Dienstag, 22. März 2011

Nora Roberts: Savor The Moment

Laurel McBane ist eine Konditorin, die gemeinsam mit ihren drei besten Freundinnen Hochzeiten plant, organisiert und durchführt. Schon seit langem liebt sie heimlich Delaney Brown, den Bruder ihrer Freundin und Geschäftspartnerin Parker. Eines Tages stellt sich heraus, daß auch Del in ihr mehr sieht als eine Freundin oder Beinah-Schwester, und so stürzen sich Laurel und Del in eine heiße Affäre. Aber ist es die große Liebe für immer?

Savor the Moment ist das dritte in einer Reihe von vier Büchern von Nora Roberts. Das erste davon, Vision in White, hat mir richtig gut gefallen. Das zweite, Bed of Roses, war eher nicht so toll, und dann hat eine perverse Art von Neugier mich dazu getrieben, auch noch den dritten und vierten Band der Serie zu kaufen. Savor the Moment könnte man eigentlich mit einem einzigen Wort beschreiben, und dieses Wort lautet: blah. Handlung blah, Charaktere blah, das Buch ist gewissermaßen das literarische Gegenstück zu Haferbrei in der Seniorenklinik-Ausführung mit extra wenig Geschmack.

Die Handlung unterscheidet sich übrigens durch so gut wie nichts von Bed of Roses. Wir haben wieder einen bedauernswerten Typen, der die Dreistigkeit besitzt, nicht nach wenigen Wochen zu wissen, daß sie die Frau fürs Leben ist, und natürlich stürzen sich Laurels und Dels gemeinsame Freunde direkt auf Del, um ihm klarzumachen, daß es allerhöchste Zeit ist, Laurel mit inbrünstigen Liebesschwüren seiner ewigen Treue und Ergebenheit zu versichern.

Also ehrlich, warum sind diese Typen eigentlich alle so unentspannt? Okay, ich weiß, das ist ein Liebesroman und keine 1.000 Seiten lange Familiensaga voller melodramatischer Ereignisse, die damit enden, daß die meisten Charaktere entweder tot oder pleite und verbittert sind (ich könnte schwören, daß ich in den 1980ern einige von diesen Wälzern gelesen habe). Trotzdem würde es mir als Happy End durchaus reichen, wenn Held und Heldin sich lieben und beschließen, zusammenzubleiben. Aber warum müssen sie immer gleich innerhalb von wenigen Tagen entscheiden, ob es für die Ewigkeit ist? Ist ja auch nicht so, als hätte einer von beiden vor, demnächst in einem Einbaum die Weltmeere zu befahren, für ein paar Jahre zum Mars zu fliegen oder ins Kloster zu gehen. Diese Hektik und Hysterie nervt. Vielleicht sollten Laurel und Del und alle ihre Kumpels mal den Kaffeekonsum zurückschrauben, etwas weniger Sport machen (es ist schon ok, Frau Roberts: ich habe begriffen, daß Ihre Romanhelden jung, schön und super durchtrainiert sind) und stattdessen mal ganz gepflegt im Beisein einiger Vanille-Duftkerzen einen Tee trinken, meditieren und sich entspannen. Ommmm....

Na ja, ich fürchte, sie halten sich nicht an meine guten Ratschläge. Das nächste Buch (siehe oben, perverse Neugier) wird es zeigen.

Kommentare:

  1. Tststs, du erwartetst doch in einem Nora-Roberts-Roman doch nicht sowas wie ... Realität?!

    Natürlich muss das Paar am Ende des Buches verheiratet, schwanger und sich sicher sein, dass alles für die Ewigkeit ist. Sonst könnte die Durchschnittsleserin noch auf den Gedanken kommen, dass es Liebe auf den ersten Blick, die für immer und ewig hält, gar nicht gibt ... Und das wäre doch viel zu traurig. *sniff*

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  2. Ja, schon...aber...Held und Heldin von diesem Buch haben doch Zeit. Wenn zwei 90jährige sich verlieben, würde ich ja auch sagen, okay, überlegt nicht zu lange, ob ihr zusammenbleiben wollt. Aber diese beiden hier sind doch erst Ende 20 / Anfang 30. Die müssen doch nicht quasi nach dem ersten Date einen Bausparvertrag unterschreiben und sich 'nen Passat mit extra großer Ladefläche für Unmengen von Windeln kaufen!

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  3. Aber wenn die sich mehr Zeit lassen würden, dann könnten die Leserinnen doch nicht all die wunderschönen Details dieser Liebe genießen ... *hüstel* Außerdem liebt er sie nur dann wirklich, wenn er sich beim zweiten Date schon auf "lebenslänglich" einlässt! Wusstest du das nicht? *kicher*

    Manchmal wünsche ich mir einen Liebesroman, bei dem am Ende beide Beteiligten einfach nur eine normale Beziehung haben ... Aber gerade bei den Amis muss es ja immer auf eine Ehe hinauslaufen, oder?

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