Dienstag, 17. November 2009

Jennifer Crusie: Strange Bedpersons

Tess Newhart ist eine Lehrerin, die von Hippies aufgezogen wurde und sich am liebsten nur wohltätigen Projekten widmen würde. Nick Jamieson ist ein Rechtsanwalt und legt Wert auf ein konservatives Erscheinungsbild, denn er hat die Chance, in der Kanzlei, für die er arbeitet, als Partner einzusteigen. Tess und Nick sind in einander verliebt, aber beide sind fest davon überzeugt, daß eine Beziehung niemals funktionieren könnte, weil sie zu unterschiedlich sind. Trotzdem willigt Tess ein, für ein Wochenende Nicks Verlobte zu spielen, um bei einem potentiellen Klienten einen guten Eindruck zu hinterlassen. Dann wird in ihrer Wohnung eingebrochen und die Ereignisse überstürzen sich...

Strange Bedpersons ist ein ziemlich altes und relativ dünnes Buch; ursprünglich wurde es 1994 als Harlequin Temptation veröffentlicht. Auf einigen Websites, wie z. B. All About Romance oder auch Smart Bitches, Trashy Books wird ja immer wieder verlautbart, daß die sogenannten category oder auch series romances zwar kürzer, aber deswegen nicht notwendigerweise schlechter sind als "normale Bücher". Meine Erfahrung war leider eine andere. Ich habe immer mal wieder solche Bücher gelesen, entweder weil sie irgendwo empfohlen wurden oder aber weil ich die Inhaltsangabe interessant fand. Und ich bin jedesmal auf die Nase gefallen und habe mich geärgert, meine Zeit mit so einem grottigen Buch verschwendet zu haben. Man schaue sich nur mal die letzten beiden Machwerke an, über die ich mich furchtbar ärgern mußte:

Sarah Mayberry: She's Got It Bad
Kimberly Raye: Slippery When Wet

Aber dieses Buch ist unterhaltsam. Auch sehr fluffig und nicht besonders gehaltvoll, aber die Personen sind sympathisch, die Handlung ist witzig und ich mag die Dialoge. Ebenso mag ich die Tatsache, daß es weder 30jährige Jungfrauen gibt, die auf die Gleichung Sex = Ehe = Kinder fixiert sind, noch 30jährige Junggesellen, die feste Beziehungen scheuen, weil sie vor 15 Jahren auf der High School von ihrer ersten Freundin hintergangen wurden, und weil Mama sowieso die beste ist. Es gibt keine unbegründeten Anwandlungen von Eifersucht und, zumindest bei den Hauptpersonen, keine "ich bin nicht gut genug für ihn/sie"-Dramen. Tess und Nick sind beide Ende 30 und wissen, was sie wollen. Das einzige Manko von Strange Bedpersons ist, daß es ziemlich lange dauert, bis sie endlich auf die Antwort auf eine bestimmte Frage kommen, während der Leser - also ich - schon direkt nach Auftauchen dieser Frage wußte, was los ist. Aber egal: das Buch eignet sich hervorragend, um es in der Badewanne bei einem Gläschen Sekt oder auch am Strand zu lesen. Eben Entspannung pur. Und es zeigt, daß gute Unterhaltung eben doch auch in einem kurzen Format möglich ist!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen