Freitag, 8. April 2011

It pulls me the shoes out - eine völlig neue Dimension von WTF??

Heute war ich wieder mal einkaufen. Diesmal im Edeka, weil ich hoffte, daß es da wieder dieses göttliche und einfach unbeschreiblich köstliche Pina Colada-Tiramisu gibt (gab's aber leider nicht). Jedenfalls gibt es da auch zwei von diesen kleinen Drehständern mit Büchern, und zur großen Überraschung von - nun ja, genaugenommen niemandem - blieb ich davor stehen, um eine dringend notwendige Sichtkontrolle durchzuführen. Ich ließ also meine Blicke über die Bücher schweifen und sah plötzlich dies:



Mein erster Gedanke: Na sowas, Edeka verkauft englische Bücher??

Ich schaute mir das Buch etwas genauer an. Es war ein Logo des Knaur-Verlages drauf, was eigentlich auf ein deutsches Buch deutet - genau wie der auf deutsch verfaßte Klappentext und die erste und letzte Seite.

Meine Reakton - hm, eigenartig...werden die Buchtitel jetzt nicht mehr übersetzt? Nicht, daß die deutschen Buchtitel im allgemeinen so gelungen sind, daß man gar nicht mehr auf sie verzichten mag, aber merkwürdig fand ich's schon.

Tja, und dann beging ich den Fehler, einen Blick auf das Kleingedruckte zwischen Buchdeckel und erster Textseite zu werfen. Jetzt weiß ich, daß Beverly Barton offenbar in Wirklichkeit Beverly Beaver heißt (hihi) - leider aber auch, daß die Originalversion des Buchs unter dem Titel Dead by Midnight veröffentlicht wurde.

Was zum Teufel soll das??? Die können sie doch nicht mehr alle beisammen haben. Was, wird das Buch besser, wenn es einen englischen Titel hat? Geben die Leute dann freiwillig mehr Geld dafür aus oder verspüren tiefe intellektuelle Befriedigung, wenn sie es gelesen haben?

Mann, bei so einem Schwachsinn platzt mir wirklich der Kragen. Wer sich beim Knaur-Verlag diese offenbar neue Buchbetitelungs-Strategie ausgedacht hat (ich wage nicht zu hoffen, daß es bei diesem Einzelfall bleiben wird) muß doch entweder volltrunken, bekifft oder debil gewesen sein. Oder alles auf einmal.

Kommentare:

  1. Oh, ich glaub, da kann ich dir keine Hoffnungen machen, dass das ein Einzelfall ist/bleiben wird. Das kommt nämlich inzwischen gar nicht so selten vor, s. "Eternity" oder "Please don't hate me". (Gibt noch viel mehr Beispiele, die mir nur leider gerade nicht einfallen.)

    Die Reihe von Barton hat jedenfalls schon die ganze Zeit englische Titel bei Knaur: "Killing Her Softly", "Killing Beauties", "Killing Time" und "Kiss and Kill" sind da noch im Angebot …

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  2. Dazu kenne ich leider auch einige Beispiele, bei den Büchern von Lisa Jackson und sogar Stephen King wird so etwas auch gemacht. Ich finde das unmöglich, aber die Verlage stehen scheinbar darauf.

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  3. Und das, wo es doch inzwischen x Studien dazu gibt, dass ein Großteil der Deutschen immer noch nicht genug Englisch kann, um solche Titel überhaupt zu verstehen. *g*

    Ich werde das auch nie verstehen ...

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  4. Ich bin in letzter Zeit auch auf einige solcher blöden Beispiele gestoßen und mir fehlen da auch irgendwie die Worte. Schon alleine, dass davon ausgegangen wird, dass alle Menschen Englisch können (ich kenne genug gegenteilige Beispiele), finde ich doof. Aber wenn man dann den Namen des Autors nachschlägt, weiß man nicht, was das Original und was die deutsche Übersetzung ist.

    PS: Pina-Colada-Tiramisu?! Oh man, wo gibt's das, das will ich auch!!

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  5. Also ihr meint, ich habe bisher einfach nur hinter dem Mond gelebt und deshalb nicht mitgekriegt, daß mehrere Verlage diese Unsitte schon seit längerer Zeit praktizieren? Mich haut's wirklich um. Was für ein Unsinn.

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