Sonntag, 30. Januar 2011

Zoë Archer: Scoundrel

London Harcourt (das ist eine Frau!) befindet sich auf einer Griechenlandreise mit ihrem Vater. Leider ist es keine Vergnügungsreise, sondern Londons Vater gehört einer Vereinigung von Superschurken an, die die Weltherrschaft für Großbritannien anstreben. Zu diesem Zweck wollen die Superschurken alle möglichen magischen Artefakte an sich bringen. Hier kommt London ins Spiel: sie ist eine von ganz wenigen Personen auf der Welt, die eine bestimmte uralte Sprache beherrschen, und kann daher die Hinweise auf einen magischen Gegenstand entschlüsseln. Hinter dem Gegenstand sind allerdings auch die Blades of the Rose her. Das sind die Guten, ein Geheimbund von Abenteurern, die die Magie der Welt vor Londons Vater und seinen Bösewicht-Kumpels schützen wollen. London verguckt sich gleich bei der ersten Begegnung in Bennett Day, einen der Blades of the Rose, denn er ist attraktiv und liebenswert und viel netter zu London als ihr Vater oder ihr verstorbener Ehemann es jemals waren. Und so kämpft sie auch nicht allzu lange mit Skrupeln, bevor sie zu den Guten überläuft...

Über Zoë Archers Blades of the Rose-Bücher hatte ich schon viel Gutes gehört, und als dann eins veröffentlicht wurde, das im bzw. am Mittelmeer spielt, mußte ich natürlich zuschlagen - wann bekommt man schon mal einen Liebesroman neueren Datums mit diesem Handlungsort? (Nein, Harlequin bzw. Mills & Boon-Romane mit griechischen oder italienischen Macho-Arschloch-Millionär/Pferdezüchter/Großgrundbesitzer-Helden und jungfräulichen, verschüchterten Sekretärinnen/Kindermädchen/Haushälterinnen-Heldinnen zählen nicht).

Scoundrel war ein recht unterhaltsames Buch, mit nicht zuvielen magischen Elementen, viel Action, viel Liebe, netten Helden und richtig bösen Schurken.

London stand ihr ganzes Leben lang unter der Fuchtel ihres Vaters, der ihr immer wieder durch Worte und Taten klargemacht hat, daß Frauen eher so etwas wie lebendige Deko-Objekte sind, die auf keinen Fall ein selbstbestimmtes Leben führen oder auch nur eine eigene Meinung haben dürfen. Und sie hat es satt, sie ist es einfach nur leid, immer nur das zu tun, was andere sagen.

Da kommt ihr die Begegnung mit Bennett gerade recht, denn dadurch, daß sie mit ihm türmt und sich von ihrem Vater lossagt, winkt London die Freiheit. Bennett ist ein Abenteurer und eigentlich bekannt dafür, daß er alles flachlegt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist - aber er ist auch ein liebenswerter, fürsorglicher Mann, der Frauen stets mit Respekt behandelt und seiner jeweiligen Geliebten stets seine volle Aufmerksamkeit widmet, auch wenn es nur für kurze Zeit ist.

London weiß das und ist traurig, denn für sie ist er die große Liebe - aber sie weiß auch, daß sie es nicht bereuen wird, ihr altes Leben hinter sich gelassen zu haben. Und natürlich kommt am Ende alles ganz anders, denn dies ist schließlich nicht zuletzt auch ein Liebesroman.

Sympathische Charaktere, jede Menge Action und natürlich die wunderschönen Handlungsorte machen Scoundrel zu einem sehr unterhaltsamen Liebesroman. Meine einzigen Kritikpunkte sind der zwar nicht miese, aber auch nicht besonders bemerkenswerte Schreibstil von Zoë Archer und die Tatsache, daß der Leser die Charaktere nur recht oberflächlich kennenlernt. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht, Scoundrel zu lesen, aber ich weiß nicht, ob ich noch ein weiteres Buch der Autorin lesen werde.

Kommentare:

  1. Das klingt irgendwie nett - also auf die gute Art "nett". Schade, dass es von ihr nichts auf Deutsch gibt, denn mein Bedarf an englischen Büchern ist erst einmal ganz gut gedeckt ...

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  2. Hihi, Winterkatze, das war auch mein Gedanke. Das ist ein Buch bzw. eine Reihe, die ich schon gerne lesen würde. Aber ich habe genug englische Bücher daheim ...

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