Sonntag, 27. Juni 2010

Bücher die man nicht lesen kann, Teil 6: Stephanie Tyler: Hard to Hold - 11

Oh Mann, ich habe Isabelle, Jake und alle ihre ebenso durchgedrehten Zeit- und Leidensgenossen ja schon so lange vernachlässigt! Wie gut, daß Papier geduldigt ist, selbst wenn man es wochenlang unter anderem Papier vergraben unberührt auf dem Schreibtisch liegen läßt.

Isabelle, nicht die Art von Frau, die die wichtigsten Dinge lange unausgesprochen läßt, teilt Jake mit, daß er sie zwar vor Rafe beschützen darf, aber daß sie nicht bereit für eine Beziehung ist und es vielleicht auch nie sein wird. Danach ist sie geknickt, weil sie nun für Jake nur noch ein Job ist.

Isabelles Mama Jeannie möchte indessen ihr cleveres Töchterchen in Schutzhaft nehmen - was diese strikt ablehnt, da sie mit der Situation alleine fertig werden möchte. So muß Senatorin Jeannie sich damit begnügen, Jake die schlimmste aller Beleidigungen an den Kopf zu werfen: er sei Rafe nicht gewachsen! Pfui, also wirklich. Wo wir doch alle wissen, daß Rambo im Vergleich zu Jake ein Waschlappen ist.

Jake selbst weiß das natürlich auch: selbst wenn er Fehler hätte (ein absurder Gedanke), dann würde übertriebene Bescheidenheit keinesfalls dazugehören. So macht er es sich in einem leeren Büro der Klinik gemütlich und beobachtet den Parkplatz, während Isabelle arbeitet. Sicherlich wird Rafe es nie auch nur in Erwägung ziehen, sich Isabelle zu Fuß oder gar mit dem Bus oder auf dem Fahrrad zu nähern!

Rafe übt sich unterdessen in psychologischer Kriegsführung. Stunden später findet Isabelle nämlich ein Päckchen auf ihrem Schreibtisch, das sie ohne Umschweife öffnet; wie jetzt, Briefbombe? Anthrax? Aber nein, wer könnte denn nur auf so etwas kommen? Zu unser aller großem Glück befindet sich in dem Paket jedoch nur eine afrikanische Wolldecke. Bei diesem furchterregenden Anblick ist Isabelle vor Schreck wie gelähmt und kann noch nicht einmal lange genug den Mund aufmachen, um Jake zu rufen.

Dann klingelt das Telefon. Isabelle kann sich aus ihrer Schreckstarre lange genug befreien, um nach dem Hörer zu greifen. Der Anrufer ist Rafe, der Isabelle sagt, daß er Jake in seiner Gewalt hat. Oh nein! Unmöglich! Isabelle glaubt's nicht, und tatsächlich: Sekunden später taucht unser Held putzmunter auf, um die hyperventilierende Isabelle zu beruhigen. Die beiden machen sich auf den Weg zu Jakes Haus, aber natürlich wäre es viel zu einfach, dort hinzufahren und Isabelle hinter den breiten, muskelbepackten Rücken von Jake und seinen Brüdern zu verstecken. Also halten sie auf einem Feldweg an, weil sie sagt, ihr sei schlecht. Das ist aber nur ein Vorwand: in Wirklichkeit muß sie nur wieder einmal ihre und Jakes Beziehungsproblematik...oder Nicht-Beziehungsproblematik...oder was auch immer ausdiskutieren. Logo, das ist ja auch viel wichtiger, als sich vor einem gemeingefährlichen, bis an die Zähne bewaffneten, mordlustigen Irren in Sicherheit zu bringen!

Es folgt eine Sex-im-Schlamm-Szene, dann machen sich die beiden, von Rafe nach wie vor unbehelligt, auf den Weg zu Jakes Haus.

Mein Fazit der heutigen Folge? Rafe ist überflüssig. Total überflüssig. Wenn Isabelle so weitermacht, wird sie in nicht allzuferner Zukunft von einem Auto überfahren, weil sie zu dumm und zu dickköpfig ist, um von der Straße zu gehen. Ich persönlich kann's kaum erwarten, aber ich fürchte, die Autorin wird mir diese Art von Happy End nicht gönnen...

Ach, und möchte jemand wissen, was gerade in Afrika passiert? Sarah macht sich Vorwürfe, weil sie Isabelle nicht vor Rafe beschützt hat. Sie und Clutch/Wachholder mieten sich ein Hotelzimmer. Sarah verarztet Wachholder, mutmaßt, er könne eine Gehirnerschütterung haben, und dann treiben die beiden es im Stehen (klar, das ist wahrscheinlich das erste, was man macht, wenn man eine Gehirnerschütterung hat).

Kommentare:

  1. Ich finde Wolldecken auch immer überaus bedrohlich! Vor allem im Sommer! Aber vielleicht hätte Isabelle die Decke trotzdem mitnehmen sollen, dann wäre sie für den "Sex im Schlamm" gleich gewappnet gewesen ... ;)

    Und heißt es bei Gehirnerschütterungen nicht immer, dass man den Patienten nicht einschlafen lassen darf? Dafür sorgt Sarah auf jeden Fall. ;)

    Ich frage mich gerade, wieviel von dem Buch übrig bleiben würde, wenn man all diese dummen und unnötigen Trotzreaktionen streichen würde ... Aber dann blieben wohl nur noch vier Seiten - und du könntest diese amüsante Kategorie auf deinem Blog nicht mehr füllen. ;)

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  2. Tja, also wenn man jede "ein mordlustiger Verbrecher ist hinter mir her! Laß uns über unsere Beziehung diskutieren! Und wenn die Gefahr danach immer noch nicht vorbei ist, quatschen wir auch noch über die Beziehungsprobleme unserer Freunde, Verwandten, Bekannten...die Frisur von Michelle Obama...die neue CD von Prince...usw usw..."-Szene aus dem Buch streichen würde, wäre es wahrscheinlich kürzer als dieses Posting...

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  3. Hach, ist das schön! Eine Handlung, die auf ein Flugblatt passt - es ist schon erschreckend, wenn daraus ein ganze Buch gebastelt wird ...

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  4. *glucks* Herrlich. Wieder mal ein absolutes Hightlight. ;) Das versüßt mir jetzt noch den Weg in die Heia. Vielen Dank, Susi! *knuddel*

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