Freitag, 18. Februar 2011

Lorelei James: All Jacked Up

Diesem Buch habe ich ja mit einer Mischung aus großer Neugier und einem gewissen Mißtrauen entgegengesehen, und dann haben mich einige von euch ganz schön neugierig gemacht. Aber fangen wir mal mit der Inhaltsangabe an: Keely McKay ist eine umtriebige Endzwanzigerin, die es in den letzten paar Jahren nicht nur geschafft hat, sich quer durch ihre Heimat Wyoming und die umliegenden Bundesstaaten zu vögeln, sondern die auch ein historisches Gebäude gekauft hat, in dem sie nun eine Praxis für Physiotherapie eröffnen möchte. Jetzt braucht sie einen Architekten mit bestimmten Qualifikationen, der überwacht, daß das denkmalgeschützte Gebäude sach- und fachgerecht umgebaut wird. Ohne es zu wissen, engagiert sie dafür ausgerechnet Jack Donohue, den besten Freund eines ihrer Brüder, den sie seit einem schicksalhaften Vorfall auf der Hochzeitsfeier eines anderen ihrer zahlreichen Brüder verabscheut. Jack selber will unbedingt einen Auftrag von einer äußerst konservativen Firma in einem anderen Bundesstaat bekommen, aber dafür muß er verheiratet oder verlobt sein (WTF??). Und so macht er Keely ein Angebot, das diese nicht ablehnen kann: sie wird für einige Wochen vorgeben, seine Verlobte zu sein, und er wird dafür sorgen, daß sie ihr denkmalgeschütztes Haus umbauen kann. Doch schon bald weiß keiner mehr genau, ob die Verlobung echt oder vorgetäuscht oder irgendwas dazwischen ist.

Wenn ich mich kurz fassen wollte, würde ich All Jacked Up wie folgt beschreiben: Peter Steiners Theaterstadl meets Die Waltons meets Wrong Turn (nur daß die gemeingefährlichen Hinterwäldler ihre Bösartigkeit und Gewalttätigkeit hier nicht durch widerwärtiges Aussehen signalisieren). Aber wann fasse ich mich schon mal kurz?

Und, ach ja: die Spoiler kann ich mir bestimmt auch wieder nicht verkneifen.

Das erste, was mich an dem Buch gestört hat, ist die Tatsache, daß die Voraussetzung für die Geschichte völlig an den Haaren herbeigezogen ist. Selbst wenn man davon ausgeht, daß Jack unbedingt Keely als Scheinverlobte braucht - warum müssen seine und ihre Familie denn auch denken, daß die beiden tatsächlich verlobt sind? Dafür gibt es an keiner Stelle eine Erklärung. Es dient einfach nur als Begründung dafür, warum Jack in Keelys Wohnung einziehen muß.

Wenn das das einzige Problem gewesen wäre, hätte ich mich immer noch zurücklehnen und das Buch genießen können. Leider war es das aber nicht.

Keely ist eine Person, die mir im wirklichen Leben fürchterlich auf den Geist gehen würde. Sie braucht nämlich ständig Action und liebt es, sonntags früh aufzustehen, zur Farm ihrer Eltern zu fahren und dort ein paar Stunden lang auf ihrem Pferd zu reiten, bevor sie den Stall ausmistet. Eine gräßliche Vorstellung. Aber die Sache mit dem Stall ausmisten bringt mich - immerhin soll das ja ein erotischer Liebesroman sein - zu der Stelle, die mir schon früh die Freude an dem Buch endgültig vermiest hat.

An dem beschriebenen Sonntag fährt unsere Heldin also zur Farm ihrer Eltern, reitet einige Stunden lang auf ihrem Pferd Rosa hin und her und bemerkt dabei nicht nur, daß sie zu warm angezogen ist und schwitzt wie ein Schwein, sondern sie denkt auch an all die nützlichen Dinge, die sie von ihren Brüdern und ihrem Vater gelernt hat: sie kann jede erdenkliche Erntemaschine bedienen (praktisch! Bei Bauer sucht Frau wäre sie heiß umworben), reiten und Viecher mit dem Lasso einfangen, Kühen bei der Geburt helfen, Zäune reparieren und Angeln, Kühe impfen, Sterne deuten, ein Lagerfeuer machen, Bullen aussuchen und bei Kühen Schwangerschaftstests durchführen, Hirsche auseinandernehmen, Billard spielen, Motorrad fahren, sich selbst Bier aus Trichtern einflößen (wenn ich das mit dem beer bong richtig verstanden habe), Kautabak kauen, Wasserski fahren, Elektrowerkzeuge betreiben, ihre eigene Munition herstellen und schießen, Schafe scheren, einen LKW mit Gangschaltung fahren, beim Kartenspiel betrügen und vieles mehr. Tja, Keely ist zweifellos die Wucht in Tüten, auch wenn sie Jeans mit Fransen an der Seitennaht trägt.

Nach dem Reiten räumt Keely den Stall von ihrem Papa auf, als plötzlich Jack mit einem Tortenheber auftaucht. Die beiden zanken sich ein bißchen über nichts, dann wirft Keely einen Cowboystiefel nach ihm, doch leider trifft sie ihn nicht, und auch das unvergleichliche Aroma, das so ein Cowboystiefel sicherlich nach mehreren Stunden des Gebrauchs und Stapfens durch Pferdemist von sich gibt, kann unseren wackeren Jack nicht umhauen. Jack verkündet, er werde Keely mit dem Tortenheber den Hintern versohlen. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd verliert er leider seinen Tortenheber und fühlt sich genötigt, Keely mit bloßen Händen zu verprügeln. Das turnt beide so sehr an, daß sie es anschließend miteinander treiben. (Wir erinnern uns: Sie stinkt und er hat sie gerade verprügelt). Anschließend sind sich beide einig, daß der Sex noch viel toller als sonst war, weil sie kein Kondom benutzt haben. Boah, ekelig. Wenn man bedenkt, daß sich die gute Keely der Legende nach einmal quer durch den mittleren Westen geschlafen hat, ist das ja in etwa das gleiche, als würde man sich an einer französischen Autobahnraststätte auf die Toilette setzen (die sind total widerwärtig, glaubt mir), ohne die vorher mit Sagrotan abzuwischen! Wäre nicht wenigstens ein kurzer Dialog à la: "Du hast doch keine fiesen Krankheiten, oder?" - "Ne, keine Panik, der Arzt hat gesagt, meine Syphilis ist geheilt" drin gewesen? Und warum Keely Jack an dieser Stelle nicht erst einen Tritt in den Schritt verpaßt und ihn dann rausschmeißt, habe ich auch nicht verstanden.

Aber okay, jedem Tierchen sein Plaisierchen, und wenn Jack und Keely nun mal eben auf Schläge stehen, sei es ihnen gegönnt. Obwohl ein Wort der Warnung auf dem Buchumschlag nicht verkehrt gewesen wäre; schließlich drucken die Amerikaner sogar Warnungen vor "explicit lyrics" auf CDs, wenn in einem der Lieder darauf mal ein schlimmes Wort vorkommt.

Nachdem sie diese Szene geschrieben hatte, hat die Autorin höchstwahrscheinlich erstmal mit 'nem Becherchen Jack Daniels gegurgelt, dann selbstzufrieden gegrinst und sich gesagt: schlimmer geht immer. Und genauso ist es auch.

Jack ist nach sagenhaften 24 Stunden seiner Scheinverlobung zu dem Schluß gekommen, daß Keely sein Eigentum ist und reagiert daher äußerst ungehalten, als er feststellt, daß sie nicht jedesmal sofort springt, wenn er mit den Fingern schnippt. Schlimmer noch: Keelys Papa ermutigt sie in ihrer Aufmüpfigkeit.

Jack couldn't believe Carson was encouraging his daughter to blatantly oppose him. He was her fiancé for Christsake. Keely had better realize early on that their relationship took precedence over every other relationship in her life.

Wenig später hat Jack hat einen Auftritt, der ihn für "America's next Top-Neandertaler" qualifizieren würde, wenn's diese Sendung gäbe. Da hält er sich gerade in einer Kneipe auf und quatscht mit irgendwem (einem von Keelys zahlreichen Brüdern?) darüber, wie unglaublich wundervoll Keely ist, und daß sie sich eigentlich nur durch ihre Cowboystiefel von Mutter Theresa unterscheidet. Plötzlich sieht er, daß Keely mit einem anderen Typen tanzt. Das geht natürlich gar nicht! Jack schlägt Keelys Tanzpartner in die Flucht, und da wohl gerade keine Höhle in der Nähe ist, schleppt er sie stattdessen in die Herrentoilette des Etablissements, wo sie, wie sollte es anders sein, wild und leidenschaftlich Liebe machen. Sexy! Ich wette, Keely kann nie wieder den Geruch von Urin, altem Schweiß und abgestandenem Bier riechen, ohne daß es sie antörnt.

Und so geht es immer weiter. Jack nimmt Keely zu einer Art Architekten-Kongreß mit, wo sie von seiner Ex-Freundin blöd angemacht wird. Keely hat deswegen einen Heulsusen-Moment und türmt. Bei der nächsten blöden Anmache durch selbige Ex-Freundin erzählt Keely dieser alles mögliche, was dazu führt, daß Jack seinen heißbegehrten Auftrag verliert.

Jack böse. Keely traurig. Was macht eine echte Wymomingianerin (nennt man das so?), wenn sie geknickt ist? Ganz klar, sie geht campen. Keelys unzählige Brüder wollen auch in die Neandertaler-Sendung, oder vielleicht sehen sie endlich einmal eine Gelegenheit, ihren großen Vorbildern, den eingangs erwähnten bösartigen Hinterwäldlern aus "Wrong Turn" nachzueifern. Jedenfalls verprügeln sie Jack, fesseln und knebeln ihn, und bringen ihn zu Keelys Schlafplatz in der Wüste. Ihr Papa kommt da auch hin und schimpft ein bißchen. Keely sagt, daß sie Jack zurücknimmt. Happy End.

An diesem Buch stimmt einfach alles nicht. Wenn Keely so eine tolle, kluge, selbstbewußte Frau ist, warum will sie dann einen herrschsüchtigen Höhlenmenschen wie Jack? Warum bricht sie dann in Tränen aus, wenn dessen Ex-Freundin, deren Meinung ihr völlig schnurz sein kann, böse zu ihr ist? Warum legt niemand mehr als eine gewisse, sehr milde Form von Empörung darüber an den Tag, daß Keelys Brüder sich in alles einmischen und ihren Lover am Ende sogar verprügeln? Und vor allem: warum verklagt Jack die Typen nicht auf Schmerzensgeld, macht sich mit der Kohle ein schönes Leben und sucht sich eine Freundin, die weder Jeans mit Fransen trägt noch Countrymusik hört?

Gibt es in Rumänien wirklich Landminen, denen kleine Kinder zum Opfer fallen, wenn sie vor ihren drogenumnebelten Rabeneltern weglaufen? Heißen rumänische Mädchen Liesl? Und last but auf keinen Fall least: gibt es in Amerika wirklich Ziegen-Rodeos? (Nein, ich habe nicht versehentlich 'ne Flasche Domestos getrunken und ein paar Gummibaumblätter geraucht. Diese Dinge kommen tatsächlich in dem Buch vor).

Fragen über Fragen, aber die Antworten darauf interessieren mich wohl doch nicht genug, um noch ein weiteres Buch dieser Autorin zu lesen. Und wenn ich mich das nächste mal vor ekligen, bösartigen Hinterwäldlern fürchten möchte, gucke ich mir lieber einen Horrorfilm wie Wrong Turn an.



Kommentare:

  1. Danke für die herausragende Unterhaltung am Samstagmorgen! *kicher*

    Ich schätze zwar, dass du da nen eher schlechteren Band der Serie erwischt hast, würde dir aber trotzdem mitnichten zureden, Lorelei James noch ne Chance zu geben. Mich hat ja Band 1 auch nicht so umgehauen, und seitdem hab ich keinen weiteren gelesen. So schlimm wie dieses Machwerk war das von mir gelesene Buch alledings auch nicht! *g*

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  2. Ich habe sehr bedauert, daß es Bücher dieser Autorin vorerst nur in englisch gibt, als ich die Kommentare auf anderen Blogs gelesen habe.
    Nun aber bin ich etwas ruhiger und kann abwarten.
    Vielen Dank für diese unterhaltsame Beschreibung der Ungereimtheiten.

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  3. Susi, irgendwie hab ich den Eindruck, dass dir das Buch nicht so richtig gut gefallen hat. ;-)

    Ich hab´s ja noch nicht gelesen, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es mir damit auch so gehen wird. :) Dafür liebe ich die McKays zu sehr! Obwohl ich natürlich auch schon ein Buch von LJ erwischt habe, das ich nicht so toll fand. Soll ja vorkommen. Allerdings werd ich dich jetzt ganz sicher nicht zu überreden versuchen, ihr nochmal eine Chance zu geben. Auch wenn ich deine Verrisse immer sehr gerne lese!

    ...und jetzt muss ich mir das Buch aus dem Regal fischen, denn ich will wirklich wissen, warum zum Teufel Jack mit einem Tortenheber in den Stall kommt!

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  4. Ohhh, ich saß gerade mit runtergeklappter Kinnlade vor dem PC und konnte deine Inhaltszusammenfassung nicht so recht fassen. Zum Glück ging das Kinn wieder hoch, damit ich im Laufe deines Beitrags dann breit grinsen konnte. ;)

    Mich hat LJ ja auch nicht so recht umhauen können, aber - wie Irina - muss ich zugeben, dass der Band, den ich gelesen habe, nicht ganz so absurd war. *g*

    @Evi: Jetzt bin ich auf deine Meinung zu dieser Geschichte gespannt! :D

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  5. Ich bin ja schon froh, daß ich von den Fans der Autorin nicht mit faulen Tomaten beworfen wurde ;-)

    Irina, ich habe gesehen, daß deine Begeisterung über Long, Hard Ride auch eher gemäßigt ausgefallen ist. Viele der Dinge, die dich an dem Buch gestört haben, sind mir bei All Jacked Up auch etwas negativ aufgefallen.

    Evi, für die Sache mit dem Tortenheber gibt's allerdings eine ganz logische Erklärung!

    Winterkatze, du hast aber noch keine LJ Rezi online,oder? (Habe in deinem Blog zumindest nichts gefunden)

    So, jetzt hoffe ich noch für die Autorin und für ihre Familie McKay, daß nicht durch eine eigenartige Laune des Universums oder durch eine Rechtschreibreform (was in etwa das gleiche wäre) die Buchstaben C und K eliminiert werden. Dann würden sie nämlich ganz schön blöd aus der Wäsche gucken.

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  6. @Susi: Ne, für den Blog habe ich das Buch nicht rezensiert. Ich hatte "Long, Hard Ride" von Irina geliehen und gelesen. Und da mich das Buch nicht umgehauen hat - und ich zu der Zeit relativ viele LiRos auf dem Blog hatte, habe ich mir die Rezension mal gespart. ;)

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  7. Susi: Nachdem Evi eingeräumt hat, dass sie evtl. auch nicht ganz so begeistert gewesen wäre, wenn sie mit Band 1 angefangen hätte, hatte ich ja noch Hoffnung. Wenn du jetzt aber auch noch sagst, dass du viele von mir kritisierte Dinge ähnlich siehst, komme ich ernsthaft ins Zweifeln, ob ich einem späteren Buch noch ne Chance geben soll … Die Bücher sind einfach zu teuer, um (vorgewarnt) auf die Nase zu fallen!

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  8. Ihr stellt hier mein komplettes Weltbild in Frage! ;-) Und mir glaubt demnächst doch keiner mehr, wenn ich was empfehle! *schluchz*

    Nein, ich bleib dabei, ich liebe die Bücher! Für mich ist die Rough Riders Serie ein Gesamtkunstwerk. Basta.
    Und morgen früh geh ich einen Karton Tomaten kaufen - für euch alle... ;-)

    (Wo bleibt denn eigentlich Cleo zu meiner Unterstützung?)

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  9. Evi, du bist gemein! Aber ich sollte wohl froh sein, daß du Tomaten und keine Kokosnüsse kaufst :-D Cleo hilft dir bestimmt beim werfen ;-)

    Irina, du hattest ja über dein Buch geschrieben, daß dich die Protagonisten ziemlich kalt gelassen haben und daß der Held Anwandlungen von Besitzdenken, Eifersucht und Dominanzgehabe hatte. Ich fand eben, daß das genauso auch auf All Jacked Up zutrifft.

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  10. sorry, ich war knietief in Arbeit versunken die Tage .... Evi! Die Rettung deiner Leseempfehlungsehre naht - Ich eile herbei! :) *Ärmel hochkrempel - in den Tomateneimer greif*

    Nein im ernst, ich hatte schon so meine Befürchtungen, als ich sah, dass du, liebe Susi ausgerechnet Keelys Buch als erstes der Serie gelesen hast! :) Überhaupt ist LJ glaube ich nicht so arg dein Beuteschema. Evi hatte ja immer mal wieder das (zugegeben manchmal alberne) Dominanzverhalten der Helden - und das entsprechende Unterwerfungsverhalten der Heldinnen erwähnt in ihren Rezis, und ich meinte auch den ein oder anderen augenzwinkernden Hinweis in Orchidees Rezis gelesen zu haben, daher hat es mich gewundert, dass du überhaupt Interesse gezeigt hast an der Autorin ;) Seth McKay ist ja geradezu harmlos dagegen, streckenweise ;)

    Irgendwie fühle ich mich jetzt als müsste ich irgendwie klar stellen, dass Evi und ich weder auf Bauer sucht Frau, Ekelsex, noch die Waltons mit niedrigem Hygienestatus oder auf Porn-Proletenstadl auf unterstem Niveau stehen! LOL auch wenn der Eindruck nach dieser Rezi dazu jetzt entstehen sollte :D
    Ich denke, ich nehme LJ einfach nicht ganz so bierernst. Und ich erwarte von einem Samhain Titel auch was anderes als von einem Durschnittsliro a la Brockmann oder Linda Howard oder dergl., bzw. bin gefasst und vorbereitet auf Erotica, auf Liebesszenen die nicht immer mein Ding und mir persönlich oft zu krass und extrem sind. Ich sage jetzt nicht "ich lese den Playboy nur wegen der tollen Artikel" ;) Nur das LJ mit dieser Serie innerhalb der Vorgaben eines Erotikverlages eine außergewöhnliche Serie geschrieben hat, mit Figuren, die ich sehr gerne mag, wobei nicht jedes Buch unbedingt gelungen ist ;) Keely ist nicht die ausgegorenste ihrer Figuren, sie war nie ein Liebling von mir. Für mich stechen 2 Titel aus der Serie raus, die sind mir immernoch im Gedächtnis, während andere schon verblasst oder - wie Kellys Buch - wieder vergessen sind weil sie nicht so dolle waren. Aber im Ganze bin ich froh die komplette Serie gelesen zu haben und ich werde auch den neuesten Teil wieder kaufen. Was die schlechte Recherche bzgl Europa betrifft so habe ich schon SChlimmeres von erfolgreicheren Autorinnen gelesen!!! Ich erinnere mich immer gerne an die "Slums von Hamburg", wo Schüsse ungehört bleiben und Frauen Gritta heißen Oder wo Stuttgarter Menschen doppelte Schichten arbeiten weil die Oma im Krankenhaus liegt ...sowas wie ein deutsches Krankenversicherungssystem zu recherchieren kam den Autoren nicht in den Sinn, weil Amis nunmal keine deutschen Perfektionisten sind und sich auch gerne mal blamieren wie mir scheint ;)

    okay ich hab mich jetzt um Kopf und Kragen geschrieben! schluss jetzt ;)

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  11. Zitat Cleo: "Irgendwie fühle ich mich jetzt als müsste ich irgendwie klar stellen, dass Evi und ich weder auf Bauer sucht Frau, Ekelsex, noch die Waltons mit niedrigem Hygienestatus oder auf Porn-Proletenstadl auf unterstem Niveau stehen! LOL auch wenn der Eindruck nach dieser Rezi dazu jetzt entstehen sollte :D"

    Yep, so isses! Das klingt ja wirklich gruslig!
    Wenn man es so betrachtet, entsteht ein Eindruck von LJs Büchern, den diese wirklich nicht verdient haben. Auch wenn die Männer ein gewisses Dominanzverhalten an den Tag legen, so verhalten sie sich gewiss nicht wie Neandertaler, sondern wie verliebte Jungs eben, die ihre Frauen vergöttern und alles für sie tun würden, und welches Mädel träumt nicht davon...

    Meiner Meinung nach ist an den Rollenbildern bei LJ nichts falsch, und ich hab auch kein Problem damit, wenn sich die Brüder mal prügeln - das sind halt Jungs. *lach*
    UND - es ist Fiktion!

    In puncto Erotic Romance hat LJ mit ihrer Serie auf jeden Fall etwas Besonderes geschaffen. Natürlich, wenn man Liebhaber dieses Genres ist. ;-)
    Einzelne Kritikpunkte finde auch ich immer wieder, das hält mich allerdings nicht davon ab, die Bücher zu genießen und die Serie weiterzulesen. Denn ich hab genug Vergleichsmaterial - und da hebt sich LJ definitiv positiv von anderen Autorinnen ab.

    So, vielen Dank, Cleo, und ich konnte es mir nicht verkneifen, auch noch ein Schlußplädoyer zu halten! :))

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  12. Hey, immer langsam! Ich wollte wirklich auf keinen Fall über LJs Leserinnen ablästern! Dann würde ich ja in dieselbe Schublade schlüpfen mit den Leuten, die alle Liebesromanleserinnen als dumme, frustrierte Hausfrauen abtun (wobei dumme, frustrierte Hausfrauen ja das gleiche Recht auf ein bißchen Spaß haben wie jeder andere).

    Und in einem habt ihr ja auf jeden Fall recht, es ist Fiktion, da kann man ruhig mal Dinge akzeptieren, die einem im wirklichen Leben die Nackenhaare zu Berge stehen lassen.

    Aber: Evi, deiner Einschätzung, daß mit LJs Rollenbildern nichts falsch ist, kann ich nicht so ganz zustimmen. Ich beziehe mich da speziell auf die Brüder von Keely, die Jack drohen, ihn auszuweiden,falls er gemein zu ihr ist, und ihn dann tatsächlich verprügeln, als die beiden Zoff haben. Dieses spezielle Thema ist in letzter Zeit öfter in Büchern vorgekommen, die ich gelesen habe, und so langsam kann ich es nicht mehr sehen. Warum droht keiner Keely damit, sie auszuweiden, wenn sie böse zu Jack ist? Mir kommt es dann immer so vor, als ob man von vornherein davon ausgeht, daß am Scheitern einer Beziehung grundsätzlich der Mann schuld ist. Und überhaupt finde ich es nicht okay, wenn sich die ganze Sippschaft eines der Partner in die Probleme eines Paars einmischt. Ich würde das nicht wollen!

    In diesem Sinne wünsche ich allen Fans noch viel Spaß mit der Serie ;-)

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  13. Moin Susi! :) Wie sagen die Amis immer so schön? "no harm done" :)
    Zu dem Verprügeln durch die Brüder, das ist wirklich so ein Redneck Ding! Genauso wie Prügeleien in Bars in Hinterwaldhausen durchaus im Bereich des Normalen liegen, wenn ich meinen amerikanischen Freundinnen und der kanadischen Verwandschaft Glauben schenken darf. Ich befürchte sogar, die amerikanischen Frauen finden das okay. Oder sagen wir mal, es gehört für einige zum Alltag, da regt sich keiner groß drüber auf. Die haben echt ein anderes Verhältnis zu Gewalt! Das sieht man ja schon an den FSK Freigaben bei Filmen dort. Brüste sind böse, Knarren sind okay ...
    In Keelys Buch hat mich dieser Punkt auch sehr gestört. Die "kleine süße" SChwester (die eher zum Bitch-tum neigt) wird bewacht, da werden die alle zu Pitbulls, aber sie selbst haben ja schon reihenweise Herzen gebrochen oder sich zumindest ziemlich beknackt verhalten in ihren Leben (äh, Büchern vorher *G*) und Schlimmeres getan. Und es ist ihnen auch egal ob die süße kleine Schwester sich nicht gerade wie eine keusche Jungfrau verhalten hat all die Jahre ;) Das ist für mich typisch amerikanische Doppelmoral und ich denke dann immer herrje bin ich froh im ollen alten Europa zu leben ;)

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