sehr realistisch. Mir wurde beim Lesen jedenfalls mal wieder so richtig klar, wie gut wir es hier in Mitteleuropa eigentlich haben.
Da gibt es Leute, die in den allerärmlichsten Verhältnissen leben, und die ihren Arbeitgebern, sofern sie Arbeit haben, schutzlos ausgeliefert sind. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich jene, die sich fast alles leisten können; sogar neue Organe wie Lungen und Herzen, wenn nur das Geld stimmt. Die einen tun alles, um zu überleben - die anderen verteidigen ihre Privilegien mit Zähnen und Klauen. Auch die Polizei ist bis in die höchsten Ränge von Korruption durchdrungen.
Selbst diejenigen, die sich Eigenschaften wie Güte, Aufrichtigkeit und Mitgefühl bewahrt haben, haben ihre dunklen Seiten und neigen gelegentlich dazu, etwas illegales zu tun - bis hin zur Selbstjustiz.
Buried Strangers ist oft bestürzend und schockierend. Aber es ist auch ein wahnsinnig spannendes Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Eine unbedingte Empfehlung von mir für alle Leser mit starken Nerven.
Buried Strangers ist wieder ein ultra-harter Krimi mit dem Schauplatz Brasilien. Für Leute mit schwachen Nerven ist dieses Buch wirklich nichts, aber es ist extremst spannend und hat diesmal eine wesentliche straffere Erzählweise als das Vorgängerbuch Blood of the Wicked. Wieder werden die teilweise sehr üblen Zustände in Brasilien und die extremen Unterschiede zwischen dem Leben der reichen und der armen Leute in den schillerndsten Farben geschildert. Ich kann natürlich nicht einschätzen, wie realistisch das alles ist, und der Autor scheint kein Brasilianer, sondern ein Amerikaner zu sein. Aber zumindest wirkt es sehr realistisch. Mir wurde beim Lesen jedenfalls mal wieder so richtig klar, wie gut wir es hier in Mitteleuropa eigentlich haben.
Da gibt es Leute, die in den allerärmlichsten Verhältnissen leben, und die ihren Arbeitgebern, sofern sie Arbeit haben, schutzlos ausgeliefert sind. Am anderen Ende des Spektrums befinden sich jene, die sich fast alles leisten können; sogar neue Organe wie Lungen und Herzen, wenn nur das Geld stimmt. Die einen tun alles, um zu überleben - die anderen verteidigen ihre Privilegien mit Zähnen und Klauen. Auch die Polizei ist bis in die höchsten Ränge von Korruption durchdrungen.
Selbst diejenigen, die sich Eigenschaften wie Güte, Aufrichtigkeit und Mitgefühl bewahrt haben, haben ihre dunklen Seiten und neigen gelegentlich dazu, etwas illegales zu tun - bis hin zur Selbstjustiz.
Buried Strangers ist oft bestürzend und schockierend. Aber es ist auch ein wahnsinnig spannendes Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Eine unbedingte Empfehlung von mir für alle Leser mit starken Nerven.
Sonntag, 27. März 2011
Karen Rose: Todesbräute
Originaltitel: Scream for Me
In einer Kleinstadt im amerikanischen Bundesstaat Georgia wird die Leiche einer auf grausame Weise ums Leben gebrachten Frau gefunden, und Special Agent Daniel Vartanian soll bei der Aufklärung des Falls helfen. Das ist nicht leicht für ihn: seine Familie stammt aus der Gegend. Es ist eine der verkorkstesten Familien in der Geschichte des Kriminalromans, und jeder tuschelt über Daniel.
Etwa zur gleichen Zeit verschwindet Bailey, die Stiefschwester der Krankenschwester Alex Fallon, spurlos aus demselben Ort. Alex ist zutiefst besorgt: sie hatte von ihrer Stiefschwester, die drogensüchtig war, schon seit Jahren nichts gehört und hatte keine Ahnung, daß diese eine kleine Tochter namens Hope hat. Nun muß sich Alex um Hope kümmern, die seit dem Verschwinden ihrer Mutter nicht mehr spricht.
Die Polizei arbeitet fieberhaft daran, den Mord aufzuklären, weitere Morde zu verhindern und Bailey zu finden. Alex und Daniel fühlen sich zueinander hingezogen und unterstützen einander; aber wem kann man trauen? Haben wirklich alle Polizisten der kleinen Ortschaft ein aufrichtiges Interesse an der Aufklärung der Fälle, und welche Rolle spielt die grausige Vergangenheit von sowohl Alex' als auch Daniels Familie?
Todesbräute ist wieder ein typisches Karen Rose-Buch mit überaus sympathischen Protagonisten und außerordentlich grausamen Verbrechern, die wirklich widerliche Taten begehen. Es ist natürlich ein sehr düsteres Buch, auch weil es nicht nur einen Verbrecher gibt, der entsetzliche Taten begeht, sondern mehrere. Aber es ist nicht so finster wie so manch anderer Thriller (nicht, daß ich was gegen die finstere Sorte von Buch habe; auch die finden ihren Platz in meinem SUB), und das liegt an Daniel und Alex, die trotz ihrer schlimmen Erlebnisse anständige Menschen sind und es vor allem erstaunlicherweise geschafft haben, eben nicht alles negativ zu sehen. Sie verlieben sich und glauben ohne wenn und aber an das Gute im jeweils anderen - unter den Umständen ist das durchaus bewundernswert. Es gibt auch nicht diese "ich bin nicht gut genug für dich" - "nein, ich bin nicht gut genug für dich"-Szenen, die ich in Büchern mit tortured heroes immer so fürchterlich finde.
Sehr gelungen fand ich die Darstellung der Polizeiarbeit als Teamarbeit. Hier gibt es keine heldenhaften Einzelgänger und keinen Macho-Polizisten, der die Welt rettet, indem er ein paar Türen eintritt und dem Bösewicht mal so richtigdie Fresse poliert zeigt, daß er sich so nicht benehmen kann. Na ja, das mit dem Türen eintreten gibt's ja eh öfter im Fernsehen als in Büchern (das fand ich z. B. bei Starsky und Hutch immer ganz amüsant, aber amerikanische Türen sind ja auch nicht besonders robust).
Einzig die Darstellung der griechischen Großfamilie von Daniels Kollegen Luke fand ich etwas arg klischeehaft geraten, aber das kann ich leicht verzeihen. Todesbräute ist einfach ein gutes Buch und eine klare Empfehlung für alle, die gern Thriller und/oder Romantic Suspense lesen.
In einer Kleinstadt im amerikanischen Bundesstaat Georgia wird die Leiche einer auf grausame Weise ums Leben gebrachten Frau gefunden, und Special Agent Daniel Vartanian soll bei der Aufklärung des Falls helfen. Das ist nicht leicht für ihn: seine Familie stammt aus der Gegend. Es ist eine der verkorkstesten Familien in der Geschichte des Kriminalromans, und jeder tuschelt über Daniel.
Etwa zur gleichen Zeit verschwindet Bailey, die Stiefschwester der Krankenschwester Alex Fallon, spurlos aus demselben Ort. Alex ist zutiefst besorgt: sie hatte von ihrer Stiefschwester, die drogensüchtig war, schon seit Jahren nichts gehört und hatte keine Ahnung, daß diese eine kleine Tochter namens Hope hat. Nun muß sich Alex um Hope kümmern, die seit dem Verschwinden ihrer Mutter nicht mehr spricht.
Die Polizei arbeitet fieberhaft daran, den Mord aufzuklären, weitere Morde zu verhindern und Bailey zu finden. Alex und Daniel fühlen sich zueinander hingezogen und unterstützen einander; aber wem kann man trauen? Haben wirklich alle Polizisten der kleinen Ortschaft ein aufrichtiges Interesse an der Aufklärung der Fälle, und welche Rolle spielt die grausige Vergangenheit von sowohl Alex' als auch Daniels Familie?
Todesbräute ist wieder ein typisches Karen Rose-Buch mit überaus sympathischen Protagonisten und außerordentlich grausamen Verbrechern, die wirklich widerliche Taten begehen. Es ist natürlich ein sehr düsteres Buch, auch weil es nicht nur einen Verbrecher gibt, der entsetzliche Taten begeht, sondern mehrere. Aber es ist nicht so finster wie so manch anderer Thriller (nicht, daß ich was gegen die finstere Sorte von Buch habe; auch die finden ihren Platz in meinem SUB), und das liegt an Daniel und Alex, die trotz ihrer schlimmen Erlebnisse anständige Menschen sind und es vor allem erstaunlicherweise geschafft haben, eben nicht alles negativ zu sehen. Sie verlieben sich und glauben ohne wenn und aber an das Gute im jeweils anderen - unter den Umständen ist das durchaus bewundernswert. Es gibt auch nicht diese "ich bin nicht gut genug für dich" - "nein, ich bin nicht gut genug für dich"-Szenen, die ich in Büchern mit tortured heroes immer so fürchterlich finde.
Sehr gelungen fand ich die Darstellung der Polizeiarbeit als Teamarbeit. Hier gibt es keine heldenhaften Einzelgänger und keinen Macho-Polizisten, der die Welt rettet, indem er ein paar Türen eintritt und dem Bösewicht mal so richtig
Einzig die Darstellung der griechischen Großfamilie von Daniels Kollegen Luke fand ich etwas arg klischeehaft geraten, aber das kann ich leicht verzeihen. Todesbräute ist einfach ein gutes Buch und eine klare Empfehlung für alle, die gern Thriller und/oder Romantic Suspense lesen.
Dienstag, 18. Januar 2011
Jilliane Hoffman: Last Witness
Last Witness ist die Fortsetzung von Retribution, das ich irre spannend und fesselnd fand. Und düster, sehr düster - was aber angesichts dessen, was die Protagonistin erlebt hatte, auch kein Wunder ist.
In Last Witness könnte CJ Townsend, Staatsanwältin in Miami, eigentlich zur Ruhe kommen, denn sie weiß, daß der Mann, der sie vor vielen Jahren grausam vergewaltigt und verstümmelt hat, hinter Gittern sitzt und ihr nichts mehr tun kann. Im Polizisten Dominick Falconetti hat sie einen liebevollen Partner gefunden. Doch dann werden einige Polizisten ermordet, die mit der Verurteilung ihres Peinigers zu tun hatten - und auch CJ hat allen Grund, sich bedroht zu fühlen, denn sie hütet ein entsetzliches Geheimnis. Sollte es enthüllt werden, steht nicht nur ihr Beruf und ihre Beziehung zu Dominick auf dem Spiel, sondern auch ihr Leben!
Ich hätte nicht gedacht, daß das möglich sein könnte, aber Last Witness ist tatsächlich noch düsterer als Retribution. Wer ein bißchen empfindlich ist, sollte einen ganz großen Bogen um das Buch machen. Auch für mich war es fast ein bißchen zu grausig. CJ ist eine von diesen Heldinnen, die man erst nötigen möchte, ein Bütterchen zu essen und die man dann in eine warme Wolldecke wickeln und in den Schlaf singen möchte. Okay, die Wolldecke muß vielleicht nicht unbedingt sein - schließlich spielt das Buch in Florida. Aber ihr wißt was ich meine: sie schläft nicht, sie ißt nicht, sie vertraut ihren Kummer nicht ihrem Partner an. Die meiste Zeit denkt man wirklich, daß der Mörder müßte sich schon ziemlich beeilen, wenn er sie erwischen will, bevor sie vor lauter Kummer und Sorgen dahinschwindet.
Last Witness ist wirklich ein sehr, sehr spannendes Buch und am Schreibstil und dem Aufbau der Handlung gibt es überhaupt gar nichts auszusetzen - aber es hätte andererseits auch nicht geschadet, wenn die Protagonisten wenigstens ein oder zweimal einen Grund gehabt hätten, ein wenig zu schmunzeln. Oder vielleicht wenigstens mal diskret mit einem Mundwinkel zu zucken. Vielleicht war ich aber auch einfach nicht in Stimmung für düster und grauenhaft!
In Last Witness könnte CJ Townsend, Staatsanwältin in Miami, eigentlich zur Ruhe kommen, denn sie weiß, daß der Mann, der sie vor vielen Jahren grausam vergewaltigt und verstümmelt hat, hinter Gittern sitzt und ihr nichts mehr tun kann. Im Polizisten Dominick Falconetti hat sie einen liebevollen Partner gefunden. Doch dann werden einige Polizisten ermordet, die mit der Verurteilung ihres Peinigers zu tun hatten - und auch CJ hat allen Grund, sich bedroht zu fühlen, denn sie hütet ein entsetzliches Geheimnis. Sollte es enthüllt werden, steht nicht nur ihr Beruf und ihre Beziehung zu Dominick auf dem Spiel, sondern auch ihr Leben!
Ich hätte nicht gedacht, daß das möglich sein könnte, aber Last Witness ist tatsächlich noch düsterer als Retribution. Wer ein bißchen empfindlich ist, sollte einen ganz großen Bogen um das Buch machen. Auch für mich war es fast ein bißchen zu grausig. CJ ist eine von diesen Heldinnen, die man erst nötigen möchte, ein Bütterchen zu essen und die man dann in eine warme Wolldecke wickeln und in den Schlaf singen möchte. Okay, die Wolldecke muß vielleicht nicht unbedingt sein - schließlich spielt das Buch in Florida. Aber ihr wißt was ich meine: sie schläft nicht, sie ißt nicht, sie vertraut ihren Kummer nicht ihrem Partner an. Die meiste Zeit denkt man wirklich, daß der Mörder müßte sich schon ziemlich beeilen, wenn er sie erwischen will, bevor sie vor lauter Kummer und Sorgen dahinschwindet.
Last Witness ist wirklich ein sehr, sehr spannendes Buch und am Schreibstil und dem Aufbau der Handlung gibt es überhaupt gar nichts auszusetzen - aber es hätte andererseits auch nicht geschadet, wenn die Protagonisten wenigstens ein oder zweimal einen Grund gehabt hätten, ein wenig zu schmunzeln. Oder vielleicht wenigstens mal diskret mit einem Mundwinkel zu zucken. Vielleicht war ich aber auch einfach nicht in Stimmung für düster und grauenhaft!
Samstag, 15. Januar 2011
Dan Brown: The Da Vinci Code
Soll ich eine Zusammenfassung des Buches schreiben, obwohl es außer mir wahrscheinlich sowieso schon jeder kannte? Na okay, es gehört ja irgendwie dazu.
Robert Langdon ist ein renommierter amerikanischer Professor für religiöse Symbologie (heißt das so auf deutsch?), der auf einer Vortragsreise in Europa ist. Nach einem Vortrag in Paris erhält er mitten in der Nacht Besuch von der Polizei: Jacques Saunière, der Kurator des Louvre, wurde ermordet und hat vor seinem Tod einige geheimnisvolle Hinweise auf seinen Mörder hinterlassen. Die Polizei glaubt, daß Langdon beim Entschlüsseln dieser Hinweise helfen kann. Wenig später lernt er die französische Kryptologin Sophie Neveu kennen, die auch Saunières Enkeltochter ist - und schon bald sind die beiden auf der Flucht vor der Polizei und einem Geheimbund, der offenbar unbedingt etwas haben will, das Saunière besaß...
The Da Vinci Code ist eines der ganz wenigen Bücher, bei denen ich den Film so überzeugend fand, daß ich auch das Buch lesen wollte. Grund dafür ist nur eins: meine Vorliebe für absurde Verschwörungstheorien. Im wirklichen Leben finde ich Verschwörungstheorien amüsant, aber irgendwie auch nicht ganz ungefährlich, falls jemand wirklich daran glaubt. Als Handlungsgrundlage für Bücher und und Filme sind sie unschlagbar.
In The Da Vinci Code gibt es eine Menge Verschwörungstheorien; man weiß die ganze Zeit nicht so ganz genau, wer gut und wer böse ist, und es gibt herrlich verschachtelte Buchstaben- und sonstige Rätsel mit verschiedenen mehr oder weniger abstrusen Lösungsansätzen.
Also hat mich das Buch fast genauso gut unterhalten wie der Film. Aber nur fast. Dan Browns Schreibstil ist nämlich nicht besonders beeindruckend. Er ist eher nüchtern und sachlich, ein bißchen wie die Vermerke, die ich auf der Arbeit schreibe, wenn ich alle möglichen Leute über ein Verhandlungsergebnis informieren möchte. Robert Langdon, Sophie Neveu und alle anderen Personen werden mit einer gewissen Distanz beschrieben, so daß man einfach kein Gefühl für sie entwickeln kann und nicht wie bei anderen Büchern die Helden ins Herz schließen und die Schurken verabscheuen kann. Sie sind einfach da und man liest, wie sie erst das eine und dann das andere tun oder sagen, und damit basta.
Alles in allem ein spannendes Buch mit einer gut ausgedachten Handlung, angenehm abgefahrenen Verschwörungstheorien und interessanten Rätseln - aber ich muß nicht unbedingt weitere Bücher von Dan Brown lesen. Ich glaube, in diesem Fall könnten die Filme wirklich besser sein.
Robert Langdon ist ein renommierter amerikanischer Professor für religiöse Symbologie (heißt das so auf deutsch?), der auf einer Vortragsreise in Europa ist. Nach einem Vortrag in Paris erhält er mitten in der Nacht Besuch von der Polizei: Jacques Saunière, der Kurator des Louvre, wurde ermordet und hat vor seinem Tod einige geheimnisvolle Hinweise auf seinen Mörder hinterlassen. Die Polizei glaubt, daß Langdon beim Entschlüsseln dieser Hinweise helfen kann. Wenig später lernt er die französische Kryptologin Sophie Neveu kennen, die auch Saunières Enkeltochter ist - und schon bald sind die beiden auf der Flucht vor der Polizei und einem Geheimbund, der offenbar unbedingt etwas haben will, das Saunière besaß...
The Da Vinci Code ist eines der ganz wenigen Bücher, bei denen ich den Film so überzeugend fand, daß ich auch das Buch lesen wollte. Grund dafür ist nur eins: meine Vorliebe für absurde Verschwörungstheorien. Im wirklichen Leben finde ich Verschwörungstheorien amüsant, aber irgendwie auch nicht ganz ungefährlich, falls jemand wirklich daran glaubt. Als Handlungsgrundlage für Bücher und und Filme sind sie unschlagbar.
In The Da Vinci Code gibt es eine Menge Verschwörungstheorien; man weiß die ganze Zeit nicht so ganz genau, wer gut und wer böse ist, und es gibt herrlich verschachtelte Buchstaben- und sonstige Rätsel mit verschiedenen mehr oder weniger abstrusen Lösungsansätzen.
Also hat mich das Buch fast genauso gut unterhalten wie der Film. Aber nur fast. Dan Browns Schreibstil ist nämlich nicht besonders beeindruckend. Er ist eher nüchtern und sachlich, ein bißchen wie die Vermerke, die ich auf der Arbeit schreibe, wenn ich alle möglichen Leute über ein Verhandlungsergebnis informieren möchte. Robert Langdon, Sophie Neveu und alle anderen Personen werden mit einer gewissen Distanz beschrieben, so daß man einfach kein Gefühl für sie entwickeln kann und nicht wie bei anderen Büchern die Helden ins Herz schließen und die Schurken verabscheuen kann. Sie sind einfach da und man liest, wie sie erst das eine und dann das andere tun oder sagen, und damit basta.
Alles in allem ein spannendes Buch mit einer gut ausgedachten Handlung, angenehm abgefahrenen Verschwörungstheorien und interessanten Rätseln - aber ich muß nicht unbedingt weitere Bücher von Dan Brown lesen. Ich glaube, in diesem Fall könnten die Filme wirklich besser sein.
Sonntag, 1. August 2010
Leighton Gage: Blood of the Wicked
In Cascatas do Pontal, einer mittelgroßen Stadt im Westen des brasilianischen Bundesstaats São Paulo, wird ein Erzbischof erschossen, der dort eine neue Kirche einweihen will. Der Papst und der brasilianische Staatspräsident sind entsetzt, und so wird Chefinspektor Mario Silva von der brasilianischen Bundespolizei unverzüglich in den Ort geschickt, um das Verbrechen aufzuklären. Dort angekommen, finden Silva und sein Kollege und Neffe Hector Costa schnell heraus, daß in Cascatas ein regelrechter Krieg zwischen den Landbesitzern einerseits und den verarmten Landarbeitern andererseits im Gange ist. Es hat bereits mehrere Morde und Entführungen gegeben, und innerhalb der katholischen Kirche ist man sich uneins, welche Seite zu unterstützen ist. Dazu kommt, daß der Polizeichef des Ortes selbst kaum Interesse an der Aufklärung des Falls zu haben scheint, und schon gar nicht bereit ist, mit der Bundespolizei zusammenzuarbeiten...
Wow, dieser Krimi ist nichts für schwache Nerven. Es gibt einige Szenen mit extremer Gewalt, und fast noch schlimmer sind die Abgründe, die sich in den Charakteren der Personen, einschließlich der Polizisten, auftun. Das Buch hat außerdem genau die Art von Erzählstruktur, die mich normalerweise fürchterlich nervt: in der ersten Hälfte springt es ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Zuerst wird das erste Verbrechen - der Mord am Erzbischof - geschildert, dann wird Chefinspektor Silva mit der Aufklärung beauftragt, und anschließend folgt eine längere Schilderung von dessen wirklich grauenhaften Erlebnissen in seiner Jugend, die dazu führten, daß er Polizist werden wollte. In diesem Fall hat mir das aber nichts ausgemacht, denn das Buch ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich spannend.
Chefinspektor Silva und seine Kollegen müssen sich durch einen Wust von Korruption kämpfen, denn die reichen Landbesitzer benehmen sich wie Herrscher und werden von den Behörden des Landes auch so behandelt. Daneben gibt es unglaubliches Elend; und die armen Menschen sind nahezu rechtlos. Mit der Polizei sprechen oder ihr helfen mag niemand; die einen, weil sie etwas zu verbergen haben, die anderen, weil sie sich fürchten. Journalisten, die über gewisse Themen wie z. B. die Auseinandersetzungen zwischen Landbesitzern und Arbeitern schreiben, leben extrem gefährlich. Einmal muß einer der Polizisten sich sogar als schwuler Freier eines minderjährigen Straßenjungen ausgeben, um von diesem Informationen zu erhalten!
Ich bin nur einmal in meinem Leben für wenige Tage in Brasilien gewesen und kann so natürlich nicht behaupten, mich in dem Land und mit seinem Bewohnern besonders gut auszukennen. So kann ich auch nicht wirklich einschätzen, wie realistisch die Schilderungen des Buches sind. Aber ich befürchte fast, daß sie nicht völlig unrealistisch sind. Als ich dort war, hatte ich unter anderem die Gelegenheit, mich mit einigen Deutschen zu unterhalten, die schon seit einiger Zeit in Brasilien lebten und arbeiteten. Und was die über den Umgang mit der Befürchtung, überfallen zu werden, sagten, hat mich ziemlich schockiert. Die einhellige Meinung war nämlich, daß man sich daran gewöhnt, gelegentlich zum Opfer von Raubüberfällen zu werden. Man achtet darauf, "billig" aussehende Kleidung (T-Shirt, Shorts und Flip Flops) zu tragen, wenn man ausgeht, und man hat immer ein wenig Bargeld, etwa den Gegenwert von 20 €, bei sich. Wenn man dann überfallen und bedroht wird, händigt man ohne großes Getue das Geld aus und, ich zitiere: "es tut einem selbst nicht weh und der andere freut sich".
Blood of the Wicked ist jedenfalls ein superspannendes Buch mit sozialkritischen Elementen, und ich kann es jedem empfehlen, der sich traut, die extrem harten Gewaltszenen zu lesen.
Dieses Buch war ein Teil der Ich bilde mich weiter-Challenge.
Wow, dieser Krimi ist nichts für schwache Nerven. Es gibt einige Szenen mit extremer Gewalt, und fast noch schlimmer sind die Abgründe, die sich in den Charakteren der Personen, einschließlich der Polizisten, auftun. Das Buch hat außerdem genau die Art von Erzählstruktur, die mich normalerweise fürchterlich nervt: in der ersten Hälfte springt es ständig zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her. Zuerst wird das erste Verbrechen - der Mord am Erzbischof - geschildert, dann wird Chefinspektor Silva mit der Aufklärung beauftragt, und anschließend folgt eine längere Schilderung von dessen wirklich grauenhaften Erlebnissen in seiner Jugend, die dazu führten, daß er Polizist werden wollte. In diesem Fall hat mir das aber nichts ausgemacht, denn das Buch ist wirklich von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich spannend.
Chefinspektor Silva und seine Kollegen müssen sich durch einen Wust von Korruption kämpfen, denn die reichen Landbesitzer benehmen sich wie Herrscher und werden von den Behörden des Landes auch so behandelt. Daneben gibt es unglaubliches Elend; und die armen Menschen sind nahezu rechtlos. Mit der Polizei sprechen oder ihr helfen mag niemand; die einen, weil sie etwas zu verbergen haben, die anderen, weil sie sich fürchten. Journalisten, die über gewisse Themen wie z. B. die Auseinandersetzungen zwischen Landbesitzern und Arbeitern schreiben, leben extrem gefährlich. Einmal muß einer der Polizisten sich sogar als schwuler Freier eines minderjährigen Straßenjungen ausgeben, um von diesem Informationen zu erhalten!
Ich bin nur einmal in meinem Leben für wenige Tage in Brasilien gewesen und kann so natürlich nicht behaupten, mich in dem Land und mit seinem Bewohnern besonders gut auszukennen. So kann ich auch nicht wirklich einschätzen, wie realistisch die Schilderungen des Buches sind. Aber ich befürchte fast, daß sie nicht völlig unrealistisch sind. Als ich dort war, hatte ich unter anderem die Gelegenheit, mich mit einigen Deutschen zu unterhalten, die schon seit einiger Zeit in Brasilien lebten und arbeiteten. Und was die über den Umgang mit der Befürchtung, überfallen zu werden, sagten, hat mich ziemlich schockiert. Die einhellige Meinung war nämlich, daß man sich daran gewöhnt, gelegentlich zum Opfer von Raubüberfällen zu werden. Man achtet darauf, "billig" aussehende Kleidung (T-Shirt, Shorts und Flip Flops) zu tragen, wenn man ausgeht, und man hat immer ein wenig Bargeld, etwa den Gegenwert von 20 €, bei sich. Wenn man dann überfallen und bedroht wird, händigt man ohne großes Getue das Geld aus und, ich zitiere: "es tut einem selbst nicht weh und der andere freut sich".
Blood of the Wicked ist jedenfalls ein superspannendes Buch mit sozialkritischen Elementen, und ich kann es jedem empfehlen, der sich traut, die extrem harten Gewaltszenen zu lesen.
Dieses Buch war ein Teil der Ich bilde mich weiter-Challenge.
Sonntag, 4. April 2010
Tami Hoag: Deeper Than The Dead
Kalifornien im Jahr 1985: in einem kleinen, ruhigen Ort entdecken Schulkinder in einem Wäldchen eine grausam zugerichtete Frauenleiche. Anne Navarre, die Lehrerin der Kinder, versucht, ihnen über das schreckliche Erlebnis hinwegzuhelfen. Unterdessen befürchtet die Polizei des Örtchens, daß der Mörder ein Serientäter ist, denn es gibt noch mehr ungeklärte Morde. Sie bittet Vince Leone vom FBI um Hilfe, der sich mit der damals noch neuartigen Technik des Profilings befaßt. Dann beginnen sich die Ereignisse zu überstürzen und der grausame Mörder schlägt wieder zu...
Tami Hoag steht ganz weit oben auf meiner vergleichsweise kurzen Liste von Autobuy-Autoren. Früher habe ich einige ihrer Liebesromane gelesen. Die fand ich nicht schlecht, aber ihre Macho-Helden haben mich ziemlich genervt. Aber ihre Thriller sind unglaublich spannend. Habe ich einmal angefangen, einen zu lesen, kann ich ihn kaum noch beiseite legen. Deeper Than The Dead ist keine Ausnahme von dieser Regel, aber es ist für Tami Hoags Verhältnisse ein sehr kurzes Buch, dessen Handlung sich im Verlauf nur weniger Tage abspielt. Es sind 421 Seiten in recht großer Schrift, kein Vergleich zu einigen ihrer anderen Wälzer. Das ist aber auch schon mein einziger Kritikpunkt. Das Buch ist einfach irre spannend!
Trotzdem kommt die Charakterisierung der Personen keineswegs zu kurz. Man lernt sie alle recht gut kennen und erfährt, was sie zu ihren Handlungen motiviert. Das schließt sogar die...hm...nicht so netten Personen mit ein. Man mag sie nicht, aber man versteht, was sie zum Durchdrehen bringt, wenn sie denn durchdrehen. Wobei die Motivation des Serienkillers nicht gerade etwas nie dagewesenes ist - aber egal, das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Anne und Vince mochte ich gut leiden. Anne hatte berufliche Ambitionen, die sie aufgegeben hat, um sich um ihren kranken Vater zu kümmern, mit dem sie sich überhaupt nicht versteht. Trotzdem ist sie alles andere als die klassische Fußabtreter-Romanheldin, die sich von jedem alles gefallen läßt. Sie ist sehr warmherzig und sorgt sich um ihre Schüler, aber sie kann sich durchaus durchsetzen, wenn es sein muß, und bietet ihrem Vater im Verlauf des Buchs immer öfter die Stirn.
Vince ist ein ganzes Stück älter als Anne und verliebt sich sofort in sie. Er verliert auch keine Zeit, sie das wissen zu lassen. Das klingt erstmal seltsam, aber er hat einen ausgezeichneten Grund dafür.
Und der Höhepunkt und Schluß des Buches ist der helle Wahnsinn. So etwas spannendes, schauriges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist eine gute Sache, daß mich niemand beim Lesen gestört hat, sonst hätte ich meinerseits auch ein paar finstere Drohungen aussprechen müssen. Wer Thriller mag, sollte sich Deeper Than The Dead auf keinen Fall entgehen lassen!
Tami Hoag steht ganz weit oben auf meiner vergleichsweise kurzen Liste von Autobuy-Autoren. Früher habe ich einige ihrer Liebesromane gelesen. Die fand ich nicht schlecht, aber ihre Macho-Helden haben mich ziemlich genervt. Aber ihre Thriller sind unglaublich spannend. Habe ich einmal angefangen, einen zu lesen, kann ich ihn kaum noch beiseite legen. Deeper Than The Dead ist keine Ausnahme von dieser Regel, aber es ist für Tami Hoags Verhältnisse ein sehr kurzes Buch, dessen Handlung sich im Verlauf nur weniger Tage abspielt. Es sind 421 Seiten in recht großer Schrift, kein Vergleich zu einigen ihrer anderen Wälzer. Das ist aber auch schon mein einziger Kritikpunkt. Das Buch ist einfach irre spannend!
Trotzdem kommt die Charakterisierung der Personen keineswegs zu kurz. Man lernt sie alle recht gut kennen und erfährt, was sie zu ihren Handlungen motiviert. Das schließt sogar die...hm...nicht so netten Personen mit ein. Man mag sie nicht, aber man versteht, was sie zum Durchdrehen bringt, wenn sie denn durchdrehen. Wobei die Motivation des Serienkillers nicht gerade etwas nie dagewesenes ist - aber egal, das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Anne und Vince mochte ich gut leiden. Anne hatte berufliche Ambitionen, die sie aufgegeben hat, um sich um ihren kranken Vater zu kümmern, mit dem sie sich überhaupt nicht versteht. Trotzdem ist sie alles andere als die klassische Fußabtreter-Romanheldin, die sich von jedem alles gefallen läßt. Sie ist sehr warmherzig und sorgt sich um ihre Schüler, aber sie kann sich durchaus durchsetzen, wenn es sein muß, und bietet ihrem Vater im Verlauf des Buchs immer öfter die Stirn.
Vince ist ein ganzes Stück älter als Anne und verliebt sich sofort in sie. Er verliert auch keine Zeit, sie das wissen zu lassen. Das klingt erstmal seltsam, aber er hat einen ausgezeichneten Grund dafür.
Und der Höhepunkt und Schluß des Buches ist der helle Wahnsinn. So etwas spannendes, schauriges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist eine gute Sache, daß mich niemand beim Lesen gestört hat, sonst hätte ich meinerseits auch ein paar finstere Drohungen aussprechen müssen. Wer Thriller mag, sollte sich Deeper Than The Dead auf keinen Fall entgehen lassen!
Samstag, 23. Januar 2010
Kathy Reichs: Break No Bones
Wenn ich mich nicht verzählt habe, ist Break No Bones das 9. Buch in Kathy Reichs' Temperance Brennan-Serie, die übrigens mit der Fernsehserie Bones außer dem Namen und dem Beruf der Protagonistin überhaupt nichts gemeinsam hat.
Temperance Brennan ist eine forensische Anthropologin, Anfang/Mitte 40, die sich von ihrem Ehemann (einem Rechtsanwalt) getrennt hat und einen neuen Liebhaber (einen kanadischen Polizisten) hat. Im Auftrag einer Universität führt sie auf einer kleinen Insel vor der Küste South Carolinas mit Studenten eine Ausgrabung durch, bei der interessante Überreste einer Besiedlung durch Nordamerikanische Ureinwohner gefunden werden. Am letzten Tag der Ausgrabung wird jedoch die Leiche eines vor sehr viel kürzerer Zeit gestorbenen Menschen gefunden, und schon gibt es einen Mordfall.
Da die Gerichtsmedizinerin des Ortes, eine Freundin von Tempe, schwer krank ist, bittet sie Tempe um Hilfe bei den Untersuchungen. Nur werden wenig später weitere Tote gefunden, und es stellt sich die Frage, ob sie alle Mordopfer sind, und ob ihr Tod mit einer Armenklinik zusammenhängt, die von einer religiösen Sekte finanziert wird. Bei just dieser religiösen Sekte stellt auch Tempes beinah-Exmann im Auftrag eines Klienten Ermittlungen an, der wenig später mit ihr auch das Haus teilt, das sie von einer anderen Freundin "geliehen" hat. Dann taucht auch noch Tempes eifersüchtiger Liebhaber auf, und da Mordanschläge auf sie verübt werden, müssen Tempe und ihre Männer der Polizei helfen, schnellstens den oder die Täter zu finden...
Das ist eine ziemlich lange Inhaltsangabe, aber es passiert auch viel in dem Buch. Ich fand es sehr spannend und fesselnd und werde auf jeden Fall den nächsten Teil der Serie bald lesen. In einer Rezension habe ich mal etwas in der Richtung gelesen, daß Kathy Reichs einen gewöhnungsbedürftigen und nicht gerade filigranen Schreibstil habe. Deswegen habe ich diesmal darauf geachtet, und tatsächlich: mir kam es so vor, als wäre der Schreibstil ein wenig abgehackt und sehr umgangssprachlich - so als säße die Autorin vor dem Leser und würde die Geschichte einfach erzählen. Richtig beurteilen kann ich das wohl nicht, denn Englisch ist ja nicht meine Muttersprache. Jedenfalls hat es mich nicht gestört - im Gegenteil: es hat mir gefallen.
Im Gegensatz zu einigen anderen der Bücher wird diesmal nicht sehr detailliert beschrieben, wie die Knochen der Toten untersucht werden, und was man mit ihnen alles anstellen kann, um herauszufinden, wie und wann sie zu Tode gekommen sind.
Und ich fand, daß Tempe ruhig ein bißchen netter zu ihrem Liebhaber hätte sein können. Ein Beispiel: da er sieht, daß sie sich nach wie vor sehr gut mit ihrem Ehemann versteht, möchte er wissen, wie sie zu ihm steht, und unter anderem fragt er sie, warum sie ihn immer mit seinem Nachnamen anspricht. Als Antwort sagt sie so etwas wie: aber du heißt doch so. Hm. Er ist daraufhin ziemlich geknickt, und ich wäre das an seiner Stelle auch.
Das sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte. Mir hat das Buch über 400 Seiten spannende Unterhaltung geboten - was will man mehr?
Temperance Brennan ist eine forensische Anthropologin, Anfang/Mitte 40, die sich von ihrem Ehemann (einem Rechtsanwalt) getrennt hat und einen neuen Liebhaber (einen kanadischen Polizisten) hat. Im Auftrag einer Universität führt sie auf einer kleinen Insel vor der Küste South Carolinas mit Studenten eine Ausgrabung durch, bei der interessante Überreste einer Besiedlung durch Nordamerikanische Ureinwohner gefunden werden. Am letzten Tag der Ausgrabung wird jedoch die Leiche eines vor sehr viel kürzerer Zeit gestorbenen Menschen gefunden, und schon gibt es einen Mordfall.
Da die Gerichtsmedizinerin des Ortes, eine Freundin von Tempe, schwer krank ist, bittet sie Tempe um Hilfe bei den Untersuchungen. Nur werden wenig später weitere Tote gefunden, und es stellt sich die Frage, ob sie alle Mordopfer sind, und ob ihr Tod mit einer Armenklinik zusammenhängt, die von einer religiösen Sekte finanziert wird. Bei just dieser religiösen Sekte stellt auch Tempes beinah-Exmann im Auftrag eines Klienten Ermittlungen an, der wenig später mit ihr auch das Haus teilt, das sie von einer anderen Freundin "geliehen" hat. Dann taucht auch noch Tempes eifersüchtiger Liebhaber auf, und da Mordanschläge auf sie verübt werden, müssen Tempe und ihre Männer der Polizei helfen, schnellstens den oder die Täter zu finden...
Das ist eine ziemlich lange Inhaltsangabe, aber es passiert auch viel in dem Buch. Ich fand es sehr spannend und fesselnd und werde auf jeden Fall den nächsten Teil der Serie bald lesen. In einer Rezension habe ich mal etwas in der Richtung gelesen, daß Kathy Reichs einen gewöhnungsbedürftigen und nicht gerade filigranen Schreibstil habe. Deswegen habe ich diesmal darauf geachtet, und tatsächlich: mir kam es so vor, als wäre der Schreibstil ein wenig abgehackt und sehr umgangssprachlich - so als säße die Autorin vor dem Leser und würde die Geschichte einfach erzählen. Richtig beurteilen kann ich das wohl nicht, denn Englisch ist ja nicht meine Muttersprache. Jedenfalls hat es mich nicht gestört - im Gegenteil: es hat mir gefallen.
Im Gegensatz zu einigen anderen der Bücher wird diesmal nicht sehr detailliert beschrieben, wie die Knochen der Toten untersucht werden, und was man mit ihnen alles anstellen kann, um herauszufinden, wie und wann sie zu Tode gekommen sind.
Und ich fand, daß Tempe ruhig ein bißchen netter zu ihrem Liebhaber hätte sein können. Ein Beispiel: da er sieht, daß sie sich nach wie vor sehr gut mit ihrem Ehemann versteht, möchte er wissen, wie sie zu ihm steht, und unter anderem fragt er sie, warum sie ihn immer mit seinem Nachnamen anspricht. Als Antwort sagt sie so etwas wie: aber du heißt doch so. Hm. Er ist daraufhin ziemlich geknickt, und ich wäre das an seiner Stelle auch.
Das sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte. Mir hat das Buch über 400 Seiten spannende Unterhaltung geboten - was will man mehr?
Sonntag, 11. Oktober 2009
Karen Rose: Todesschrei (Originaltitel: Die For Me)
Auf einem abgelegenen Feld in Philadelphia werden mehre Gräber gefunden. Schnell findet die Polizei heraus, daß die Toten ermordet und einige von ihnen gefoltert wurden. Um Informationen über die Foltermethoden zu erhalten, wendet sich Detective Vito Ciccotelli an die Archäologin Sophie Johannsen. Schon bald sucht sich der Mörder neue Opfer und Vito, sein Team und auch Sophie tun alles, um ihn zu finden und sich und ihre Angehörigen vor ihm zu schützen...
Dieses Buch habe ich in der Bücherabteilung bei Kaufland entdeckt; ich kann nämlich eigentlich nie an Bücherabteilungen vorbeigehen. Ich bin lange vor dem Bücherregal auf- und abgegangen und habe überlegt, ob ich es wirklich kaufen soll, denn Bücher von englischsprachigen Autoren lese ich ja normalerweise lieber im Original. Aber die ersten paar Seiten fand ich gleich sehr packend, und da habe ich es dann doch mit genommen. Und ich habe es nicht bereut! An diesem Buch stimmt wirklich alles. Genau so soll ein Romantic Suspense meiner Ansicht nach sein.
Ich mag die Protagonisten sehr, vor allem Vito. Vito hat durch seine Arbeit als Polizist schon einiges erlebt, auch wirklich schlimme Dinge. Aber anders als viele andere Krimi-Protagonisten ist er kein bißchen zynisch oder verbittert. Er geht respektvoll mit anderen Menschen um und für ihn gibt es keine Alleingänge - er arbeitet im Team. Vito hat ein sehr gesundes Selbstbewußtsein und ist sich sicher, auf Frauen im Allgemeinen und Sophie im Besonderen attraktiv zu wirken; trotzdem tritt er weder arrogant noch machohaft auf. Er hat eine Familie, mit der er zusammenhält und die er über alles liebt.
Sophie ist ein wenig schwieriger, doch ihre Eigenheiten werden aufgrund ihrer kuriosen Familienverhältnisse und eines schlimmen Erlebnisses, das sie als junge Frau hatte, plausibel erklärt. Sie ist sehr intelligent, und das beste daran ist, daß sie in der Lage ist, ihre eigenen Fehler zu erkennen und dann über ihren eigenen Schatten zu springen und sich zu ändern.
Auch die anderen Charaktere des Buches sind sympathisch bzw. zumindest so beschrieben, daß man ihre Handlungen versteht. Eine Ausnahme bildet da natürlich der Mörder: der ist einfach ein Psychopath.
Ganz besonders hat mir auch die Beschreibung der Polizeiarbeit gefallen. Vito, seine Chefin und seine Kollegen setzen sich zusammen und überlegen, was sie tun können, um den Mörder zu finden und zu überführen. Sie alle arbeiten so schnell und effizient wie möglich und helfen sich gegenseitig. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Verbrecher aufzuhalten - keinem von ihnen geht es nur darum, besser zu sein als die anderen.
Todesschrei ist ein richtig spannendes, gut geschriebenes Buch mit sympathischen Charakteren und empfehlenswert für jeden, der dieses Genre mag.
Eine einzige Frage hätte ich allerdings doch noch: Kann man wirklich die Leiche eines erwachsenen Mannes im Kofferraum eines Porsche verstecken? (Es ist ein Sportwagen, kein Cayenne). Aber hey - das ist keine Kritik. Nur 'ne Frage!
Dieses Buch habe ich in der Bücherabteilung bei Kaufland entdeckt; ich kann nämlich eigentlich nie an Bücherabteilungen vorbeigehen. Ich bin lange vor dem Bücherregal auf- und abgegangen und habe überlegt, ob ich es wirklich kaufen soll, denn Bücher von englischsprachigen Autoren lese ich ja normalerweise lieber im Original. Aber die ersten paar Seiten fand ich gleich sehr packend, und da habe ich es dann doch mit genommen. Und ich habe es nicht bereut! An diesem Buch stimmt wirklich alles. Genau so soll ein Romantic Suspense meiner Ansicht nach sein.
Ich mag die Protagonisten sehr, vor allem Vito. Vito hat durch seine Arbeit als Polizist schon einiges erlebt, auch wirklich schlimme Dinge. Aber anders als viele andere Krimi-Protagonisten ist er kein bißchen zynisch oder verbittert. Er geht respektvoll mit anderen Menschen um und für ihn gibt es keine Alleingänge - er arbeitet im Team. Vito hat ein sehr gesundes Selbstbewußtsein und ist sich sicher, auf Frauen im Allgemeinen und Sophie im Besonderen attraktiv zu wirken; trotzdem tritt er weder arrogant noch machohaft auf. Er hat eine Familie, mit der er zusammenhält und die er über alles liebt.
Sophie ist ein wenig schwieriger, doch ihre Eigenheiten werden aufgrund ihrer kuriosen Familienverhältnisse und eines schlimmen Erlebnisses, das sie als junge Frau hatte, plausibel erklärt. Sie ist sehr intelligent, und das beste daran ist, daß sie in der Lage ist, ihre eigenen Fehler zu erkennen und dann über ihren eigenen Schatten zu springen und sich zu ändern.
Auch die anderen Charaktere des Buches sind sympathisch bzw. zumindest so beschrieben, daß man ihre Handlungen versteht. Eine Ausnahme bildet da natürlich der Mörder: der ist einfach ein Psychopath.
Ganz besonders hat mir auch die Beschreibung der Polizeiarbeit gefallen. Vito, seine Chefin und seine Kollegen setzen sich zusammen und überlegen, was sie tun können, um den Mörder zu finden und zu überführen. Sie alle arbeiten so schnell und effizient wie möglich und helfen sich gegenseitig. Ihr gemeinsames Ziel ist es, den Verbrecher aufzuhalten - keinem von ihnen geht es nur darum, besser zu sein als die anderen.
Todesschrei ist ein richtig spannendes, gut geschriebenes Buch mit sympathischen Charakteren und empfehlenswert für jeden, der dieses Genre mag.
Eine einzige Frage hätte ich allerdings doch noch: Kann man wirklich die Leiche eines erwachsenen Mannes im Kofferraum eines Porsche verstecken? (Es ist ein Sportwagen, kein Cayenne). Aber hey - das ist keine Kritik. Nur 'ne Frage!
Freitag, 19. Juni 2009
Verflucht sei dein Name von Olivier Descosse
Luc Vernon arbeitet in der renommierten Pariser Anwaltskanzlei seines Vaters, von dem er jedoch entfremdet ist. Plötzlich wird der Vater krank, in seiner Wohnung wird der Butler auf grauenhafte Art ermordet, und Luc selbst verbringt eine Nacht mit einer Unbekannten, die ihn unter Drogen setzt und mißhandelt. Der Versuch, den Zusammenhang zwischen all diesen Ereignissen zu ergründen und mehr über das Leben seines Vaters zu ergründen, führt Luc quer durch Europa, in die USA und schließlich in die brasilianischen Regenwälder...
Für das Buch habe ich 3 Wochen gebraucht, was aber nicht gegen es spricht: es ist einerseits ein recht dickes Buch und andererseits - man glaubt es kaum - in dieser Zeit mußte ich 3 Wochen am Stück arbeiten, außer an den Wochenenden. Das ist in diesem Jahr wegen Kurzarbeit, Urlaub und Feiertagen noch gar nicht so oft vorgekommen! Eins muß man dem Autor wirklich lassen, er hat eine blühende Fantasie. Wäre er ein Sim, hätte er bestimmt einen Beruf wie "Verschwörungstheorie-Erfinder". Und das meine ich durchaus als Kompliment: ich liebe mexikanische Seifenopern, Horrorfilme (sogar "Die Nacht der reitenden Leichen") und vieles andere, was völlig absurd, aber auch wieder interessant und/oder lustig ist. Hier haben wir Kunstwerke, die sich von Kunstwerken in Nazi-Memorabilien in noch etwas völlig anderes verwandeln - nicht schlecht. Das Problem ist nur, daß ich keine der Personen in diesem Buch besonders gut leiden mochte. Nicht, daß ich Luc schrecklich unsympathisch fand, aber so richtig verstanden habe ich ihn nicht. Und wenn ich mit einem Typen eine Nacht verbrächte und der mich unter Drogen setzte und sich mit dem Messer an meiner Person zu schaffen machte - tja, der würde am nächsten Tag Besuch von einem russischen Schlägertrupp oder der Polizei oder beiden nacheinander bekommen. Auf keinen Fall würde ich mit ihm eine Reise unternehmen, egal welche Gründe er für das Schlachtfest an meinem wehr- und bewußtlosen Luxuskörper vorbrächte! So, jetzt genug der verzwickten Konjunktive (oder sind es Konditionale? Keine Ahnung) zu fortgeschrittener Stunde.
Gute Nacht und gehabt euch wohl!
Susi
Für das Buch habe ich 3 Wochen gebraucht, was aber nicht gegen es spricht: es ist einerseits ein recht dickes Buch und andererseits - man glaubt es kaum - in dieser Zeit mußte ich 3 Wochen am Stück arbeiten, außer an den Wochenenden. Das ist in diesem Jahr wegen Kurzarbeit, Urlaub und Feiertagen noch gar nicht so oft vorgekommen! Eins muß man dem Autor wirklich lassen, er hat eine blühende Fantasie. Wäre er ein Sim, hätte er bestimmt einen Beruf wie "Verschwörungstheorie-Erfinder". Und das meine ich durchaus als Kompliment: ich liebe mexikanische Seifenopern, Horrorfilme (sogar "Die Nacht der reitenden Leichen") und vieles andere, was völlig absurd, aber auch wieder interessant und/oder lustig ist. Hier haben wir Kunstwerke, die sich von Kunstwerken in Nazi-Memorabilien in noch etwas völlig anderes verwandeln - nicht schlecht. Das Problem ist nur, daß ich keine der Personen in diesem Buch besonders gut leiden mochte. Nicht, daß ich Luc schrecklich unsympathisch fand, aber so richtig verstanden habe ich ihn nicht. Und wenn ich mit einem Typen eine Nacht verbrächte und der mich unter Drogen setzte und sich mit dem Messer an meiner Person zu schaffen machte - tja, der würde am nächsten Tag Besuch von einem russischen Schlägertrupp oder der Polizei oder beiden nacheinander bekommen. Auf keinen Fall würde ich mit ihm eine Reise unternehmen, egal welche Gründe er für das Schlachtfest an meinem wehr- und bewußtlosen Luxuskörper vorbrächte! So, jetzt genug der verzwickten Konjunktive (oder sind es Konditionale? Keine Ahnung) zu fortgeschrittener Stunde.
Gute Nacht und gehabt euch wohl!
Susi
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