Angel Dare, eine ehemalige Pornodarstellerin, kann nicht nein sagen, als ein guter Freund sie bittet, ein letztes mal in solch einem Film mitzuspielen. Blöd nur, daß man versucht, sie zu ermorden, bevor sie auch nur ein einziges Mal stöhnen kann. Angel kann dem Tod entkommen, aber ihre Verfolger sind unerbittlich und bringen jeden um, der sich ihnen in den Weg stellt. So muß sie schnellstens herausfinden, wer hinter ihr her ist, und warum - und wie sie ihre Haut retten kann.
Money Shot wurde als Hardboiled Krimi angekündigt, hat ein schickes Retro-Cover und auch die Leseprobe war vielversprechend. Ich hatte mal Lust, so etwas zu lesen und habe auch genau das bekommen, was ich erwartet habe - mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen. Die Vorteile sind, daß die Handlung spannend und kurzweilig ist und keine Durchhänger hat. Mit einer Ausnahme ist die Handlung auch in sich schlüssig und logisch (die Ausnahme besteht darin, daß Angel einmal schwerverletzt und nur mit einer Mülltüte bekleidet durch eine Gegend irrt, die man selbst beim allerbesten Willen nur als "am ungewaschenen Arsch der Welt" bezeichnen kann. Trotzdem schafft sie es, in einer Telefonzelle einen Bekannten anzurufen, damit er ihr hilft. Wie macht sie das ohne Geld?). Aber egal, da gibt es wirklich nicht viel auszusetzen.
Der Nachteil des Buches ist einer, mit dem ich eigentlich hätte rechnen müssen; denn egal ob Hardboiled-Krimi oder Film Noir, eines haben sie alle gemeinsam: es gibt einschließlich der Protagonisten keine anständigen, sympathischen Personen. Und wenn doch mal so ein herzensguter Mensch sich in die Handlung verirrt, dann überlebt er/sie es nicht lange. So ist es auch hier. Angel selbst ist sicherlich keine Kriminelle, aber sie tut gegen Ende das Buches etwas, das zwar ein bißchen verständlich ist, sie aber für mich als Heldin endgültig disqualifiziert. Ich möchte einfach keine Zeit - selbst wenn es Lesezeit ist - mit jemandem verbringen, der zu so etwas in der Lage ist. Die meisten anderen handelnden Personen, insbesondere jemand, zu dem Angel im Lauf der Handlung Vertrauen faßt, sind keinen Deut besser. Es gibt noch etwas, das mich gestört hat, aber das ist meine eigene Schuld, denn in diesem Genre hätte ich nichts anderes erwarten dürfen. Damit meine ich die Tatsache, daß Menschen sich gegenseitig unfaßbar grausame Dinge antun und niemand sich deswegen wundert oder auch nur mit einer Wimper zuckt.
Money Shot ist insgesamt ein spannendes Buch mit einer nicht gänzlich unsympathischen Protagonistin - aber für mich sind Hardboiled Krimis (keine Ahnung ob es dafür einen deutschen Begriff gibt und wie der lautet. Hoffentlich denkt sich der Lyx Verlag keinen aus. Die sind ja berüchtigt für mißlungene Wortkreationen) wohl doch etwas, das ich sehr selten und in geringen Dosen genießen sollte!
Mittwoch, 29. Februar 2012
Mittwoch, 1. Februar 2012
Das Land der unbegrenzten...Seltsamkeiten?
Verfolgt ihr auch ein wenig den Wahlkampf in den USA? Ich nur so ganz am Rande. Wer dort demnächst Präsident wird, wird sicherlich auch Auswirkungen auf die deutsche bzw. europäische Politik haben, aber wir haben ja eh keinen Einfluß darauf. Dennoch habe ich heute diesen Artikel in den Ruhr-Nachrichten, einer Dortmunder Lokalzeitung, gelesen.
Und jetzt habe ich nur noch zwei Fragen: Wer zum TEUFEL nennt denn bitte sein Kind "Molch" - oder auch "Handschuh"?? Und wie in aller Welt schaffen Menschen es mit so bescheuerten Namen, reich und berühmt zu werden?
Und jetzt habe ich nur noch zwei Fragen: Wer zum TEUFEL nennt denn bitte sein Kind "Molch" - oder auch "Handschuh"?? Und wie in aller Welt schaffen Menschen es mit so bescheuerten Namen, reich und berühmt zu werden?
Montag, 9. Januar 2012
Anne Mallory: One Night Is Never Enough
London im frühen 19. Jahrhundert: Charlotte Chatsworth ist die schönste und älteste Tochter einer völlig bankrotten Familie, die unter ihrem spielsüchtigen Vater leidet. Die Mutter, der Vater und auch Charlottes jüngere Schwester sind darauf angewiesen, daß Charlotte einen reichen Mann aus guter Familie heiratet. Deswegen ist es zwingend notwendig, daß sie nicht nur schön aussieht, sondern auch einen guten Ruf und tadellose Manieren hat. In Bezug auf den zweiten Punkt ist es allerdings etwas ungünstig, daß Charlottes lieber Papa eine Nacht mit ihr für einen guten Einsatz bei einem Kartenspiel hält. Noch ungünstiger ist die Tatsache, daß der glückliche Gewinner der übelbeleumdete Spielhöllenbesitzer Roman Merrick ist - und daß Charlotte und Roman sich rettungslos ineinander verlieben und eine heimliche Affäre miteinander haben...
Jaja, ich weiß schon: wenn die Bücher mit dem Plot "nichtsnutziger Vater verzockt die Unschuld seiner unschuldigen Tochter beim Kartenspiel" durchnumeriert würden, dann würde One Night Is Never Enough höchstwahrscheinlich die Nummer 587 bekommen. Aber es gibt ja Autoren, die selbst dem ausgelutschtesten Plot noch etwas neues, spannendes abgewinnen können. Dieses Buch wurde sowohl bei Dear Author als auch bei All About Romance sehr gut bewertet und das, verbunden mit einer recht vielversprechenden Leseprobe, hat mich dazu gebracht, das Buch trotzdem zu lesen.
Tja, für mich war's leider ein Flop. Kein Flop im Sinne von "Boah, Wahnsinn! Auf was für Drogen muß man denn bitte sein, um so etwas zu schreiben??", sondern eher im Sinne von "äh...ja...ich les nachher weiter. Ich muß jetzt erstmal meinen Fußnägeln beim Wachsen zuschauen!"
Oder in anderen Worten: es ist ganz schön langweilig. Das schlimmste daran ist noch nicht mal, daß weder Charlotte noch Roman besonders interessant oder liebenswert sind - sie sind sicherlich nicht die interessantesten Liebesroman-Protagonisten, die mir jemals untergekommen sind, aber es gibt haufenweise unsympathischere, dümmere und langweiligere Charaktere. Und aus der Handlung hätte man zweifellos auch etwas machen können, obwohl nicht wirklich viel passiert, außer daß Charlotte und Roman eine Menge heimlicher Dates haben.
Das größte Problem, das ich mit dem Buch hatte, ist der Schreibstil. Jede einzelne Szene wird unendlich in die Länge gezogen. Vor allem am auf den ersten ca. 150 Seiten ist das ganz, ganz übel. Nehmen wir zum Beispiel die Beschreibung der Nacht, die Charlotte zum Einlösen der Spielschulden ihres Vaters mit Roman in dessen Spielhölle verbringt. Es dauert 13 Seiten, bis sie dort ankommt, verschiedene Leute mit ihr und über sie diskutiert haben und sie schließlich mit Roman in dessen Privatgemächern verschwindet. Weitere 37 Seiten lang verbringen Held und Heldin anschließend mit mehr oder weniger interessanten Dialogen (in deren Verlauf Roman an Charlottes Halsschlagader erkennen kann, daß sie ihn begehrt), einem Schachspiel sowie einem gemeinsamen Nickerchen.
Mein lieber Herr Gesangsverein, wenn ich an Schlaflosigkeit leiden würde, würde ich dieses Buch hüten wie einen Goldschatz. Pizzakäse und Kaugummis würden bei dieser und einigen weiteren Szenen Tränen hilflosen Zorns und Neids vergießen - wenn sie denn lesen könnten - denn niemals werden sie es schaffen, sich auch nur annähernd so lang zu ziehen.
Mit anderen Worten: One Night Is Never Enough ist ein Buch für extrem geduldige Menschen. Vielleicht wäre es das richtige Buch für Polarforscher, die 9 Monate im Jahr freiwillig Dunkelheit und ewiges Eis ertragen. Oder vielleicht auch nicht: wir wollen doch nicht, daß diese bedauernswerten Helden der Wissenschaft sich in selbstmörderischer Absicht einem Eisbären zum Fraß vorwerfen.
Jaja, ich weiß schon: wenn die Bücher mit dem Plot "nichtsnutziger Vater verzockt die Unschuld seiner unschuldigen Tochter beim Kartenspiel" durchnumeriert würden, dann würde One Night Is Never Enough höchstwahrscheinlich die Nummer 587 bekommen. Aber es gibt ja Autoren, die selbst dem ausgelutschtesten Plot noch etwas neues, spannendes abgewinnen können. Dieses Buch wurde sowohl bei Dear Author als auch bei All About Romance sehr gut bewertet und das, verbunden mit einer recht vielversprechenden Leseprobe, hat mich dazu gebracht, das Buch trotzdem zu lesen.
Tja, für mich war's leider ein Flop. Kein Flop im Sinne von "Boah, Wahnsinn! Auf was für Drogen muß man denn bitte sein, um so etwas zu schreiben??", sondern eher im Sinne von "äh...ja...ich les nachher weiter. Ich muß jetzt erstmal meinen Fußnägeln beim Wachsen zuschauen!"
Oder in anderen Worten: es ist ganz schön langweilig. Das schlimmste daran ist noch nicht mal, daß weder Charlotte noch Roman besonders interessant oder liebenswert sind - sie sind sicherlich nicht die interessantesten Liebesroman-Protagonisten, die mir jemals untergekommen sind, aber es gibt haufenweise unsympathischere, dümmere und langweiligere Charaktere. Und aus der Handlung hätte man zweifellos auch etwas machen können, obwohl nicht wirklich viel passiert, außer daß Charlotte und Roman eine Menge heimlicher Dates haben.
Das größte Problem, das ich mit dem Buch hatte, ist der Schreibstil. Jede einzelne Szene wird unendlich in die Länge gezogen. Vor allem am auf den ersten ca. 150 Seiten ist das ganz, ganz übel. Nehmen wir zum Beispiel die Beschreibung der Nacht, die Charlotte zum Einlösen der Spielschulden ihres Vaters mit Roman in dessen Spielhölle verbringt. Es dauert 13 Seiten, bis sie dort ankommt, verschiedene Leute mit ihr und über sie diskutiert haben und sie schließlich mit Roman in dessen Privatgemächern verschwindet. Weitere 37 Seiten lang verbringen Held und Heldin anschließend mit mehr oder weniger interessanten Dialogen (in deren Verlauf Roman an Charlottes Halsschlagader erkennen kann, daß sie ihn begehrt), einem Schachspiel sowie einem gemeinsamen Nickerchen.
Mein lieber Herr Gesangsverein, wenn ich an Schlaflosigkeit leiden würde, würde ich dieses Buch hüten wie einen Goldschatz. Pizzakäse und Kaugummis würden bei dieser und einigen weiteren Szenen Tränen hilflosen Zorns und Neids vergießen - wenn sie denn lesen könnten - denn niemals werden sie es schaffen, sich auch nur annähernd so lang zu ziehen.
Mit anderen Worten: One Night Is Never Enough ist ein Buch für extrem geduldige Menschen. Vielleicht wäre es das richtige Buch für Polarforscher, die 9 Monate im Jahr freiwillig Dunkelheit und ewiges Eis ertragen. Oder vielleicht auch nicht: wir wollen doch nicht, daß diese bedauernswerten Helden der Wissenschaft sich in selbstmörderischer Absicht einem Eisbären zum Fraß vorwerfen.
Sonntag, 18. Dezember 2011
Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 13
Liebes Tagebuch,
heute bin ich ganz früh aufgewacht. Ich wollte doch unbedingt wissen, wie das Duell von Kevin und Lord Festerwart ausgegangen war. Es war so früh, daß diese gräßliche Bella nicht kam, als ich nach ihr läutete, damit sie mir beim Anziehen hilft. Ich mußte im Nachthemd durch das ganze Haus laufen, bis ich sie endlich im Keller hinter den Kartoffelsäcken fand, wo sie auf dem Bauch von Tom, dem Küchenjungen schlief. Und sie waren beide splitterfasernackt! Ich war noch niemals in meinem ganzen Leben so schockiert.
Als Bella und ich endlich beide angezogen waren, war es schon fast Mittag und ich fand heraus, daß Kevin das Duell unbeschadet überstanden hatte. Uff, ein Glück! Aber liebes Tagebuch, stell dir vor, er hat nach dem Duell Lord Festerwart mit in unser Haus genommen, damit wir ihn hier als meinen zukünftigen Gatten gesundpflegen! Lord Festerwart hat den Marmorfußboden in der Eingangshalle und die Treppen vollgeblutet, als sie ihn hereingetragen haben. Obendrein ist sein Blut rot und nicht blau. Er muß wohl einige Bürgerliche unter seinen Vorfahren haben. Und so einen Mann soll ich heiraten? Niemals! Bella sagte mir, daß Lord Festerwart bewußtlos in unserem Gästebett liegt. Angeblich ist seine Nase gebrochen, seine Beine sind verrenkt, und irgendwelche…Innnereien…sind aus seinem Bauch gequollen. Der arme Lord Festerwart. Irgendwie tut er mir leid. Ich glaube, ich werde eine Frau für ihn suchen, sobald ich Papa überzeugt habe, daß ich ihn nicht heiraten muß. Eine, der es nichts ausmacht, daß er so häßlich und fies ist.
Beim Mittagessen machte Papa Andeutungen, ich solle Lord Festerwart pflegen…ihm Verbände wechseln und solche Sachen…damit ich mich schon mal an ihn gewöhnen könne. Igitt, ist ja widerwärtig. Ich bin direkt nach dem Essen in die Bibliothek geflohen, weil Papa mich dort nie suchen wird. Blöd nur, daß es da so langweilig ist. So viele Bücher, und die meisten davon haben noch nicht mal Bilder! Aber ich habe etwas interessantes gefunden. Nämlich einen dünnen Band über die Geschichte der Familie Cheatbridge. Also über meine Vorfahren! Und darin waren sogar Bilder von Familienerbstücken. Unter anderem gab es ein Bild vom Amulett der sündigen Fanny. Wenn man mich fragt, ist es kein großer Verlust, daß dieses Amulett verschwunden ist. Es muß monströs häßlich gewesen sein. Es sieht wie ein goldener Apfel aus, der mit einem riesigen Rubin verziert ist. Als ich das Bild sah, hatte ich plötzlich eine phantastische Idee, wie ich Lord Festerwart loswerden und meinen Papa von seinen Schulden befreien kann, um eines Tages meine Große Liebe zu heiraten.
Also ließ ich mir von Sampson, unserem Butler, meinen Umhang holen und schlüpfte flink aus dem Hinterausgang unseres Hauses. Ich habe aber niemandem gesagt, wohin ich gehe, hihi!
Elizabeth Hoyt: Scandalous Desires
Im Jahr 1738 leitet Silence Hollingbrook zusammen mit ihrem Bruder ein Waisenhaus in einem der übelsten Stadtvertel Londons. Ihr absoluter Liebling unter den Waisenkindern ist ein Baby namens Mary Darling. Eines Tages wird Mary Darling von Mickey O'Connor, einem berüchtigten Flußpiraten und Unterweltkönig, entführt. Als Silence sie zurückholen will, erfährt sie zu ihrem Erstaunen, daß Mary Darling Mickeys Tochter ist und deswegen vor dessen Erzfeind beschützt werden muß. Silence entschließt sich, bei Mickey in dessen palastartigem Anwesen zu bleiben, um auf Mary aufzupassen. Und obwohl sie dessen kriminelle Aktivitäten nicht gutheißt, ist sie gegen seinen Charme nicht gefeit, und so verlieben sich die beiden ineinander...
An diesem Buch stimmt fast alles...nicht. Ich kann kaum glauben, daß es von derselben Autorin stammt, die so eine Perle wie The Serpent Prince geschrieben hat. Meine Kurzzusammenfassung würde lauten: die Handlung ist vollkommen logikfrei, Held und Heldin sind TSTL und das einzig Positive ist, daß der Held Mickey heißt. Find ich irgendwie lustig.
Mickey ist ein richtiger Verbrecher, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Raub und Erpressung sind sein täglich Brot. Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen keineswegs. Am Ende des Buches wendet er sich von seinen verbrecherischen Aktivitäten ab (das ist jetzt kein Spoiler, oder? Kommt schon, das müßt ihr gewußt haben) - aber nicht etwa, weil er geläutert ist, sondern eher, um der Heldin einen Gefallen zu tun. Er wohnt in einer Art sehr opulent und kitschig ausgestattetem Palast und regiert seine Gefolgsleute mit eiserner Hand. Diese beten ihn dafür wie ein gottgleiches Wesen an und nennen ihn "Himself" (ja, mit großem H) wenn sie über ihn sprechen. In Mickeys Schlafzimmer steht ein riesiges Bed, wo er jede Nacht mit gleich mehreren Frauen verbringt (natürlich nicht mehr, nachdem unsere wackere Heldin die Szene betritt). Für seine Tochter bringt Mickey übrigens kein großes Interesse auf; die hat er nur entführt, um Silence in sein Haus zu locken.
Äußerst nervend ist auch der englische Unterschichtendialekt von Mickey. Der kam mir sehr nachgemacht vor, aber andererseits habe ich natürlich keine Ahnung, wie in London im 18. Jahrhundert die armen Menschen gesprochen haben.
Obendrein wird die Handlung im Verlauf des Buches immer absurder und unlogischer. Das fängt mit Kleinigkeiten an. Eine der adligen Wohltäterinnen des Waisenhauses fragt beispielsweise, warum denn dieses Waisenhaus unbedingt an einem so fiesen Ort wie St. Giles sein müsse. Die Antwort lautet schlicht und ergreifend, daß die meisten der Waisen just in diesem Stadtviertel geboren seien. WTF? Kinder müssen immer an dem Ort großgezogen werden, wo sie geboren wurden? Super Sache. Dann wäre ich in Dortmund-Kirchhörde aufgewachsen. Das ist wesentlich, hm, bürgerlicher als meine gute alte Heimat Dortmund-Scharnhorst. Ich wette, da stehlen die Grundschulkinder nicht schon in der zweiten Klasse ihrem Lehrer die Zigaretten, zerhacken Holzzäune mit Äxten zu Kleinholz und verlassen ihre Häuser grundsätzlich nur durch Fenster im Erdgeschoß, weil die Haustür defekt und vernagelt ist.
Aber ich schweife ab. Nach sehr kurzer Zeit übernimmt die eigentlich nur als Gast geduldete Silence die Haushaltsführung des furchteinflößenden Verbrecherkönigs, was darin resultiert, daß es gesünderes, aber widerwärtiges Essen gibt. Ich meine, gekochte Rüben? Silence läßt Mickey gekochte Rüben servieren und er will immer noch Sex mit ihr? Das Buch muß in einem Paralleluniversum spielen. Die meisten Menschen, die ich kenne, würden schon beim Gedanken an gekochte Rüben nur noch reihern. Sexy ist das nicht gerade. Obwohl wir es hier ja andererseits mit Engländern zu tun haben. Wer Pommes mit Essig und Toastbrot mit kalten Dosenspaghetti ißt, ist eh zu allem fähig.
Später im Buch wird Silence von ihrer Familie vor dem Schurken beschützt. Eine von Silences Schwestern hat in eine adlige Familie eingeheiratet, und so finde ich es ziemlich seltsam, daß alle denken, der Schurke könne Silence entführen, meucheln und niemand würde jemals herausfinden, was ihr geschehen ist. Diese Leute sind reich, berühmt und wissen, wer hinter ihr her ist. Eigentlich hat der Bösewicht überhaupt keine Chance, und das macht das Buch auch nicht gerade spannender.
Am Ende kommt dann doch noch ein klein wenig Spannung auf, weil Mickey verhaftet wird und ein grausames Ende fürchten muß - aber das kann das Buch auch nicht mehr retten. Zumal auch das Happy End mit konsequenter Unlogik herbeigeführt wird.
Das Vorgängerbuch Notorious Pleasures fand ich ja auch schon etwas doof, aber immerhin noch sehr unterhaltsam. Scandalous Desires hat dagegen nichts, was für es spricht. Ich mag den Schreibstil von Elizabeth Hoyt, aber die unlogische Handlung und die größtenteils recht dämlich agierenden Protagonisten kann er nicht wettmachen.
An diesem Buch stimmt fast alles...nicht. Ich kann kaum glauben, daß es von derselben Autorin stammt, die so eine Perle wie The Serpent Prince geschrieben hat. Meine Kurzzusammenfassung würde lauten: die Handlung ist vollkommen logikfrei, Held und Heldin sind TSTL und das einzig Positive ist, daß der Held Mickey heißt. Find ich irgendwie lustig.
Mickey ist ein richtiger Verbrecher, der im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Raub und Erpressung sind sein täglich Brot. Ein schlechtes Gewissen hat er deswegen keineswegs. Am Ende des Buches wendet er sich von seinen verbrecherischen Aktivitäten ab (das ist jetzt kein Spoiler, oder? Kommt schon, das müßt ihr gewußt haben) - aber nicht etwa, weil er geläutert ist, sondern eher, um der Heldin einen Gefallen zu tun. Er wohnt in einer Art sehr opulent und kitschig ausgestattetem Palast und regiert seine Gefolgsleute mit eiserner Hand. Diese beten ihn dafür wie ein gottgleiches Wesen an und nennen ihn "Himself" (ja, mit großem H) wenn sie über ihn sprechen. In Mickeys Schlafzimmer steht ein riesiges Bed, wo er jede Nacht mit gleich mehreren Frauen verbringt (natürlich nicht mehr, nachdem unsere wackere Heldin die Szene betritt). Für seine Tochter bringt Mickey übrigens kein großes Interesse auf; die hat er nur entführt, um Silence in sein Haus zu locken.
Äußerst nervend ist auch der englische Unterschichtendialekt von Mickey. Der kam mir sehr nachgemacht vor, aber andererseits habe ich natürlich keine Ahnung, wie in London im 18. Jahrhundert die armen Menschen gesprochen haben.
Obendrein wird die Handlung im Verlauf des Buches immer absurder und unlogischer. Das fängt mit Kleinigkeiten an. Eine der adligen Wohltäterinnen des Waisenhauses fragt beispielsweise, warum denn dieses Waisenhaus unbedingt an einem so fiesen Ort wie St. Giles sein müsse. Die Antwort lautet schlicht und ergreifend, daß die meisten der Waisen just in diesem Stadtviertel geboren seien. WTF? Kinder müssen immer an dem Ort großgezogen werden, wo sie geboren wurden? Super Sache. Dann wäre ich in Dortmund-Kirchhörde aufgewachsen. Das ist wesentlich, hm, bürgerlicher als meine gute alte Heimat Dortmund-Scharnhorst. Ich wette, da stehlen die Grundschulkinder nicht schon in der zweiten Klasse ihrem Lehrer die Zigaretten, zerhacken Holzzäune mit Äxten zu Kleinholz und verlassen ihre Häuser grundsätzlich nur durch Fenster im Erdgeschoß, weil die Haustür defekt und vernagelt ist.
Aber ich schweife ab. Nach sehr kurzer Zeit übernimmt die eigentlich nur als Gast geduldete Silence die Haushaltsführung des furchteinflößenden Verbrecherkönigs, was darin resultiert, daß es gesünderes, aber widerwärtiges Essen gibt. Ich meine, gekochte Rüben? Silence läßt Mickey gekochte Rüben servieren und er will immer noch Sex mit ihr? Das Buch muß in einem Paralleluniversum spielen. Die meisten Menschen, die ich kenne, würden schon beim Gedanken an gekochte Rüben nur noch reihern. Sexy ist das nicht gerade. Obwohl wir es hier ja andererseits mit Engländern zu tun haben. Wer Pommes mit Essig und Toastbrot mit kalten Dosenspaghetti ißt, ist eh zu allem fähig.
Später im Buch wird Silence von ihrer Familie vor dem Schurken beschützt. Eine von Silences Schwestern hat in eine adlige Familie eingeheiratet, und so finde ich es ziemlich seltsam, daß alle denken, der Schurke könne Silence entführen, meucheln und niemand würde jemals herausfinden, was ihr geschehen ist. Diese Leute sind reich, berühmt und wissen, wer hinter ihr her ist. Eigentlich hat der Bösewicht überhaupt keine Chance, und das macht das Buch auch nicht gerade spannender.
Am Ende kommt dann doch noch ein klein wenig Spannung auf, weil Mickey verhaftet wird und ein grausames Ende fürchten muß - aber das kann das Buch auch nicht mehr retten. Zumal auch das Happy End mit konsequenter Unlogik herbeigeführt wird.
Das Vorgängerbuch Notorious Pleasures fand ich ja auch schon etwas doof, aber immerhin noch sehr unterhaltsam. Scandalous Desires hat dagegen nichts, was für es spricht. Ich mag den Schreibstil von Elizabeth Hoyt, aber die unlogische Handlung und die größtenteils recht dämlich agierenden Protagonisten kann er nicht wettmachen.
Sonntag, 20. November 2011
Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 12
Liebes Tagebuch,
auf der Kutschfahrt nach Hause haben sie alle auf mich eingeredet: Papa, Mama und Kevin. Es sei ein Riesenskandal und ich müsse Lord Festerwart unbedingt heiraten, da er mich entehrt habe. Sie wollten mir einfach nicht glauben, daß Lord Festerwart sich nur auf mich gelegt hatte, als ich ohnmächtig war! Nur Kevin hatte ein paar Worte des Trostes: "Vielleicht überlebt er ja das Duell nicht", sagte er.
Da waren Mama und Papa aber erzürnt und haben Kevin angeherrscht, daß er Lord Festerwart bloß nicht umbringen soll, weil er doch unsere Schulden bezahlen muß, wenn wir verheiratet sind. Ich habe ganz doll geweint und angeboten, daß Papa meinen Schmuck verkaufen kann und meinetwegen auch mein Pferd. Papa hat aber die Stirn gerunzelt und mich gefragt, ob ich denn nicht gemerkt hätte, daß er meinen Schmuck schon längst verkauft und durch Glassteine ersetzt hat. Und dann sagte er noch, mein Pferd sei doch nur ein Schaukelpferd (das hatte ich nicht bemerkt, weil ich Pferde und reiten hasse. Aber psst, nicht weitersagen. Sonst nehmen sie mir mein Diplom von der Regency-Romanheldinnen-Schule weg). Shocking!
Bevor wir schlafen gingen, hat Kevin mir noch zugezwinkert und gesagt, daß er Lord Festerwart zwar nicht töten, aber doch wenigstens ein wenig verstümmeln würde. So könnte man die Hochzeit etwas herauszögern.
Ich wollte Kevin erst sagen, daß er Lord Festerwart die Hände abhacken soll, damit er mich nicht anfassen kann. Ich finde ihn so ekelig! Aber dann fiel mir ein, daß ich ihm, wenn er keine Hände mehr hätte, womöglich den, äh, verlängerten Rücken abwischen muß, wenn er, äh, auf den Nachttopf geht? Oder ich muß ihn füttern? Oh neinneinnein, ich kann diesen Lord Festerwart nicht heiraten! Ich brauche unbedingt einen Plan!!
Ich glaube, ich schleiche mich jetzt erstmal in den Salon und schaue, ob noch etwas Hustensaft da ist.
Robyn Carr: Neubeginn in Virgin River
Originaltitel: Virgin River
Melinda Monroe ist eine Krankenschwester und Hebamme aus Los Angeles, die nach dem tragischen Tod ihres Mannes dringend einen Tapetenwechsel braucht. So hält sie es für eine gute Idee, in ein kleines, abgelegenes Bergdorf namens Virgin River zu ziehen um als Gehilfin des einzigen dort ansässigen Arztes zu arbeiten. Als sie allerdings in Virgin River ankommt, würde sie am liebsten sofort wieder abreisen: das Haus, das man ihr zur Verfügung stellt, ist eher eine Bruchbude, der Arzt ist ein übellauniger alter Kauz, und es scheint auch nicht wirklich viel für sie zu tun zu geben. Dann findet Mel allerdings ein Findelkind, stellt fest, daß die Landschaft bezaubernd ist, und schließt die meisten Bewohner von Virgin River in ihr Herz - allen voran den Barbesitzer Jack Sheridan. So wird es nichts mit der überstürzten Abreise.
Wenn mein schwaches Gedächtnis mich nicht trügt, habe ich dieses Buch auf der Booklover Conference ertauscht. Ich war ziemlich mißtrauisch als ich anfing, es zu lesen, denn obwohl ich schon viel Gutes über die Virgin River Serie gehört hatte, befürchtete ich, daß es ein langweiliges "wir sind alle supertoll und perfekt, haben uns alle ganz doll lieb und leben in einem Idyll"-Leseerlebnis wird. Das war es aber gar nicht! (Jaha, aber nur um mich in Sicherheit zu wiegen. Von den nächsten Büchern der Virgin River Serie bekommt man Karies, aber dazu später mehr).
Zunächst mal ist Mel nicht die typische Liebesromanheldin. Anfangs wirkt sie eher, als habe sie sich aus einem Chicklit-Roman in das Buch verirrt. Sie fährt ein BMW-Cabrio, liebt schicke und teure Klamotten und ist etwas unwirsch ob der Tatsache, daß es in Virgin River keinen kompetenten Friseur zum Auffrischen ihrer Strähnchen gibt. Jack ist da schon eher typisch: er ist ein ehemaliger Soldat, der seine Kneipe in Virgin River aufgemacht hat, weil er wohl nichts besseres vorhatte. Und natürlich ist er heldenhaft, gutaussehend und ein Ex-Frauenheld.
Nach und nach schließt Mel, und damit der Leser, Virgin River und seine Bewohner ins Herz. Es sind Freaks dabei, die alle möglichen Probleme haben. In den Wäldern hausen finstere Bösewichter und bauen Cannabis an. Manchmal bedrohen sie die aufrechten Bürger des kleinen Städtchens, so daß das Buch auch ein wenig Action aufweist.
Jack ist von Anfang an an Mel interessiert, und es dauert lange - nicht gerade realistisch lange, da sie ihren verstorbenen Mann ja noch immer sehr vermißt, aber doch sehr lange - bis Mel ihn wenigstens ein bißchen an sich heranläßt, obwohl er ihr schon gefällt. Jack legt dabei eine ebenfalls nicht völlig lebensechte Engelsgeduld an den Tag.
Aber bitte sehr: das Buch ist wirklich unterhaltsam und stellenweise sogar überraschend, weil nicht genau das geschieht, was ich erwartet habe. Es ist bestimmt nicht das tollste Buch, das ich je gelesen habe, aber das Lesen hat mir Spaß gemacht - und mehr kann man doch eigentlich nicht wollen.
Mittlerweile habe ich übrigens noch einige andere Virgin River Bücher gelesen, und sie werden schlechter und schlechter. Bei all diesen heldenhaften...äh, Helden und zauberhaften Heldinnen, denen die jeweiligen Helden den Arsch mit einem mehr oder minder zaghaft gemurmelten "Liebste, wie fühlst du dich jetzt?" hinterher tragen, könnte ich echt einen Zuckerschock bekommen. Aber das ist gar nicht so schlimm. Ich habe nämlich komischerweise herausgefunden, daß diese Bücher wie Baldrian auf mich wirken. Wenn ich einen schlechten Tag hatte oder traurig bin, lese ich einfach ein bißchen in einem Virgin River Buch und kann meinen Kummer für ein Weilchen vergessen. Wie gut, daß es davon so viele gibt und ich sie ratzfatz auf mein iPad laden kann.
Aber es wäre trotzdem nicht verkehrt, wenn Robyn Carr ihren Patriotismus mal ein kleines bißchen weniger raushängen lassen könnte. Männer können auch liebenswert sein, wenn sie Freiheit und Demokratie nicht im Irak verteidigt haben!
Melinda Monroe ist eine Krankenschwester und Hebamme aus Los Angeles, die nach dem tragischen Tod ihres Mannes dringend einen Tapetenwechsel braucht. So hält sie es für eine gute Idee, in ein kleines, abgelegenes Bergdorf namens Virgin River zu ziehen um als Gehilfin des einzigen dort ansässigen Arztes zu arbeiten. Als sie allerdings in Virgin River ankommt, würde sie am liebsten sofort wieder abreisen: das Haus, das man ihr zur Verfügung stellt, ist eher eine Bruchbude, der Arzt ist ein übellauniger alter Kauz, und es scheint auch nicht wirklich viel für sie zu tun zu geben. Dann findet Mel allerdings ein Findelkind, stellt fest, daß die Landschaft bezaubernd ist, und schließt die meisten Bewohner von Virgin River in ihr Herz - allen voran den Barbesitzer Jack Sheridan. So wird es nichts mit der überstürzten Abreise.
Wenn mein schwaches Gedächtnis mich nicht trügt, habe ich dieses Buch auf der Booklover Conference ertauscht. Ich war ziemlich mißtrauisch als ich anfing, es zu lesen, denn obwohl ich schon viel Gutes über die Virgin River Serie gehört hatte, befürchtete ich, daß es ein langweiliges "wir sind alle supertoll und perfekt, haben uns alle ganz doll lieb und leben in einem Idyll"-Leseerlebnis wird. Das war es aber gar nicht! (Jaha, aber nur um mich in Sicherheit zu wiegen. Von den nächsten Büchern der Virgin River Serie bekommt man Karies, aber dazu später mehr).
Zunächst mal ist Mel nicht die typische Liebesromanheldin. Anfangs wirkt sie eher, als habe sie sich aus einem Chicklit-Roman in das Buch verirrt. Sie fährt ein BMW-Cabrio, liebt schicke und teure Klamotten und ist etwas unwirsch ob der Tatsache, daß es in Virgin River keinen kompetenten Friseur zum Auffrischen ihrer Strähnchen gibt. Jack ist da schon eher typisch: er ist ein ehemaliger Soldat, der seine Kneipe in Virgin River aufgemacht hat, weil er wohl nichts besseres vorhatte. Und natürlich ist er heldenhaft, gutaussehend und ein Ex-Frauenheld.
Nach und nach schließt Mel, und damit der Leser, Virgin River und seine Bewohner ins Herz. Es sind Freaks dabei, die alle möglichen Probleme haben. In den Wäldern hausen finstere Bösewichter und bauen Cannabis an. Manchmal bedrohen sie die aufrechten Bürger des kleinen Städtchens, so daß das Buch auch ein wenig Action aufweist.
Jack ist von Anfang an an Mel interessiert, und es dauert lange - nicht gerade realistisch lange, da sie ihren verstorbenen Mann ja noch immer sehr vermißt, aber doch sehr lange - bis Mel ihn wenigstens ein bißchen an sich heranläßt, obwohl er ihr schon gefällt. Jack legt dabei eine ebenfalls nicht völlig lebensechte Engelsgeduld an den Tag.
Aber bitte sehr: das Buch ist wirklich unterhaltsam und stellenweise sogar überraschend, weil nicht genau das geschieht, was ich erwartet habe. Es ist bestimmt nicht das tollste Buch, das ich je gelesen habe, aber das Lesen hat mir Spaß gemacht - und mehr kann man doch eigentlich nicht wollen.
Mittlerweile habe ich übrigens noch einige andere Virgin River Bücher gelesen, und sie werden schlechter und schlechter. Bei all diesen heldenhaften...äh, Helden und zauberhaften Heldinnen, denen die jeweiligen Helden den Arsch mit einem mehr oder minder zaghaft gemurmelten "Liebste, wie fühlst du dich jetzt?" hinterher tragen, könnte ich echt einen Zuckerschock bekommen. Aber das ist gar nicht so schlimm. Ich habe nämlich komischerweise herausgefunden, daß diese Bücher wie Baldrian auf mich wirken. Wenn ich einen schlechten Tag hatte oder traurig bin, lese ich einfach ein bißchen in einem Virgin River Buch und kann meinen Kummer für ein Weilchen vergessen. Wie gut, daß es davon so viele gibt und ich sie ratzfatz auf mein iPad laden kann.
Aber es wäre trotzdem nicht verkehrt, wenn Robyn Carr ihren Patriotismus mal ein kleines bißchen weniger raushängen lassen könnte. Männer können auch liebenswert sein, wenn sie Freiheit und Demokratie nicht im Irak verteidigt haben!
Sonntag, 13. November 2011
Aus dem Tagebuch einer Regency-Romanheldin, Teil 11
Liebes Tagebuch,
ich wurde wach, als etwas warmes, dickflüssiges auf mein Gesicht tropfte und ich einen gellenden Schrei vernahm.
Oh. Nein.
Oh mein Gott.
Oh, was war nur geschehen?
Als ich vorsichtig die Augen öffnete, nahm ich wahr, daß ich offenbar in meiner Ohnmacht auf ein Sofa gesunken war. Ein Mann lag auf mir und sabberte in mein Gesicht. Es war Lord Festerwart!
Der gellende Schrei kam von meiner Mama. Sie schrie immer weiter und immer lauter. Schnell füllte sich der Raum mit neugierigen Gästen. Sie tuschelten und zeigten auf mich. Ich griff nach Lord Festerwarts Halstuch, um mir den Sabber aus dem Gesicht zu wischen; dann versuchte ich, ihn von mir herunterzuschubsen. Aber er ließ sich nicht abschütteln, sondern hielt sich an meinen mittlerweile halb entblößten Brüsten fest.
Oh mein Gott. Es war ein Albtraum!
Die Schreie meiner Mama wurden immer spitzer und lauter und sie begann, sich die Haare zu raufen. Ich fühlte, wie eine entsetzliche Migräne mich überkam.
"Kann mal jemand meiner Mama das Riechsalz reichen?" brüllte ich, doch niemand hörte mir zu. Außer vielleicht Lord Festerwart, der vor Schreck rülpste und, dem sich ausbreitenden Geruch nach zu urteilen, auch unter Blähungen litt.
Dann kam endlich mein Bruder Kevin in die Bibliothek von Lord und Lady Mousy gestürmt. Ich war in meinem ganzen Leben noch niemals so froh, ihn zu sehen!
Kevin packte Lord Festerwart am Kragen und riß ihn von mir herunter. Während ich mich aufsetzte und versuchte, meine Kleidung zu richten, schlug Kevin Lord Festerwart einige Male mit der Faust ins Gesicht, bis er (also, Lord Festerwart, nicht Kevin) aus der Nase und aus dem Mund blutete und einige Zähne ausspuckte. Dann zog Kevin einen seiner Handschuhe aus und schlug Lord Festerwart damit ins Gesicht. "Sie sind ein übler Schurke und haben meine unschuldige Schwester entehrt!" rief er erbost aus. "Ich fordere Satisfaktion!"
"Wie bitte?" entgegnete Lord Festerwart verdutzt und spuckte noch einen Zahn aus.
Kevin rollte entnervt die Augen. "Ein Duell, Sie Dorfdepp! Wir werden uns im Morgengrauen duellieren, so verlangt es die Tradition. Nennen Sie mir Ihre Sekundanten und wählen Sie die Waffen!"
"Äh…können wir uns mit faulen Tomaten bewerfen?"
Lady Mousy tippte Lord Festerwart auf die Schultern. "Guter Mann, um diese Jahreszeit gibt es keine Tomaten", sagte sie.
"Tomaten sind was für Schwuchteln." Kevin rümpfte die Nase.
"Tja dann vielleicht…hm, also…Pferdeäpfel?"
"Ist ja widerwärtig", grollte Kevin. "Kommen Sie schon, versuchen Sie mal, ein Mann zu sein. Es muß was scharfes, was spitzes oder was laut knallendes sein. Ist das denn so schwierig?"
Lord Festerwart ließ resigniert die Schultern hängen. "In Ordnung", seufzte er. "Dann wähle ich Säbel. Aber wenn ich das Duell gewinne, wird Ihre werte Schwester mir ihre Hand zur Ehe reichen!"
"Einverstanden", entgegnete Kevin. "Aber wenn Sie das Duell verlieren, dann heiraten Sie Mandy."
Dann wurde ich wieder ohnmächtig.
Die Buchqual-Kontroverse
Bei Irina gab es in der letzten Woche ein lustiges Video darüber zu sehen, was man alles mit einem Buch anfangen kann, das man nicht mag. Über dieses Video gab es anschließend eine etwas kontroverse Diskussion, weil es eben nicht jeder lustig fand.
Auf Gossamer Obsessions kann man dieses Video ebenfalls sehen, und passend dazu gibt es eine Rezension zu Whitney, My Love von Judith McNaught. Menschenskinder, das muß ja wirklich die Mutter aller miesen Bücher und unfaßbar grauenhaft sein. Ich glaube, ich lasse lieber die Finger davon.
Auf Gossamer Obsessions kann man dieses Video ebenfalls sehen, und passend dazu gibt es eine Rezension zu Whitney, My Love von Judith McNaught. Menschenskinder, das muß ja wirklich die Mutter aller miesen Bücher und unfaßbar grauenhaft sein. Ich glaube, ich lasse lieber die Finger davon.
Donnerstag, 10. November 2011
Das seltsamste Buchcover des Tages...
...habe ich gerade bei All About Romance entdeckt.
Und ich dachte immer, unter dem Schottenrock ist gar nichts!
Aber mal ehrlich, der Typ sieht doch so aus, als wolle er mit seinem Schottenröckchen Can Can tanzen!
Und ich dachte immer, unter dem Schottenrock ist gar nichts!
Aber mal ehrlich, der Typ sieht doch so aus, als wolle er mit seinem Schottenröckchen Can Can tanzen!
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