Sonntag, 29. November 2009

Michelle Beattie: What A Pirate Desires - Teil 5: That's Amore

Nachdem ich mich ausgiebig mit ein paar Tassen Früchtetee (Geschmacksrichtung Gebrannte Mandeln) und einem großen Glas frischgepreßten Orangensafts gestärkt habe, denke ich, daß ich es jetzt, zumindest für kurze Zeit, wieder mal mit den Eskapaden von Samantha und Luke aufnehmen kann.

Bei der Ankunft in Barbados sind Luke, Samantha, ihre Mannschaft und ihr Schiff ziemlich mitgenommen, und da Luke unbedingt wollte, daß der Schiffsschreiner Samanthas verletzten Arm nicht verarztet, schickt er sie zu einer Adresse wo, wie er sagt, es jemanden gibt, der ihre Wunde nähen kann. Samantha ist ziemlich geplättet als sie sieht, daß es sich bei dieser Adresse um eine feudale Villa handelt. Scheinbar hat sie bei ihrem Kampf mit dem Kapitän des überfallenen Boots jedoch auch einen Schlag auf den Kopf erhalten, denn sie vertraut Luke einfach mal blind und klopft an die Tür.

Prompt erscheint ein Butler, der sie sofort wegschicken will, doch Lukes Name öffnet ihr tatsächlich die Tür, und sie wird zur Dame des Hauses geführt. Der Anblick dieser Frau, die hübsch und jung ist und Jacqueline heißt, veranlaßt Samanthas wenige und nicht besonders häufig gebrauchte Gehirnzellen zu ungewohnter Aktivität:

Die Frau sieht Luke ähnlich!
Sie muß mit Luke verwandt sein!
Ach nein, sie ist bestimmt seine Geliebte!
Dann wird sie denken, daß Samantha auch was mit ihm hat!
Und dann ist sie bestimmt eifersüchtig!

Bevor es in Samanthas Kopf durch das ungewohnt intensive Nachdenken zu einer Implosion kommen kann, taucht glücklicherweise Luke auf. Liebenswürdig und charmant wie immer bedient er sich an der Hausbar, fläzt sich aufs Sofa und legt seine Füße mitsamt den dreckigen Stiefeln auf den Tisch.

Jacqueline nimmt die häßliche Vase, die sie von ihrer Schwiegermutter zur Hochzeit bekommen hatte, und zerschlägt sie auf Lukes Kopf. Die Porzellanscherben, die Blutspritzer und den bewußtlosen Luke ignorierend, wendet sie sich mit einem strahlenden Lächeln an Samantha: "Was meinst du, meine Liebe? Sollen wir uns mit einer Flasche Champagner in den Whirlpool zurückziehen? Danach lassen wir uns von der Köchin Kuchen servieren und schauen uns ein paar DVDs an!"

Tja, ihr ahnt es sicherlich schon: der letzte Absatz war natürlich nur erfunden. Tatsächlich nimmt Jacqueline Lukes Benehmen mit Gleichmut hin, denn es stellt sich heraus, daß sie seine Schwester ist. Wobei - wenn ich einen Bruder hätte, dürfte der bei mir nicht die Füße auf den Tisch legen, jedenfalls nicht, wenn sie dreckig sind. Andererseits habe ich natürlich keine Dienstboten, die alles wieder sauber machen.

Samantha ist jedenfalls verärgert, einerseits, weil Luke ihr nicht gesagt hat, daß er sie zu seiner Schwester schickt, andererseits, weil er sie in Gefahr gebracht hat, denn Jacquelines Haus wird von Polizisten oder Regierungsbeamten bewacht, die Piraten fangen und aufhängen wollen. Da Luke überzeugt ist, daß diese Männer zwar ihn selbst, nicht aber Samantha kennen, hat er Samantha zur Ablenkung zur Vordertür von Jacquelines Haus geschickt, damit er es inzwischen unbeobachtet durch einen Seiteneingang betreten konnte. Man kennt das ja aus vielen Fernsehkrimis: die Polizei bewacht immer nur die Vordertür!

Aber keine Sorge, liebe Leser: ein besonnener Mann wie Luke setzt sein und Samanthas Leben natürlich nicht ohne einen ausgezeichneten Grund aufs Spiel, wie sich schon sehr bald herausstellt.

Samantha darf jedenfalls ein Bad nehmen, und Jacqueline läßt ihr gedünsteten Spargel servieren. Wenn ich von diesem Schwachsinn nicht schon wieder viel zu genervt wäre, würde ich mich jetzt fragen, ob es auf Barbados im 17. Jahrhundert tatsächlich Spargel gab, aber ignorieren wir diese Frage einfach mal.

Nach dem Essen kann Samantha nicht einschlafen, und Michelle Beattie kann sich die gute alte "Heldin geht in die Bibliothek des Hauses, um sich ein Buch zu leihen, trifft stattdessen den Helden und macht wilde, leidenschaftliche Liebe"-Szene einfach nicht verkneifen. Ich würde schrecklich gern mal einen Liebesroman lesen, in dem die Heldin in die Bibliothek geht und dann tatsächlich ein Buch liest. Das passiert aber so gut wie nie, weswegen die "Sex in der Bibliothek"-Szene auch so interessant ist wie ein ausgelutschtes Kaugummi, das bei McDonald's unter den Tisch geklebt wurde. Das einzig neue ist, daß wir hier keine Bibliothek haben, sondern ein Bücherregal, das im Wohnzimmer steht.

Nun ja, unsere beiden Superhirne machen wenigstens noch ein wenig Konversation, bevor sie übereinander herfallen. Samantha will nämlich von Luke wissen, warum er sie ins Haus seiner Schwester gelockt hat. Es stellt sich heraus, daß der gute Mann, wie immer sehr um das Wohlergehen seiner Mitmenschen besorgt, seine Piratenbeute in Jacquelines Haus versteckt hat. Als nächstes fragt Samantha Luke, warum er nur noch ein Auge hat (ich persönlich würde mich aufgrund seiner gewinnenden Art und seines liebenswerten Charakters eher fragen, warum er noch eins übrig hat und ihm auch noch keine Ohren, Arme und Beine fehlen). Nachdem sie ihn wissen läßt, daß sie mit ihm ins Bett geht, falls er es ihr sagt, erzählt Luke, daß Dervish ihm das Auge ausgestochen hat, nachdem Luke des Diebstahls beschuldigt wurde (als ob Piraten ihre Kumpels beklauen würden. Tsktsk) und es ein wenig Zoff an Bord von Dervishs Schiff gab.

Da fällt es Samantha wie Schuppen aus den Haaren: sie liebt Luke! Jetzt verlieren die beiden keine Zeit mehr und fangen an zu knutschen. Luke hat plötzlich Bedenken, es mit Samantha im Wohnzimmer seiner Schwester zu treiben - nicht, weil er Rücksicht auf seine Schwester nehmen möchte, sondern weil er denkt, daß Samantha lieber in einem Bett Sex haben möchte. Nachdem sie ihm versichert, daß sie jetzt und hier und auf Jacquelines Sofa beglückt werden möchte, nimmt die Natur ihren Lauf und die beiden fallen laut stöhnend übereinander her. Wahrscheinlich huscht Jacqueline hastig durchs Haus und verteilt Oropax an alle Dienstboten, und ich gebe mich der Hoffnung hin, daß Luke und Samantha wenigstens kein Kind zeugen - denn dumme Menschen gibt es schon genug auf der Welt, auch ohne daß diese beiden Blitzbirnen ihre Veranlagung zu Schwachsinn und Unvernunft an künftige Generationen weitergeben.

Kommentare:

  1. Ach, herrlich, die Frage, warum Luke überhaupt noch ein Auge hat! *rofl*
    Danke für den erneuten Einblick in das Abenteuer dieser beiden einmaligen Figuren. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weiter geht! :-D

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  2. Oh Mann, Susi … so langsam hab ich wirklich Angst, dass du Schaden nimmst, wenn du den Schwachsinn weiter liest. Andererseits, so lange du noch solche Sätze raushaust:

    "Bevor es in Samanthas Kopf durch das ungewohnt intensive Nachdenken zu einer Implosion kommen kann, taucht glücklicherweise Luke auf. Liebenswürdig und charmant wie immer bedient er sich an der Hausbar, fläzt sich aufs Sofa und legt seine Füße mitsamt den dreckigen Stiefeln auf den Tisch."

    … ist alles gut! *lach*

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