Samstag, 23. Juli 2011

Patricia Briggs: Hunting Ground

Die Werwölfin Anna Latham und ihr neuentdeckter Gefährte Charles Cornick nehmen an einem internationalen Werwolf-Gipfeltreffen teil, bei dem es um die Frage geht, ob die Werwölfe ihre Existenz öffentlich machen sollen. Dieses Thema ist sehr umstritten, und obendrein mischen sich auch noch alle möglichen anderen übernatürlichen Lebewesen wie Vampire und Hexen ein. Alle verfolgen unterschiedliche Ziele, und Anna und Charles brauchen ihre ganze Kraft und Intelligenz, um die Veranstaltung zu überleben...

Hunting Ground ist das zweite Buch aus Patricia Briggs' Alpha und Omega-Reihe, wenn man von einer Kurzgeschichte in einer Anthologie absieht. Diese Serie hat eins der Handlungselemente, die ich in Urban Fantasy (und, na ja, auch allen anderen) Büchern eigentlich verabscheue: Anna und Charles sind nämlich vom Schicksal vorherbestimmte Gefährten. Patricia Briggs schafft es aber, das Thema so gut zu verpacken, daß ich die Bücher trotzdem lese und spannend und interessant finde.

Anna wurde vor einigen Jahren gegen ihren Willen zur Werwölfin gemacht und danach fortwährend von ihrem Rudel mißhandelt, vergewaltigt und ausgenutzt. Charles hat dieser Praxis ein Ende gemacht, da er der Sohn und die rechte Hand des Anführers aller US-amerikanischen Werwölfe ist und Annas Rudel in alle möglichen illegalen Aktivitäten verstrickt war. Mit ihrem neuen Leben als Paar müssen aber beide erst nach und nach klarkommen. Besonders Anna fällt es anfangs schwer, Charles zu vertrauen - allerdings nicht so schwer, daß es die immerhin recht Action-lastige Handlung behindern würde. (Vieles davon wurde allerdings schon im Vorgängerbuch beschrieben, aber mit Hunting Ground kann man wirklich nichts anfangen, wenn man Cry Wolf nicht gelesen hat).

Was mir an Hunting Ground wirklich gut gefallen hat ist die Beschreibung, wie Anna sich in ihre Rolle als Omega-Wölfin (die offenbar beruhigend auf ihre Gefährten wirkt) findet und an Selbstvertrauen gewinnt. Sie lernt ihre eigene Stärke und Klugheit schätzen und einzusetzen und bildet mit Charles ein gutes Team.

Die Handlung ist so spannend, daß man das Buch in einem Rutsch durchlesen kann. Charles und Anna schlägt eine Menge offene Feindschaft entgegen und immerhin taucht niemand geringeres als die Bestie von Gévaudan auf (was mich an den Film Der Pakt der Wölfe erinnert hat. Ich fand den Film ja mittelmäßig, aber wer auch immer da für die Ausstattung, die Kostüme und die Aufnahmen zuständig war - das waren Genies. Wirklich.) Einer der Werwölfe hält sich möglicherweise für König Artus, und bei mehreren Charakteren können Anna und Charles zunächst nicht feststellen, ob sie Freunde oder Feinde sind.

Zum Ende hin wird es richtig dramatisch, und Held und Heldin müssen ordentlich einstecken und sich mit bösen Feen und Trollen anlegen, bevor alles gut wird.

Für mich war Hunting Ground ein rundum unterhaltsames Leseerlebnis und es lohnt sich auf jeden Fall, die Serie weiterzuverfolgen.

Kommentare:

  1. Das klingt wirklich gut, ich muss die Serie endlich mal lesen. Bislang kenn ich nämlich nur die Mercy-Thompson-Bücher!

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  2. Ohja, Irina, lies die Serie mal! :) Ich markiere nämlich seit Tagen diesen Text als ungelesen, weil mich diese Rezi anspricht, aber ich eigentlich gerade keine neue Serie anfangen will ... *g*

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