Kyla Mosley ist eine amerikanische Geheimagentin, die einen Einsatz in Afghanistan nur knapp überlebt hat, nicht zuletzt dank eines geheimnisvollen Retters, den sie nur unter dem Namen "Hamid" kennt. Monate nach diesem Einsatz kämpft Kayla immer noch mit dessen Auswirkungen, und auch Hamid kann sie nicht vergessen. Als Kyla nach Berlin geschickt wird, um mit einem BND-Mitglied ein Gespräch zu führen, stellt sie zu ihrer Überraschung fest, daß dieser Christoph Nevia nicht nur ihr geheimnisvoller Retter aus Afghanistan ist, sondern daß sich neben dem fiesen Wetter auch noch alles mögliche andere gegen sie und Chris verschworen hat. Nur knapp entgehen die beiden mehreren Anschlägen auf ihr Leben und fliehen nach Amerika, um die Drahtzieher der Verbrechen unschädlich zu machen...
Riskantes Manöver ist die Fortsetzung von Gefährlicher Einsatz und ich muß sagen,ich habe mich äußerst gut unterhalten gefühlt, obwohl ich zwar die ganze Zeit mühelos der Handlung folgen konnte, aber die Motive der Bösewichte größtenteils rätselhaft für mich blieben. Ja richtig, es gibt mehrere davon. Vor allem der Hauptbösewicht ist ein bißchen arg übertrieben, fast als wollte er die Grenzen seines Papierdaseins überwinden und sich für eine Hauptrolle im nächsten James Bond-Film ins Gespräch bringen. Trotzdem ist das ganze sehr spannend geschrieben, es taucht beinah jede Ermittlungs- und Geheimdienstbehörde auf, die es in Deutschland und den USA gibt, und vor allem sind die Haupt- und Nebenfiguren auf Seiten der "Guten" wirklich sympathisch- allen voran Chris, der einen tollen, etwas geheimnisvollen Helden abgibt. Von dem militärischen Hintergrund mal abgesehen, erinnern mich die Bücher von Michelle Raven ein wenig an die von Karen Rose, weil beide beschreiben, wie die jeweiligen Verbrechen bzw. Verbrecher nur im Team und mit respektvollem gegenseitigem Umgang der Teammitglieder bekämpft werden können. Das gefällt mir sehr gut und gibt der Geschichte einen Hauch von Glaubhaftigkeit.
Riskantes Manöver ist definitiv mehr Romantic als Suspense (die Wortkreation des Lyx Verlages, der diese Art von Büchern als Romantic Thrill bezeichnet, finde ich völlig beknackt). Das ist aber gar nicht schlimm, denn es gibt trotzdem eine Menge gut geschriebener, spannender Action-Szenen. Und beim Sex wird endlich mal niemand gefesselt oder geschlagen. Danke dafür, Frau Raven! Diese Angewohnheit breitet sich nämlich seit dem 50 Shades-Hype in Liebesromanen so aus wie Bakterien auf einem Dixiklo, und ich finde beides gleichermaßen abstoßend. Ich verstehe es auch nicht; als die Harry Potter Bücher neu waren, hat doch auch nicht plötzlich in jedem Buch jemand gezaubert oder eine zahme Eule gehabt!
Die meisten der Charaktere sind Amerikaner, aber weil Michelle Raven eine deutsche Autorin ist, fehlt hier auch dieser "wir Amerikaner sind doch echt zu geil für diese Welt, und deshalb sind alle anderen nur dazu da, um uns zu bewundern"-Grundton. Das geht mir bei Anne Stuart so dermaßen auf den Zwirn, daß ich von ihr bestimmt nichts mehr lesen werde. Wer solche romantischen Spannungsromane mit militärischem Hintergrund mag, ist hier auf jeden Fall richtig. Klare Empfehlung von mir!
Samstag, 21. September 2013
Dienstag, 10. September 2013
Komplimente können so unfaßbar fies sein
Wieder mal habe ich das Romantic Times blabla kann mir nie merken wie das heutzutage heißt Magazin gelesen und dabei die Rezension zu dem Buch Shooting Scars von Karina Halle gefunden.
Dieses Buch hat 4 Sterne bekommen. Im, ihr wißt schon, komischer Name der sich dauernd ändert-Magazin heißt das "compelling". Also, wenn ich ein Buch geschrieben hätte, würde ich mich ja freuen, wenn meine Leser das Buch unwiderstehlich fänden.
Aber - gebrochene Herzen, die im Schneckentempo heilen, und eine unsterbliche Liebe, so hartnäckig wie die Anrufe von Telefonverkäufern? WTF? Dazu noch ein Lob für die anmutige und zeitlich perfekt passende Art der Charaktere, "fuck" zu sagen?
Den Ausdruck "damning with faint praise" kenne ich ja, und daß nett die kleine Schwester von scheiße ist, ist mir auch bekannt. Aber das ist wirklich mal eine sehr innovative Art der Beleidigung. Respekt! (Obwohl mir die Autorin deswegen ein bißchen leid tut).
Dieses Buch hat 4 Sterne bekommen. Im, ihr wißt schon, komischer Name der sich dauernd ändert-Magazin heißt das "compelling". Also, wenn ich ein Buch geschrieben hätte, würde ich mich ja freuen, wenn meine Leser das Buch unwiderstehlich fänden.
Aber - gebrochene Herzen, die im Schneckentempo heilen, und eine unsterbliche Liebe, so hartnäckig wie die Anrufe von Telefonverkäufern? WTF? Dazu noch ein Lob für die anmutige und zeitlich perfekt passende Art der Charaktere, "fuck" zu sagen?
Den Ausdruck "damning with faint praise" kenne ich ja, und daß nett die kleine Schwester von scheiße ist, ist mir auch bekannt. Aber das ist wirklich mal eine sehr innovative Art der Beleidigung. Respekt! (Obwohl mir die Autorin deswegen ein bißchen leid tut).
Freitag, 6. September 2013
Die Photoshop-Katastrophe des Tages
Öhm ja, diese komische Regel läßt scheinbar nicht nur Bauchett schwinden, sondern auch die Fähigkeit, korrekt den Imperativ des Verbs "lesen" zu bilden?
Gefunden habe ich dieses verlockende Werbebanner übrigens bei Averie Cooks, ausgerechnet neben einem Rezept für Reese's Pieces Peanut Butter Cookies with Peanut Butter Buttercream. Ob ich diese Kekse mal nachbacke, weiß ich noch nicht, aber sie schmecken wahrscheinlich köstlich und haben 5 Trilliarden Kalorien.
Gefunden habe ich dieses verlockende Werbebanner übrigens bei Averie Cooks, ausgerechnet neben einem Rezept für Reese's Pieces Peanut Butter Cookies with Peanut Butter Buttercream. Ob ich diese Kekse mal nachbacke, weiß ich noch nicht, aber sie schmecken wahrscheinlich köstlich und haben 5 Trilliarden Kalorien.
Mittwoch, 4. September 2013
Frl. Krise und Frau Freitag ermitteln: Der Altmann ist tot
Frl. Krise und Frau Freitag sind zwei Bloggerinnen, die über ihren Alltag als Lehrerinnen in sogenannten "Brennpunktschulen" in Berlin schreiben. Die Blogs verfolge ich schon seit einiger Zeit mit einer Mischung aus Vergnügen und Entsetzen. O tempora! O Mores!, wie wir Lateiner sagen, oder auch: boah, was wächst denn da für 'ne Generation von Voll-Asis heran.
Natürlich war ich interessiert, als ich mitbekam, daß die beiden ein Buch veröffentlicht haben, und habe in meinem nicht mehr ganz jugendlichen Leichtsinn gleich mal 14,99 € bei Real auf den Tisch des Hauses gelegt, als ich das Buch da beim Einkaufen gesehen habe.
Diese etwas längliche Vorgeschichte ist aber leider auch schon das spannendste an dem Buch. Genaugenommen ist das ein total überflüssiges Buch, jedenfalls wenn man die Blogs liest. Ein Mathematiklehrer namens Günther Altmann wird tot aufgefunden, und wenig später stellt sich heraus, daß er ermordet wurde. Tja, mich persönlich wundert nur, daß nicht mehr Mathelehrer gewaltsam aus dem Leben scheiden. Oder Sportlehrer. Mathelehrer sind immerhin "nur" sadistisch. Sportlehrer dagegen sind im allgemeinen auch noch strunzdumm, aber das nur nebenbei. Meine Freundin H. hat mal als kaufmännische Angestellte in einem Fitneßstudio gearbeitet, wo sie einen Sportstudenten als Praktikanten hatte. Der konnte noch nicht mal das Alphabet!
Die Handlung von "Der Altmann ist tot" besteht daraus, daß Frl. Krise und Frau Freitag Kolleginnen des Verblichenen sind und aus purer Neugier anfangen, eigene Ermittlungen anzustellen, obwohl die Polizei das wahrscheinlich auch ohne sie hinkriegen würde. Es gibt Unmengen von Verdächtigen: angeblich konnte Altmann seine Finger nicht von seinen Schülerinnen lassen, er war fies zu seinen Kollegen und zu nahezu allen anderen Leuten, die ihn kannten, und mit seiner Frau stimmt auch etwas nicht. Es bedarf einiger waghalsiger Aktionen und peinlicher Undercover-Einsätze, um den Täter zu entlarven.
Das war's.
Ich würde jetzt gerne sagen, daß das Buch mäßig spannend und ziemlich lustig ist. Ist es aber nicht. Passender wäre der folgende Kommentar:
Mein Rat: lest die Blogs und laßt das Buch links liegen. Der größte Teil des Buchtextes besteht aus Geschichten, bzw. der fiktiven Fortsetzung von Geschichten, die man schon in den Blogs und dort amüsanter aufbereitet lesen konnte. Mit einer aufgepfropften und wirklich nicht spannenden Krimigeschichte. Laaaaaaaaaaangweilig.
Natürlich war ich interessiert, als ich mitbekam, daß die beiden ein Buch veröffentlicht haben, und habe in meinem nicht mehr ganz jugendlichen Leichtsinn gleich mal 14,99 € bei Real auf den Tisch des Hauses gelegt, als ich das Buch da beim Einkaufen gesehen habe.
Diese etwas längliche Vorgeschichte ist aber leider auch schon das spannendste an dem Buch. Genaugenommen ist das ein total überflüssiges Buch, jedenfalls wenn man die Blogs liest. Ein Mathematiklehrer namens Günther Altmann wird tot aufgefunden, und wenig später stellt sich heraus, daß er ermordet wurde. Tja, mich persönlich wundert nur, daß nicht mehr Mathelehrer gewaltsam aus dem Leben scheiden. Oder Sportlehrer. Mathelehrer sind immerhin "nur" sadistisch. Sportlehrer dagegen sind im allgemeinen auch noch strunzdumm, aber das nur nebenbei. Meine Freundin H. hat mal als kaufmännische Angestellte in einem Fitneßstudio gearbeitet, wo sie einen Sportstudenten als Praktikanten hatte. Der konnte noch nicht mal das Alphabet!
Die Handlung von "Der Altmann ist tot" besteht daraus, daß Frl. Krise und Frau Freitag Kolleginnen des Verblichenen sind und aus purer Neugier anfangen, eigene Ermittlungen anzustellen, obwohl die Polizei das wahrscheinlich auch ohne sie hinkriegen würde. Es gibt Unmengen von Verdächtigen: angeblich konnte Altmann seine Finger nicht von seinen Schülerinnen lassen, er war fies zu seinen Kollegen und zu nahezu allen anderen Leuten, die ihn kannten, und mit seiner Frau stimmt auch etwas nicht. Es bedarf einiger waghalsiger Aktionen und peinlicher Undercover-Einsätze, um den Täter zu entlarven.
Das war's.
Ich würde jetzt gerne sagen, daß das Buch mäßig spannend und ziemlich lustig ist. Ist es aber nicht. Passender wäre der folgende Kommentar:
Mein Rat: lest die Blogs und laßt das Buch links liegen. Der größte Teil des Buchtextes besteht aus Geschichten, bzw. der fiktiven Fortsetzung von Geschichten, die man schon in den Blogs und dort amüsanter aufbereitet lesen konnte. Mit einer aufgepfropften und wirklich nicht spannenden Krimigeschichte. Laaaaaaaaaaangweilig.
Mittwoch, 14. August 2013
Schatzi, du piekst!
Haha, das zieht mir die Schuhe aus. Neben Wer-Rindern gibt es jetzt auch einen Liebesroman über Wer-Igel. Ja genau, Igel. Die putzigen kleinen Stacheltiere, die im Herbst oftmals gerettet werden müssen, damit sie nicht verhungern. Wer näheres dazu wissen will, liest die Rezension, die ich bei Smart Bitches, Trashy Books gefunden habe.
Da fällt mir gerade was ein. Igel machen doch einen Winterschlaf, oder? Also - machen Wer-Igel das dann auch? Und wenn frau sich in so einen Wer-Igel verliebt, muß sie dann den ganzen Winter lang selbst Schnee schippen, weil der feine Herr Igel ja pennen muß?
Andererseits könnte es noch viel schlimmer kommen. Frau könnte sich in eine Wer-Schildkröte verlieben (muß im Winter einige Monate lang im Kühlschrank gelagert werden) oder sogar in einen Wer-Storch (verbringt das halbe Jahr in Afrika und bringt JEDE MENGE Babys).
Warten wir's mal ab. Amerikas umtriebige Liebesroman-Autorinnen arbeiten sich bestimmt noch durch Brehms komplettes Tierleben. Das wird noch ganz spannend, wenn sie bei E wie Elefant oder N wie Nacktschnecke ankommen.
Da fällt mir gerade was ein. Igel machen doch einen Winterschlaf, oder? Also - machen Wer-Igel das dann auch? Und wenn frau sich in so einen Wer-Igel verliebt, muß sie dann den ganzen Winter lang selbst Schnee schippen, weil der feine Herr Igel ja pennen muß?
Andererseits könnte es noch viel schlimmer kommen. Frau könnte sich in eine Wer-Schildkröte verlieben (muß im Winter einige Monate lang im Kühlschrank gelagert werden) oder sogar in einen Wer-Storch (verbringt das halbe Jahr in Afrika und bringt JEDE MENGE Babys).
Warten wir's mal ab. Amerikas umtriebige Liebesroman-Autorinnen arbeiten sich bestimmt noch durch Brehms komplettes Tierleben. Das wird noch ganz spannend, wenn sie bei E wie Elefant oder N wie Nacktschnecke ankommen.
Dienstag, 13. August 2013
Rainer Löffler: Blutsommer
Martin Abel, der beste Fallanalytiker des Stuttgarter Landeskriminalamts, wird nach Köln "ausgeliehen", denn dort treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Daß ihn seine junge Kollegin Hannah Christ begleitet, um von ihm etwas zu lernen, begeistert ihn anfangs überhaupt nicht. Dazu kommt, daß die Kölner Polizei seine Arbeit mit großem Mißtrauen beobachtet und daß es äußerst schwierig ist, den Mörder zu fassen. Dieser scheint alles zu wissen, was die Polizei tut, und er hinterläßt keine Spuren...
Blutsommer ist ein spannender Krimi, aber er bietet wirklich überhaupt gar nichts neues für jemanden, der schon etliche Krimis gelesen hat und / oder einige Folgen von Serien wie CSI oder Criminal Minds im Fernsehen gesehen hat. Dafür reiht sich aber ein Klischee ans andere: der Ermittler ist ein menschliches Wrack, dessen psychische Probleme einer ganzen Schar von Psychologiestudenten zu Themen für ihre Diplomarbeiten verhelfen könnten. Alle schönen Frauen fahren auf den größten Loser ab. Der Mörder hatte eine schlimme Kindheit (das ist jetzt nicht wirklich ein Spoiler, oder?).
Wenn Rainer Löffler mal noch ein Buch veröffentlicht und mir dieses Buch zufällig in die Hände fällt, werde ich es höchstwahrscheinlich lesen, weil ich nun einmal gern spannende und gruselige Krimis lese. Aber Blutsommer hat kein Alleinstellungsmerkmal, das es von dutzenden anderer Bücher mit ähnlichen Themen abhebt.
Die Handlung ist nicht sonderlich originell, und die Charaktere sind weder besonders sympathisch noch besonders unsympathisch. Hannah Christ hat, um es in den Worten meines Kollegen B. zu sagen, Eier. Also, im übertragenen Sinne. Sie trägt nämlich, und das wird im Verlauf des Buches mehrmals erwähnt, das Parfüm Angel. Im Hochsommer, bei Temperaturen um die 30° C. Wer dieses Parfüm kennt, wird wissen, daß es eine (meiner Meinung nach) sehr schöne und einzigartige Duftnote hat. Aber es ist sehr schwer und intensiv und nur in homöopathischen Dosen zwischen November und März auszuhalten. Insofern: Respekt, Hannah. Und danke, daß du nicht stattdessen Opium trägst. Da wird mir schon beim Gedanken daran schlecht.
Aber zu wissen, welches Parfüm eine der Hauptfiguren trägt, macht das Buch auch nicht zu einem Bestseller. Daher würde ich mir für weitere Bücher von Herrn Löffler wünschen, daß er den flüssigen Schreibstil beibehält und von der Kreativität her noch 'ne Schippe drauflegt.
Blutsommer ist ein spannender Krimi, aber er bietet wirklich überhaupt gar nichts neues für jemanden, der schon etliche Krimis gelesen hat und / oder einige Folgen von Serien wie CSI oder Criminal Minds im Fernsehen gesehen hat. Dafür reiht sich aber ein Klischee ans andere: der Ermittler ist ein menschliches Wrack, dessen psychische Probleme einer ganzen Schar von Psychologiestudenten zu Themen für ihre Diplomarbeiten verhelfen könnten. Alle schönen Frauen fahren auf den größten Loser ab. Der Mörder hatte eine schlimme Kindheit (das ist jetzt nicht wirklich ein Spoiler, oder?).
Wenn Rainer Löffler mal noch ein Buch veröffentlicht und mir dieses Buch zufällig in die Hände fällt, werde ich es höchstwahrscheinlich lesen, weil ich nun einmal gern spannende und gruselige Krimis lese. Aber Blutsommer hat kein Alleinstellungsmerkmal, das es von dutzenden anderer Bücher mit ähnlichen Themen abhebt.
Die Handlung ist nicht sonderlich originell, und die Charaktere sind weder besonders sympathisch noch besonders unsympathisch. Hannah Christ hat, um es in den Worten meines Kollegen B. zu sagen, Eier. Also, im übertragenen Sinne. Sie trägt nämlich, und das wird im Verlauf des Buches mehrmals erwähnt, das Parfüm Angel. Im Hochsommer, bei Temperaturen um die 30° C. Wer dieses Parfüm kennt, wird wissen, daß es eine (meiner Meinung nach) sehr schöne und einzigartige Duftnote hat. Aber es ist sehr schwer und intensiv und nur in homöopathischen Dosen zwischen November und März auszuhalten. Insofern: Respekt, Hannah. Und danke, daß du nicht stattdessen Opium trägst. Da wird mir schon beim Gedanken daran schlecht.
Aber zu wissen, welches Parfüm eine der Hauptfiguren trägt, macht das Buch auch nicht zu einem Bestseller. Daher würde ich mir für weitere Bücher von Herrn Löffler wünschen, daß er den flüssigen Schreibstil beibehält und von der Kreativität her noch 'ne Schippe drauflegt.
Samstag, 10. August 2013
Mittwoch, 7. August 2013
Tu ma' die Möhrchen
Jeder hat's schon gehört: die Grünen haben eine fabelhafte Idee gehabt. In bundesdeutschen Kantinen soll es einmal in der Woche einen fleischfreien Tag geben. Tjaha. Eigentlich gar nicht so dumm. Ich will mich aus der Diskussion eigentlich ganz heraushalten, denn 1.) gehe ich sowieso meistens nur freitags morgens in die Kantine, um dort mein ich-feiere-den-Endspurt-zum-Wochenende-Schokoladencroissant zu kaufen und 2.) bin ich zwar kein Vegetarier und werde auch nie einer sein, aber ich hege eine gewisse Bewunderung für fleischlos lebende Menschen. Und ein einziger fleischfreier Tag pro Woche würde mich wohl nicht umbringen.
ABER: die ganze Debatte nervt mich total ab, und das aus einem einzigen Grund. WARUM ZUM TEUFEL MUSS MAN DIESES PROJEKT ALS VEGGIE-DAY BEZEICHNEN????????
Warum, warum, warum??? Ist ein Veggie Day geiler als ein Gemüsetag? Sind veggies in irgendeiner Art nahrhafter, gesünder, verdauungsfördernder oder schlank/klug/sexy/reich machender als Gemüse? Oder gibt's an Veggie Days lila Kartoffeln und Möhren, während an Gemüsetagen grundsätzlich nur die gewöhnliche bleiche bzw. orange Variante serviert wird?
Und könnten wir, wenn schon der allgemeine Konsens dahin geht, daß alle anderen Sprachen viiiiiiiiiiiiiiel toller sind als unsere eigene, vielleicht mal 'ne andere Sprache als Englisch benutzen?
Mal sehen.
Wie wär's mit el día de la verdura?
Hm. Vielleicht etwas sperrig.
Auf Finnisch heißt Gemüse lt. dict.cc "vihannes". Das ist doch schon mal ganz putzig. Wie Hannes. Hihi.
Auf Türkisch scheint es sebze zu heißen. Dieses Wort hat aber definitiv ein ü-defizit.
Das schwedische grönsak hat auch einen gewissen Charme.
Oder wir nehmen das serbische поврће. Das kann dann wenigstens garantiert keiner aussprechen, außer den Serben, versteht sich.
ABER: die ganze Debatte nervt mich total ab, und das aus einem einzigen Grund. WARUM ZUM TEUFEL MUSS MAN DIESES PROJEKT ALS VEGGIE-DAY BEZEICHNEN????????
Warum, warum, warum??? Ist ein Veggie Day geiler als ein Gemüsetag? Sind veggies in irgendeiner Art nahrhafter, gesünder, verdauungsfördernder oder schlank/klug/sexy/reich machender als Gemüse? Oder gibt's an Veggie Days lila Kartoffeln und Möhren, während an Gemüsetagen grundsätzlich nur die gewöhnliche bleiche bzw. orange Variante serviert wird?
Und könnten wir, wenn schon der allgemeine Konsens dahin geht, daß alle anderen Sprachen viiiiiiiiiiiiiiel toller sind als unsere eigene, vielleicht mal 'ne andere Sprache als Englisch benutzen?
Mal sehen.
Wie wär's mit el día de la verdura?
Hm. Vielleicht etwas sperrig.
Auf Finnisch heißt Gemüse lt. dict.cc "vihannes". Das ist doch schon mal ganz putzig. Wie Hannes. Hihi.
Auf Türkisch scheint es sebze zu heißen. Dieses Wort hat aber definitiv ein ü-defizit.
Das schwedische grönsak hat auch einen gewissen Charme.
Oder wir nehmen das serbische поврће. Das kann dann wenigstens garantiert keiner aussprechen, außer den Serben, versteht sich.
Montag, 5. August 2013
Dortmund rockt (und ruft "Kuckuck")!
It pulls me the shoes out - vor Begeisterung, versteht sich. Es gibt in Dortmund einen Bücherschrank, extra nur für englische Bücher! Und zwar vor Victoria's Café in Dortmund-Kurl. Das Café sieht übrigens auch, zumindest von außen, bezaubernd aus. Ich muß da unbedingt mal hinfahren, wenn es auf ist.
Jedenfalls wollte ich eigentlich nur auf die Schnelle ein paar Bücher loswerden, aber es wäre das erste Mal in meinem Leben gewesen, daß ich vor einem Bücherregal gestanden und nicht die Bücher inspiziert hätte. Ich wurde auch prompt fündig und habe ein Karen Rose-Buch mitgenommen (damit kann man nichts falsch machen). Tjaha, und außerdem fand ich noch dies:
Ich stehe einfach auf diese 80er Jahre-Buchcover. Ganz besonders auf die mit diesem Hologramm-Aufkleber. Als ich das erste Mal in den USA war (Klassenfahrt 1987, ja genau, lt. dem Freund meiner Cousine bin ich älter als ein Urwald) stand ich in einem Büchergeschäft vor einer ganzen Reihe dieser Zebra Romances und war hin- und hergerissen zwischen dem Begehren, möglichst viele davon mitzunehmen und dem Wissen, daß ich meinen Koffer dann nicht mehr tragen kann.
Und da wir gerade beim Thema entzückend kitschiger Dinge sind...
Mein Geburtstagsgeschenk von meinem Liebsten! Der Kuckuck macht übrigens zu jeder vollen Stunde einen Höllenlärm, deswegen muß ich jetzt nachts immer die Wohnzimmertür schließen (die Uhr hängt im Wohnzimmer). Aber was tut man nicht alles für ein stylisches Heim...Übrigens habe ich auf die sehr nachdrückliche Aufforderung meines Liebsten hin das Loch für die Schraube, an der die Kuckucksuhr hängt, selbst in die Wand gebohrt! Mein erstes selbstgebohrtes Loch. Hach. Irgendwie ist das ein sehr erhebendes Gefühl.
Jedenfalls wollte ich eigentlich nur auf die Schnelle ein paar Bücher loswerden, aber es wäre das erste Mal in meinem Leben gewesen, daß ich vor einem Bücherregal gestanden und nicht die Bücher inspiziert hätte. Ich wurde auch prompt fündig und habe ein Karen Rose-Buch mitgenommen (damit kann man nichts falsch machen). Tjaha, und außerdem fand ich noch dies:
Ich stehe einfach auf diese 80er Jahre-Buchcover. Ganz besonders auf die mit diesem Hologramm-Aufkleber. Als ich das erste Mal in den USA war (Klassenfahrt 1987, ja genau, lt. dem Freund meiner Cousine bin ich älter als ein Urwald) stand ich in einem Büchergeschäft vor einer ganzen Reihe dieser Zebra Romances und war hin- und hergerissen zwischen dem Begehren, möglichst viele davon mitzunehmen und dem Wissen, daß ich meinen Koffer dann nicht mehr tragen kann.
Und da wir gerade beim Thema entzückend kitschiger Dinge sind...
Mein Geburtstagsgeschenk von meinem Liebsten! Der Kuckuck macht übrigens zu jeder vollen Stunde einen Höllenlärm, deswegen muß ich jetzt nachts immer die Wohnzimmertür schließen (die Uhr hängt im Wohnzimmer). Aber was tut man nicht alles für ein stylisches Heim...Übrigens habe ich auf die sehr nachdrückliche Aufforderung meines Liebsten hin das Loch für die Schraube, an der die Kuckucksuhr hängt, selbst in die Wand gebohrt! Mein erstes selbstgebohrtes Loch. Hach. Irgendwie ist das ein sehr erhebendes Gefühl.
Sonntag, 28. Juli 2013
Sherry Thomas: Not Quite A Husband
Bryony Asquith und Leo Marsden, beide Mitglieder der britischen High Society im ausgehenden 19. Jahrhundert, haben vor einigen Jahren überstürzt geheiratet und die Ehe wenig später annullieren lassen. Als einige der wenigen Ärztinnen ihrer Zeit bereist Bryony die ganze Welt und ist überrascht, aber nicht unbedingt begeistert, als Leo sie eines Tages bei ihrer Arbeit im indischen Hinterland aufspürt, um sie nach Hause zu holen, da ihr Vater im Sterben liegt. Trotzdem stimmt Bryony zu, mit Leo nach England zu reisen. Auf der teilweise lebensgefährlichen Reise kommen die beiden sich wieder näher und schaffen es nach vielen Jahren, sich darüber auszusprechen, warum ihre Ehe gescheitert ist. Doch kann es ein Happy End geben?
Not Quite A Husband ist das zweite Sherry Thomas-Buch, das ich gelesen habe, und ich erkenne ein Muster. Die Zeitsprünge! Die Handlung springt so einige Male zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her, das war in Private Arrangements genauso. Ich mag Sherry Thomas' Schreibstil sehr, und bei jeder anderen Autorin hätte mich das hin- und herspringen zwischen verschiedenen Zeiten wahrscheinlich in den Wahnsinn getrieben. Die Geschichte von Not Quite A Husband ist wunderbar romantisch, die Charaktere sind - nun ja, Charaktere (hat man ja auch nicht in jedem historischen Liebesroman, manchmal gibt's stattdessen nur Klischees) und die Handlung originell. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt.
Aber ob ich Bryony leiden mag, ist eine andere Frage. Leo ist - bis auf den Scheidungsgrund - ein Goldschatz, gar keine Frage. Aber Bryony ist furchbar zugeknöpft, und das sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Ich habe ja generell kein Problem mit introvertierten Menschen - ich würde mich auch selbst so beschreiben - aber was zuviel ist, ist zuviel. Wann immer Bryony angefressen, traurig oder sonstwie mies drauf ist, sagt sie garantiert keinem, was sie hat. Das führt dazu, daß alle Menschen, oder besser gesagt, Buch-Charaktere, in ihrer Umgebung sich ständig vergeblich fragen, warum sie sich denn nun gerade so verhält, wie sie sich verhält. Deswegen hat mich die Schilderung, wie Bryonys und Leos Ehe ursprünglich gescheitert ist, richtig genervt. Bryony hatte tatsächlich einen ausgezeichneten Grund, mit Leo nicht mehr zusammensein zu wollen. Genaugenommen hätte sie die Hochzeit wohl absagen sollen. Der Clou dabei ist aber, daß sie ihn und alle ihre Verwandten und Bekannten die ganze Zeit nur mit irgendwelchen Ausreden abgespeist hat, anstatt mal zu sagen, was wirklich los ist. Das nervt.
Aber dennoch - Not Quite A Husband ist ein spannendes Buch mit einer originellen Handlung, das alle Liebesromanklischees erfrischenderweise ausläßt und dessen Heldin - obwohl sie mich genervt hat - über ein weitestgehend gesundes Selbstbewußtsein verfügt und auf sich selbst aufpassen kann. Daumen hoch! - Oder sollte ich sagen, dafür gibt es ganze 4 von 5 von Kulis durch das indische Hinterland geschleppte Badewannen?
Not Quite A Husband ist das zweite Sherry Thomas-Buch, das ich gelesen habe, und ich erkenne ein Muster. Die Zeitsprünge! Die Handlung springt so einige Male zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her, das war in Private Arrangements genauso. Ich mag Sherry Thomas' Schreibstil sehr, und bei jeder anderen Autorin hätte mich das hin- und herspringen zwischen verschiedenen Zeiten wahrscheinlich in den Wahnsinn getrieben. Die Geschichte von Not Quite A Husband ist wunderbar romantisch, die Charaktere sind - nun ja, Charaktere (hat man ja auch nicht in jedem historischen Liebesroman, manchmal gibt's stattdessen nur Klischees) und die Handlung originell. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und mich wirklich sehr gut unterhalten gefühlt.
Aber ob ich Bryony leiden mag, ist eine andere Frage. Leo ist - bis auf den Scheidungsgrund - ein Goldschatz, gar keine Frage. Aber Bryony ist furchbar zugeknöpft, und das sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Ich habe ja generell kein Problem mit introvertierten Menschen - ich würde mich auch selbst so beschreiben - aber was zuviel ist, ist zuviel. Wann immer Bryony angefressen, traurig oder sonstwie mies drauf ist, sagt sie garantiert keinem, was sie hat. Das führt dazu, daß alle Menschen, oder besser gesagt, Buch-Charaktere, in ihrer Umgebung sich ständig vergeblich fragen, warum sie sich denn nun gerade so verhält, wie sie sich verhält. Deswegen hat mich die Schilderung, wie Bryonys und Leos Ehe ursprünglich gescheitert ist, richtig genervt. Bryony hatte tatsächlich einen ausgezeichneten Grund, mit Leo nicht mehr zusammensein zu wollen. Genaugenommen hätte sie die Hochzeit wohl absagen sollen. Der Clou dabei ist aber, daß sie ihn und alle ihre Verwandten und Bekannten die ganze Zeit nur mit irgendwelchen Ausreden abgespeist hat, anstatt mal zu sagen, was wirklich los ist. Das nervt.
Aber dennoch - Not Quite A Husband ist ein spannendes Buch mit einer originellen Handlung, das alle Liebesromanklischees erfrischenderweise ausläßt und dessen Heldin - obwohl sie mich genervt hat - über ein weitestgehend gesundes Selbstbewußtsein verfügt und auf sich selbst aufpassen kann. Daumen hoch! - Oder sollte ich sagen, dafür gibt es ganze 4 von 5 von Kulis durch das indische Hinterland geschleppte Badewannen?
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